Gemeinsamer Bibliotheksverbund will die Bibliothek des Konservatismus ausschließen. Bestände sollen aus dem Verbund entfernt werden

Der Artikel ist hinter einer Paywall und nur zu lesen, wenn man die NZZ abonniert hat. Ich würde mich freuen wenn hier nicht nur Links gepostet werden sondern ein paar Worte dazu geschrieben wird: Warum ist das interessant, was steht drin, wer ist die Zielgruppe …

Für mich ist der lesbar auch ohne abo? Ich glaub die haben so ein Tageszugriff Limit. Dürfen wir Links posten, welche die Paywall umgehen?

Finde ich sehr gut und hoffe das wird nicht irgendwie von Gerichten gekippt.

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Da das alles öffentlich ist: Nein.

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Ich verstehe auf den ersten Blick nicht, welche drastischen Folgen das haben könnte. Der GBV weist doch nur Bestände nach. Das kann die Bibliothek ja problemlos über den eigenen OPAC machen nach meinem Verständnis.

Übersehe ich hier etwas?

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Es gäbe andere Möglichkeiten die aber eventuell nicht die angestrebte Sichtbarkeit hätten. Allerdings geht es weniger um ein sachliches Abwägen von Möglichkeiten und eher um den Aufbau Szenarios bei dem massiver öffentlicher Druck aufgebaut werden soll.

VG

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Wenn die Bibliothek nicht mehr im Verbund ist, ist auch keine Fernleihe mehr möglich. Für eine sachliche Auseinandersetzung ist immer auch Quellenstudium erforderlich. Diese politischen Animositäten sind unwissenschaftlich.

Ich glaube der Begriff “Animositäten” trifft es hier nicht. Damit dreht man um, wer hier was auf wessen Kosten nutzt.

Die BdK ist meiner Meinung nach eher ein Thinktank als eine Bibliothek. Bibliotheken stehen für Aufklärung und Wissensgewinn. Die Veranstaltungen, die die BdK anbietet (und per Podcast dokumentiert) zeugen von einem gesellschaftlichen Revisionismus, den ich in der Tat als “unwissenschaftlich” bezeichnen würde.

Aber das ist meine ganz eigene, subjektive Meinung.

Schönen Abend noch!

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Es ist immer noch legitim, konservative Ansichten zu vertreten. Genauso wie linke Ansichten.

Ich erwarte, dass diese intransparente Entscheidung des GBV juristisch gekippt wird.

Eine Bibliothek ohne Angabe von Gründen auszuschließen von Fernleihe und Forschung widerspricht dem Auftrag der Forschungs- und Meinungsfreiheit.
Mich würde es auch genauso stören, wenn eine queere oder eine der zahlreichen feministischen Bibliotheken ohne Angabe von Gründen ausgeschlossen werden würde.
Mir geht es um das Prinzip. Bibliotheken sollten nicht Opfer von Cancel Culture werden.

Es gibt einen offenen Brief vom Netzwerk Wissenschaftsfreiheit e.V. an die GBV-Zentrale.
Hier kann man den Brief unterzeichnen:

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Hier nochmal ein Link ohne Paywall. Hier werden auch diverse andere Quellen genannt, die sich zu diesem Thema geäßert haben: Bibliothek des Konservatismus: Aus dem Katalog gestrichen | taz.de

Dort wird nocheinmal erwähnt, das BdK auch im KOBV verzeichnet ist, plus einen Link zu einem Artikel 2024, in dem beschrieben wird wie die BdK sich dort reingeklagt hat, und wieso es sich hier nicht um einfachen Konveratismus handelt, sondern durchaus der Schulterschluss mit Rechtsextremen, wie zB der Identitären Bewegung, gesucht wird und entsprechende Veranstaltung mit als rechtsextrem eingestuften Personen(-Gruppen) durchgeführt und angeboten werden.

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Kann da gar nicht viel mehr hinzufügen, aber finde das vollkommen legitim so eine Einrichtung auszuschließen.

Das ganze als Cancel Culture zu bezeichnen ist halt auch wieder direkt lachhaft, die Bibliothek gibts weiterhin und wenn der Bestand Weiterhin online durchsuchbar sein soll, dann sollen die halt selbst ne Lösung finden wie zahlreiche andere Bibliotheken die nicht in Verbünden katalogisieren auch.

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Liebe Kolleginnen und Kollegen, es lässt mich etwas ratlos zurück, dass ein derartiger Aufruf zu einem offenen Brief geteilt wird, ohne dass einmal kurz zu Hintergründen recherchiert wird und die Behauptungen in diesem Brief einfach als Tatsachen gewertet werden. Wir haben Programme wie FakeHunter an unseren ÖBs und sollte die dort vermittelten Kenntnisse dann doch auch selbst anwenden.

