[Hinweis] Sonntagsöffnung Koalitionsausschuss

In unserer Bib sind alle Kolleg:innen in der Gewerkschaft ver.di, und somit erwarte ich auch, dass besagte Gewerkschaften was für mich tun :person_shrugging:t2:

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Frag doch mal dein Personal!

Es sind die gleichen Probleme, die jetzt schon befinden Samstagen mitunter auftreten. Zu viele Dienste, Personalmangel durch Krankheit/Ferien/etc., fehlende Ausgleichstage, ein zerstörtes Wochenende, und eine mickrige Bezahlung für den ganzen Ärger, der nichts anderes bringt als lausige Statistikzahlen für die Bibliothek.

Bringt halt einfach nix

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Die Rolle der Gewerkschaften ist es, die Arbeitssituation der Beschäftigten zu verbessern und sie zu schützen - und nicht, ihnen schlechte und überflüssige Eingriffe in ihr Privatleben mit Geld aufzuwiegen.

Sonst hast du doch auch kein gutes Wort für die Gewerkschaften über - lass uns also bei diesen kranken Überlegungen raus.

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Massiver Eingriff ins Privatleben der nicht zu dulden ist. „An Wochenenden haben Familien, Paare und Singles endlich mal Zeit und Ruhe“. Genau. Ich auch, und das wird auch so bleiben. An jedem Sonntag. Wir sollen ja ohnehin über Wasser laufen können und alles Mögliche auffangen, was an anderer Stelle verbockt wird. Sei es Leerstand in verwaisten Innenstädten, oder das unterträgliche "Sozial"verhalten mancher (!!!) Jugendlicher abfedern. Nö.

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Ist das noch ernst gemeint oder eine Form beruflichen Trollens?

Vorweg möchte ich erstmal eine Beweislastumkehr anregen. Seit Beginn der Diskussionen um den Sonntag fehlt jede Grundlage, die über Annahmen hinausgeht. Ich sehe keine breit geteilten Konzepte, keine Untersuchungen oder Befragungen oder irgendwas in diese Richtung. Was ich sehe ist eine Masse an generischen Gründen, die mehr oder weniger zielführend (Museums-, Theater- und Opernvergleiche), angenommene(!) Bedarfe ausdrücken. Auch in dieser über 60 Antworten umfassenden Diskussion hier ist nichts Konkretes zu finden.

Warum nun allerdings das Bibliothekspersonal und die Gewerkschaften eine aus Leitungssicht erdachte Verschlechterung ihrer beruflichen Situation begründen sollen erschließt sich mir nicht. Vielmehr sollte in der Herleitung aus Leitungssicht schon eine Lösung enthalten sein - zumindest wenn man halbwegs kollegial handelt und der Situation des Kollegiums interessiert ist. Alles andere ist autoritäre Führung ganz alter Schule.

Wir reden beständig über Personalmangel, finanzielle Nöte, die Attraktivität des Berufes, gute Bezahlung des Bibliothekspersonals usw. - alles Themen der Berufsverbände. Nichts davon scheint hier irgendwie Traktion zu finden.

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Ich glaube, der Drops mit der Sonntagsöffnung ist gelutscht. Der Diskussionsprozess lief viele Jahre. Die Bibliotheksbeschäftigten sind in Berufsverbänden und in Gewerkschaften wenig organisiert. Die meisten verhalten sich „neutral“, wenn es um politischen Anliegen geht.

Die realistische Perspektive ist wohl, dass Sonntagsarbeit für Fachpersonal rechtlich möglich sein wird. An vielen Orten wird es aber wegen Mangel nicht möglich sein. Ich glaube, dass es nicht die Erlaubnis der Sonntagsarbeit ist, die unsere bestehenden und oben benannten Probleme verschlimmert. Die Probleme sind da und werden wegen Haushaltskürzungen schlimmer. Das ist aus meiner Sicht der Punkt, über den es sich jetzt lohnt zu diskutieren und dafür zu kämpfen. Dafür brauchen wir aber einen besseren Organisationsgrad und mehr Bibliotheksbeschäftigt, die zusammen was tun.

