Nun geht es bei solchen Dingen ja nicht nur um Geld, sondern auch um die Frage der digitalen Souveränität im Sinne von Resilienz und Unabhängigkeit einer Informationsinfrastruktur, ohne die es nicht mehr gehen wird. Sooo schlecht ist die Onleihe ja nun auch nicht. Sie tut alles, was ich brauche, und zwar schon seit geraumer Zeit. Und sie ist ein europäisches Gewächs. Dass das nun vorbei ist, ist durchaus ein beachtliches Problem. Monopole sind immer schlecht und letztlich wird es teurer werden, wenn es keinen Konkurrenten mehr gibt, zu dem man noch wechseln könnte und die einzige Alternative ist, auf E-Books ganz zu verzichten.
Ja, Monopole sind immer schlecht. Aber bei den digitalen Bibliotheken haben wir ja auch genau diese Probleme, da es nicht dieselbe Rechtslage gibt wie bei den physischen Medien für Bibliotheken. Diese sind durch das Gesetz für Bibliotheken käuflich erwerblich und dürfen aufgelegt oder verliehen werden. Damit wird das Recht auf Information für die Menschen erfüllt. Aber alle digitalen Medien gelten rechtlich als Software und fallen nicht unter das Bibliotheksgesetz. D.h. dass Verlage entscheiden können, ob, wie und zu welchem Preis eine Bibliothek eine Lizenz erwerben kann. Wir können jede Zeitung gedruckt anbieten, die wir kaufen können (zum selben Preis wie alle anderen privaten Personen), aber digital haben wir nur ganz wenig davon. Dies ist ein grosses Problem und verhindert, dass Bibliotheken den Menschen die Informationen zeitgemäss zur Verfügung stellen können. Die EU sollte sich wirklich mal damit auseinandersetzen, dieses Recht anzupassen, aber leider lobbyiert in Brüssel niemand für Bibliotheken.
Was? Komplett abgeschaltet? Das ist doch unmöglich!
Das Userforum was für mich wirklich eine große Hilfe, wenn es um einzelne Probleme von Lesern ging. Das werde ich wirklich vermissen.
Das Forum ist weiterhin down.
Fragen Sie Google. Das Userforum ist jetzt KI-Wissen und die meisten Problem dürften mit einer One-Click-Antwort zu lösen sein. So habe ich das in den letzten Monaten gemacht - anstatt mich durch das Forum zu quälen. Technischer Support bei Softwareproblemen ist ein Abgrund der Obsoleszenz. Das erklärt das Geschehene m.E. zum Teil.
Das Forum hätte ja wenigstens zur Langzeitarchivierung der Deutschen Nationalbibliothek übergeben werden können, um zukünftigen Generationen eine Nachvollziehbarkeit bieten zu können.
Ernsthaft? Das finde ich ein bisschen kurz gedacht.
Probieren Sie es aus. Gerne auch mit anderen LLMs. Meine Support-Anfragen außerhalb von divibib sind auch deutlich zurückgegangen und bei Koha kann ich nun Probleme lösen, für deren Lösung ich gar nicht qualifiziert bin. Es funktioniert: HTML5-Codierung, komplexe SQL-Reports, Parametrisierungsprobleme.
Wenn man vorausdenkt, erkennt man das Potential. Die Gesellschafter der ekz werden sich den Berg von unten angeschaut haben und beim Blick in ihren Rucksack zu dem Urteil gekommen sein, dass das Knäckebrot für den Aufstieg nicht reicht. Energieriegel verbietet das Wettbewerbsrecht.
Die Meldung war schon eine große Überraschung… dennoch sollten wir uns jetzt auch nicht verrückt machen. Ja, die Nutzer haben sich gerade an die Onleihe 3 gewöhnt, aber die Umsetzung wird nicht von heute auf morgen vonstattengehen. Das wird einige Zeit dauern und auch daran werden sich unsere Nutzerinnen und Nutzer gewöhnen. Und von dem, was ich bisher von Overdrive gesehen und gehört habe, bin ich eigentlich ganz optimistisch.
Ich hatte gestern eine Mail an die divibib geschrieben und folgende Antwort erhalten:
"vielen Dank für Ihre Nachricht.
Sobald uns neue Details zu den aktuellen Entwicklungen und zur Erreichbarkeit des Userforums vorliegen, werden wir Sie über die üblichen Kanäle informieren.
Freundliche Grüße"
Moin moin,
unser Verbund ist seit Jahren Kunde bei Overdrive für deutschsprachige Medien.
Die Lizenzen sind günstiger als bei divibib.
Kritisch sehe ich die EKZ als Kontakt, da meiner Meinung nach ein Telefonat selten zu Lösungen führt.
Nur das das Userforum nicht in erster Linie für Bibliotheksangestellte, sondern für USER, d.h. unsere Kundschaft gedacht ist (war?). Möchten wir wirklich, dass unsere, in dem Bereich durchaus auch ältere Leserschaft sich mit KI beschäftigt, um Probleme der Onleihe zu lösen?
Abgesehen davon war es immer ein Rückmeldeinstrument auch für Verbesserungsvorschläge, eben ein Kommunikationskanal zwischen Bibliotheken, divibib und Lesern. Das kann eine KI nicht ersetzen.
Auch das Bibforum mit sämtlichen archivierten Newslettern, Webinaren und sonstigen Informationen hängt da mit dran. Und alles, was dort nur mit Anmeldung über einen Bibliotheks-Account zu lesen war, ist nun nicht mehr zugänglich.