Die Zeitung “Junge Freiheit” betreibt derzeit eine Kampagne für die Bibliothek des Konservatismus mit schrillem Ton (“Bücherverbrennung”, Cancel Culture usw.) und Falschbehauptungen. Und das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit, das dies aufgreift, ist auch kein ganz neutraler Akteur, wenn man sich einmal kurz personelle Überschneidungen anschaut. Und hat auch sonst ein ganz besonderes Verständnis von Wissenschaftsfreiheit: Zwei Begriffe der Wissenschaftsfreiheit

Was passiert denn tatsächlich, wenn die Bibliothek nicht mehr im Verbund katalogisieren kann: Sie muss eben selbst ein Bibliotheksmanagementsystem/einen OPAC betreiben oder kann diesen Service bei einem Dienstleister einkaufen. Wie so viele andere Bibliotheken auch. Niemand wird unsichtbar, gecancelt oder eingeschränkt. Und die Öffnungszeiten kann die Bibliothek auch selbst bestimmen.

Und die wenigsten Medien der Bibliothek sind Alleinbesitz, also auch der Zugang zu diesen Beständen oder die Fernleihe funktionieren weiter problemlos.

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Die BdK ist kein Think Tank, sondern als Bibliothek das zentrale Projekt der Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung. Sowohl diese Stiftung als auch ihr Gründer bzw die ihr nahestehenden Personen werden den “Neuen Rechten” bzw Rechtsextremen zugeordnet.

Die Junge Freiheit ist ein Medium, was von Politikwissenschaftler:innen den Neuen Rechten zugeordnet wird, mit Nähe zum Rechtsextremismus.

Immer wieder tauchen in diesen Zusammenhängen Mitglieder der AfD auf. Die AfD ist eine anerkannt rechtsextreme Partei und Demokratiefeindlich.

Demokratie bedeutet Diskussion, Toleranz, Gleichberechtigung und das Aushalten anderer Meinungen. Demokratie bedeutet nicht, einen Freibrief für Menschenverachtung zu erhalten. Demokratie muss wehrhaft sein. Sowohl der Staat muss das Grundgesetz achten, als auch sich jede:r Bürger:in im eigenen Umfeld demokratiefeindlichen Tendenzen entgegenstellen. Das ist unabhängig von der Zugehörigkeit oder Zugewandtheit irgendeiner demokratischen Partei.

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Genau wie von mir und auch schon anderen angemerkt, ist es irgendwie interessant wenn nicht sogar lustig, dass die BdK anscheinend sich nicht in der Lage sieht einen eigenen Katalog zu betreiben. Auch Fernleihe schafft die BdK nicht ohne den GBV? Mir scheint da liegt ein Personalmangel vor und finanzielle Probleme? Immerhin schaffen dies viele andere, und viele andere sehr viel kleinere Bibliotheken in diesem Land auch. Außerdem ist die BdK in zwei , oder sagen wir, war in zwei Bibliotheksverbünden, also im KOBV ist sie immer noch.

Zur Jungen Freiheit will ich gar nichts sagen, wer das für ein legitimes Papier hält, sollte vielleicht nochmal die eigene Informationskompetenz überdenken.

PS: ich würde erstmal eh nicht weiter diskutieren bis wir nicht eine Stellungnahme vom GBV haben. Niemand weiß bis jetzt warum die BdK rausgeschmissen wurde.

PPS: nachdem ich die Antworten dank hauseigenen Blogpost von Uwe jetzt lesen kann: wer denkt kleine Bibliotheken katalogisieren nicht selber und bauen keine eigenen Katalog auf sondern sind nur abhängig von Verbundskatalogen, der hat sich lange nicht mehr mit der Realität von Bibliotheken beschäftigt. Ich empfehle ein Praktikum in einer kleinen Bücherei.

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Dem Verfassungsschutz die Rolle der “Bekämpfung des politischen Gegners” zuzuordnen, lässt schon tief blicken. Das ist völlig verfehlt und ein bekanntes Narrativ demokratiefeindlicher Gruppen.

Man muss sich als neurechte Einrichtung schon auch Kritik gefallen lassen. Auch von Politikwissenschaftlern und anderen Menschen. Natürlich ist es nicht verboten, rechts zu sein. Gleichzeitig ist es aber auch legitim das “Rechtssein” zu kritisieren, abzulehnen und gegenzuhalten.