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Mir geht’s vor allem darum daraus zu lernen.

Letztlich wurde das Thema ohne weitergehende Strategie und auf dem Rücken der Mitarbeitenden durchgedrückt. Es war an keiner Stelle, weder personell noch verbandspolitisch, ein demokratisches Glanzstück. Es wurden fast zwei Jahrzehnte lang Ressourcen investiert, die quasi keiner Öffentlichen Bibliothek einen Vorteil bringen.

Daraus zu lernen bedeutet sich dieser Kommunikation zu stellen. Andernfalls wird das Kämpfen auch an anderer Stelle weiterhin sehr einsam bleiben.

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Ich kann das überhaupt nicht bestätigen. Es gibt sowohl Ausgleichstage, als auch Zuschläge und wir versuchen auch trotz Krankheiten und Urlauben die Dienste so fair wie möglich zu verteilen. Was sind deiner Meinung nach zu viele Dienste? Und ehrlich es geht nicht um Statistiken und lausige Zahlen, sondern um Öffnungszeiten, die für alle attraktiv sind, die mit ihren Steuergeldern unsere Bibliotheken finanzieren. Die Wochenenden sind bei uns seit Jahren besuchsstarke Tage und wenn wir unsere Angebote auch an Samstagen und Sonntagen anbieten, werden wir auf jeden Fall mehr Menschen erreichen!

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Nun ja. Es gibt zahlreiche Befragungen unserer Nutzer:innen, die sich seit Jahrzehnten eine Erweiterung der Öffnungszeiten wünschen.

Und ich gehe nicht davon aus, dass es an Konzepten oder Ideen für eine sozialverträgliche Erweiterung der Öffnungszeiten auf den Sonntag fehlt. Es gibt ja bereits Bibliotheken, die auch mit Personal öffnen. Und sehr gelungene Beispiele aus dem Ausland waren in dieser Diskussion nicht erwünscht.

Wir versuchen seit 3 Jahren gemeinsam mit den Mitarbeiter:innen das Thema Sonntagsöffnung zu besprechen und wir arbeiten aktuell an aus meiner Sicht sozialverträglichen Lösungen für die Arbeit am Sonntag. In Pankow arbeiten regelmäßig Kolleg:innen sonntags und weder die Familien als auch die Freundeskreise wurden bisher dadurch beeinflusst oder gar zerstört.

Für Berlin und vor allem für Pankow, kann ich die Einschätzungen zur Gesamtsituation „Personalmangel, finanzielle Nöte, die Attraktivität des Berufes, gute Bezahlung des Bibliothekspersonals“ nicht teilen. Das sind nicht nicht unsere Themen. Wir hatten in den letzten Jahren deutliche Steigerungen des Personalschlüssels, des Budgets und der Bezahlung. Sicher wird das in Zukunft wieder etwas angespanntenr, aber die Ausgangslage ist hier eine andere.

Es grüßt der Troll aus den 50ern :wink:

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Sie verstehen es nicht, nicht wahr? Es geht ausnahmsweise mal nicht darum was ein Leser möchte, sondern darum, was das Personal möchte. Man gibt sein Recht auf freie Sonntage nicht plötzlich auf. Und davon reden wir: von SONNTAGEN. Jeder der im Bibliotheksdienst anfängt weiß, daß er keinen 9 to 5 Job hat und auch am Samstag arbeitet und wir alle leben gut damit, denn wir haben uns den Beruf ausgesucht, aber irgendwann ist einfach Schluß mit der Verfügbarkeit. Und nein: ein Ausgleichstag am Dienstag nutzt mir gar nichts wenn ich am Samstagabend mit Freunden essen gehen oder die „Meistersinger“ sehen möchte und das nicht entspannt tun kann, weil am Sonntag früh der Wecker klingelt. Am Montagabend wird keiner mit mir essen gehen, nur weil ich am Dienstag frei habe, und die „Meistersinger“ sind auch vorbei. Daß die Nutzer am Sonntag entspannt in die Bibliothek gehen könnten, liegt woran? Ach ja. Daß sie am Sonntag nicht arbeiten müssen. Genau dieses Recht nehmen manche von uns auch für sich in Anspruch. Wir arbeiten nicht am offenen Herzen, wir operieren keine Unfallopfer, wir verleihen Bücher. Das geht, wo es den geht, auch mit OpenLibrary. Das Personal soll man damit bitte an diesem einen Tag in der Woche in Ruhe lassen. War das jetzt deutlich genug?