Ja. Auch wenn ich keine User kenne, die drin waren. Meistens mussten wir das machen und es war eine oft schnelle Hilfe vor dem Lösen eines langsameren Tickets. Unsere Onleihe-Nutzer sind überwiegend über 60, die friemeln sich nicht gerne durch Foren, die wollen einfach nur lesen. Warten wir mal ab. Im Forum löste sich so mancher Affektstau und verhinderte das Zertrümmern des iPhones. Vielleicht machen „sie“ nur die Schotten dicht, bist der Sturm vorüber ist. Vielleicht auch nicht.
Verstehen Sie bitte meine Aussagen zur KI nicht als Werbung, sondern als Beobachtung. Wertung ungleich „Mutmaßung über die Funktionslogik“.
Vom Support kam die Antwort, dasss die TEchnik an der Behebung dran ist. Seien wir mal gespannt.
Eine mißliche Situation für alle Beteiligten - es gilt wohl ein weiteres Mal „vielen Dank für gar nichts“!
Die Ursünde im Hinblick auf Monopole, Lock-In & Co. liegt aus meiner Perspektive im Zusammenfallen von Infrastruktur für den Leihverkehr und Verkauf der Lizenzen. Ideal wäre eine „systemisch neutrale“ Leihverkehrschnittstelle (Stiftung unter Leitung des dbv o.s.ä., finanziert von…), über die Verlage und Büchereien dann die Geschäfte machen könnten. Noch besser, wenn „Wiederverkäufer“, wie Buchhändler (keine Ketten), das auch machen könnten. Das würde die Gleichstellung zum gedruckten Buch voraussetzen. Naja, man wird ja noch träumen dürfen.
Das trifft ziemlich genau meine Gefühlslage. Von „Schreckensszenarien“ bis „entscheidende Verbesserungen“ halte ich alles für möglich, diese werden m.E. aber stärker davon abhängen, wie sich Bibliotheken und deren Interessenverbände positionieren und ggf. ihr Kaufverhalten anpassen, als alleine vom Verhalten des neuen Eigentümers.
Leider herrscht im ÖB-Wesen in D eine starke „kommunale Egozentrik“, die sich auch nicht so schnell ändern wird, obwohl es gerade beim Umgang mit digitalen Produkten und Dienstleistungen dringend nötig wäre, einheitliche und kostengünstige Strategien zu entwickeln, Kooperation und Verbünde zu gründen bzw. zu vertiefen, nicht nur aber AUCH in Hinblick auf zunehmende Sparzwänge.
Hier nur mal ein paar Stichworte:
- im ersten Schritt landesweite Verbünde wie in Hessen als Zukunftsmodell. Auf dem Weg dorthin könnten auch viele Onleihen fusionieren. Bei solchen Fusionen müssen Bestände/Lizenzen kumulativ zusammengeführt werden können.
- oder diesen Schritt gleich ganz überspringen: Wieso kann es in Zukunft nicht eine deutschlandweite Onleihe geben?
- auch wenn beides nicht gelingt, ein einziger, kooperativer Verbundkatalog wäre technisch heute schon leicht möglich
- erstmalige und/oder verbesserte Zugänge zu Buchtiteln, die bisher nicht oder zu schlechten Bedingungen angeboten wurden (z.B. Windowing)
- bessere inhaltliche und formale Erschließung
Zukünftige Lizenz- und Geschäftmodelle von Overdrive/divibib müssen ÖB nicht zwangsläufig schlucken, Widerstand und Verhandlungen sind möglich, auch wenn sie schmerzhaft und langwierig sein und uns Bibliotheken auch Opferbereitschaft abverlangen können. ÖBs spüren „nur“ den Druck ihrer LeserInnen, Unternehmen hingegen haben den existenziellen Druck, Umsätze und Gewinn zu machen. Dazwischen stehen die Verlage: Einige sehen das Modell des digitalen Verleihes als Chance, Umsatzbringer und Multiplikator, andere als Gefahr für ihre eigenen digitalen wie analogen Geschäftsmodelle. In solche Fällen können wir darüber rätseln, wieso sie dann überhaupt noch Lizenzen an die divibib/overdrive/ÖBs verkaufen?
Ohne Widerstand der ÖB in DACH bin ich mir sicher, dass so manch ein Verlag Lizenzmodelle an uns austesten wird um die Grenzen auszuloten, wie gut man die Kuh ÖB noch melken kann. In diesem Punkt haben sie mit divibib, overdrive, bookbot o.a. Anbieter strategische Verbündete: Schließlich lohnt es sich für beide, wenn Bibliothekslizenzen früher auslaufen, häufiger erneuert (=nachgekauft) werden müssen oder andere Rahmenbedingungen für Bibliotheken sich verschlechtern. Ich halte es für eine kolossale Fehleinschätzung, wenn man bei digitalen Inhalten die „Zwischenhändler“ dieser Inhalte für strategische Verbündete der Bibliotheken hält. Wenn der gleiche Umsatz und Gewinn (schließlich können sie die Etathöhe nicht beeinflussen) mit weniger Aufwand erzielt werden kann, dann wird die Strategie der Inhalteanbieter in diese Richtung gehen. Fürchten müssen sie nur Kaufzurückhaltung oder -verweigerung.
My word. Der Börsenverein könnte das zum Beispiel übernehmen und die Buchhändler – und zwar nur die Kleinen, bis zu einer bestimmten Größe – an dem Umsatz beteiligen.
Was soll das? Leben wir im Land der „Wohlfühlbuchhandlungen“, die kuschelig sind und keinen Gewinn machen sollen/dürfen? Sind inhalbergeführte, konzernunabhängige, „Ketten“/Filialbuchhandlungen wie Hugendubel oder Osiander somit außen vor und dürfen nicht mitspielen?