Und dass Demokratie lediglich das “geregelte Verfahren zur Abwahl einer Regierung” bedeutet, können Sie hier gern schreiben, das macht es nur nicht wahr.
Natürlich sind wir aufgerufen, die demokratischen Grundwerte unserer Verfassung zu verteidigen. Auch und im besonderen als Mitarbeitende von staatlichen Einrichtungen. Ich kann mich erinnern, dass ich bei meiner Einstellung in den ÖD einen Eid ablegen musste. Und das habe ich gern getan. Denn die Grundwerte sind viel mehr, als ein Verwaltungsablauf, wie Sie es hier beschreiben wollen.

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Eine Demokratie, die bedigungslose Toleranz gegenüber menschenverachten und demokratiefeindlichen Tendenzen walten lässt, kann schwerlich überleben, das haben wir schon gesehen, erlebt und ich dachte drauas gelernt. Das die sog. Neue Rechte einen Kulturkampf führt, das Wörtchen Konservatismus dort eine sehr große Rolle spielt, und genau das alles offen von sämtlichen rechten Akteuren, von AFD-Plotiker*innen bis offen rechtsextremen Gruppierungen wie die IB oder die einprozent-Leute, auch offen ausgesprochen wird, ist doch keine neue oder gar “linksextremistische” Erkentnis. Berichte, Aufklärung darüber, das ein großteil der Menschen die sich hier als “Konservativ” verkaufen, mit offen Rechtsextremen Gruppierungen zusammenarbeiten, gibt es zu Hauf auch aus vielen anderen Medienhäusern, hier von “anonymen Politikwissenschaftler**innen” zu reden überrascht mich doch sehr, bei der Fülle an Publikationen, Artikeln, Tv- und Dokubeiträgen aus wirklich diversen politischen Lagern (Gerne stelle ich eine Link- und Literaturliste zusammen, sollte diese Recherche zu anspruchsvoll für einen Bibliothekar erscheinen) Davor die Augen zu verschließen, gerade als öffentliche Institutionen wie Bibliotheken, halte ich für gefählich und dienlich für rechtsextreme Gruppierungen bei Ihrem Versuch, dieses Land in ein anderes zu verwandeln, weit entfernt von freiheitlich demokratischen Grundwerten. Diesen Kulturkampf von Rechts zu rechtfertigen oder gar zu unterstützen, erscheint mir nicht sonderlich demokratisch. Gleiches gilt übrigens für lange überholte Hufeisen-Ideen.
Wie schon vor mir gesagt: Es geht darum demokratische Grundwerte zu schützen, nicht darum diese umkehren zu lassen.
Was das jetzt genau mit einer juristischen Definition von der Aufgabe eines Verfassungsschutzes zu tun haben soll, scheint mir etwas am Thema vorbei zu gehen und die Realtität aus den Blick zu verlieren, welche Tragweite das hat. Wenn der Staat die Bürger so schützen muss, dann gibt das auch für Alle, und zwar unabhängig vermeintlicher Herkunft und Ariernachweis. Der Kulturkampf von Rechts schließt Leute aus, aus Gründen auf die sie keinen EInfluss haben. Das hat aktiv Auswirkungen auf betroffene Menschen, und auch diese müssen geschützt werden, nicht nur die armen Neurechten Personen, die noch ganz schön viel reden und publizieren, dafür das sie behaupten sie würden zensiert, während Übergriffe auf Personengruppen, die von diesen Kreisen als “Problem” gargestellt werden, immer weiter zunehmen.

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Ok, ich würde behaupten wir sind jetzt komplett vom Thema abgekommen und kommen mal wieder zurück auf den Boden der Tatsachen:

Die BdK ist nicht mehr im GBV

Niemand weiß warum weil der GBV noch keine Information dazu heraus gegeben hat

Die BdK wird nicht zensiert, weil sie exisitert weiterhin und darf auch weiterhin machen worauf sie Bock hat. Die BdK ist auch noch weiterhin im KOBV und wenn Sie sich sorgen um Zugang auf einen Online-Katalog macht, kann und sollte sie diesen einfach selbst einrichten, weil das einfach eine bibliothekarische Aufgabe ist zu der eine Bibliothek in der Lage sein sollte.

Nichts davon hat mit ‘Kulturkampf’ zu tun, oder Cancel Culture, oder Zensur.

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Nur mal zur eigenen Weiterbildung:

Durch restriktive Verfahren – ausgeübt vor allem durch staatliche Stellen – soll die frei zugängliche Information durch Massenmedien oder durch persönlichen Informationsverkehr eingeschränkt oder unterbunden werden, um den Diskurs zu kontrollieren, den freien Wettbewerb von Ideen zu unterbinden und die Verbreitung unerwünschter oder gesetzeswidriger Inhalte zu unterdrücken oder zu verhindern

“Zensur findet natürlich bereits statt, wenn man den Gegner noch am Leben läßt.” - Bitte was?!

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