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Wie hoch wäre denn die Bereitschaft, bei fest einem zustehenden, zwei zusammenhängenden Ausgleichstagen an einem Sonntag zu arbeiten? Gibt es dazu bereits verlässliche Umfragen in der Branche? Die Offenheit für eine Verschiebung des Wochenendes? Das beschäftigt mich schon lange.

Ich kann nur für mich sprechen, aber mein Freundeskreis war immer flexibel und hatte auch unter der Woche Zeit, und/oder es fanden Veranstaltungen statt, die auch auf diese Tage fielen.

In jedem Falle ein spannendes und polarisierendes Thema!

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Hinzu kommt natürlich auch die Quote in der Branche von AN mit Kindern. Das sollte in jedem Falle nicht außer Acht gelassen werden.

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…und ein angemessener Ton der Beiträge ist wichtig, um viele Perspektiven einzubeziehen und sachlich gute Entscheidungen zu treffen.

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Es freut mich sehr, dass in Berlin Personalmangel und finanzielle Nöte kein Problem sind - aber in anderen Bibliotheken, die nicht genug Personal haben und bei denen für das restliche Jahr eine Haushaltssperre vorliegt ist es leider anders. Deshalb ist es auch wichtig, auf die Möglichkeiten der individuellen Bibliotheken einzugehen.

Wenn es in Pankow super funktioniert, auch Sonntags zu öffnen, ist das doch klasse! Woanders geht es leider nicht.

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Die Diskussion hatten wir hier tatsächlich (da wir in NRW sind), und dabei sind zwei Probleme aufgetreten. Viele von uns haben Familie und Freund:innen, die an den Ausgleichstagen innerhalb der Woche normal bis 17 oder 18 Uhr arbeiten. Aber viel schlimmer (bei uns) ist: die Leute fehlen dann an anderen Tagen. Bei uns herrscht sowieso Personalmangel, und wenn dann durch die Sonntagsöffnung das Personal an anderen Tagen fehlt, verschlimmert sich die Lage.

Auch war die Diskussion (bei uns): wir haben zwei Samstagsgruppen, die sich abwechseln. Macht diese Samstagsgruppe dann auch den Sonntag, oder kreuzt sich dass, dass Gruppe A Samstag arbeitet, Gruppe B Sonntag, und in der folgenden Woche Gruppe B Samstag und Gruppe A Sonntag?

Das ist nur das Beispiel von uns, keineswegs repräsentativ, aber anekdotisch.

(P.S. wir haben uns dann für die Open Library entschieden und die Samstagsgruppe hat Sonntag & Montag frei)

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Ja, das große Überthema ist, wie bereits schon häufig angesprochen, die Kapazitäten- und Personalthematik. Ich wünsche allen gutes Durchhalten und weiterhin viel Kraft!

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Naja… so würde ich das nicht interpretieren wollen. Nur weil es einen Personalzuwachs gab, bedeutet das nicht, dass es ausreichend Personal gibt. Das hängt ja immer vom Maßstab ab, den man anlegt. Fakt ist, dass empfohlene Werte (Anzahl MA pro 100k Einwohner, Fläche, Budget, Medienbestand…) bei weitem nicht erreicht werden.

Gleichzeitig ist der Bezug auf Zahlen bei dem ganzen Thema sowieso sehr schwierig, da immer interpretierbar.

Das Thema ist hochemotional, weil eben ein massiver Eingriff in das Privatleben der MA erfolgt. Das sollte man anerkennen.

Und vielleicht noch ein kleines Detail: Da die Arbeitszeit am Sonntag auf 6 Stunden begrenzt sein wird, fehlen mir für einen Ausgleichstag knapp 2 Stunden. Ich gehe also, um den Zeitausgleich zu bekommen, rechnerisch ins Minus. Der Nachteil erhöht sich also auch unter der Woche.

Und ja, über die fehlenden Kolleg:innen unter der Woche, darf man sich dann nicht beklagen. Dann geht an Werktagen eben nicht mehr so viel.

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Naja, zwei zusammenhängende Ausgleichtage lösen das Problem leider nicht, dass Freunde und Familie am Wochenende Zeit haben und Geburtstage, Spieleabende und weitere Zusammenkünfte daher auch aufs Wochenende gelegt werden. Ganz zu schweigen von öffentlichen Events an denen man gemeinsam teilnehmen möchte. Momentan arbeite ich jeden zweiten Samstag und merke, dass schon dies die Zeit mit der Familie und Verabredungen mit Freunden stark einschränkt.

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Es ist ja im Grunde ganz einfach: wer nun gerne am Sonntag arbeiten will weil es in sein Lebenskonzept passt, der darf das natürlich seinem Arbeitgeber gegenüber so kommunizieren. Alle Anderen sollten alles dafür tun, diesen massiven Eingriff in die eigene Lebens- und Freizeitgestaltung zu verhindern. Was das Thema Gewerkschaft angeht: in unserem Team ist JEDER gewerkschaftlich organisiert. Ein Grund ist die Sonntagsöffnung, viele Kollegen sind allerdings schon z.T. seit Jahrzehnten bei Verdi. In der Frage wie „schlimm“ Sonntagsarbeit ist wird man sich wohl kaum einig. Für mich ist sie absolut inakzeptabel (abgesehen davon, daß sie nun mal mit unserer Personaldecke nicht leistbar ist), anderen Kollegen mag es angenehmer sein am Sonntag zu arbeiten statt am Samstag. Lebenskonzepte unterscheiden sich, und wie gesagt: für den Einen oder die Andere spielt doch tatsächlich noch so etwas wie Weltanschauung eine Rolle. Um mal das R-Wort zu vermeiden.

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Ich weiß keine Antwort auf deine Frage zu verlässlichen Umfragen, und mich persönlich betrifft das Thema auch nicht mehr, weil ich nicht mehr im ÖB-Bereich arbeite, aber um auch nochmal eine andere Perspektive als die hier oft genannte aufzugreifen (Single und ohne Kinder): Bei vernünftigen Rahmenbedingungen (Ausgleichstage und kein Personalmangel insgesamt) fände ich es gar nicht schlecht, auch mal Sonntags zu arbeiten und stattdessen unter der Woche komplette Tage frei zu haben, um all das zu erledigen, was sonst schwer ist: Augenarzt-Termin in der nächsten Stadt mehr als 1 Stunde entfernt, weil hier keine Termine frei sind? Sonst immer Urlaub für drauf gegangen. Kontaktlinsenspezialisten in einem anderen Bundesland, weil sie einfach zu gut sind, als dass ich wechseln wollen würde? Mindestens 1 Tag Urlaub für verplant. Generell Arzttermine, weil die Praxen auch alle nur 9-5 öffnen? Entspannt in relativ leeren Läden shoppen gehen? Unter der Woche aufs Konzert oder in eine Comedy-Show gehen können? Wäre plötzlich alles möglich. Ich verstehe, dass das nicht die Prios für jeden sind, aber es ist jetzt auch nicht so, dass es niemanden gibt, der davon profitieren könnte. Wie gesagt, wenn denn die Rahmenbedingungen stimmen würden.

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