Dann gehe ich es auch gerne mal durch:
Die Definition von Cancel Cancel hilft hier wenig weiter bzw. verweist sie auch auf vorgeworfene politische, moralische Verfehlungen. Das ist jedoch erst mal eine Interpretation und Setzung durch die Junge Freiheit und durch den Leiter der Bibliothek des Konservatismus, dass diese stattgefunden haben sollen. Worauf gründet sich diese Interpretation? Nur auf einer Kündigung eines Vertrags ohne Nennung eines Sachgrunds. Diese Interpretation wird dann aber einfach gegeben erachtet und dramatische Folgen skizziert (dass diese nicht auf Sachkenntnis beruhen, war schon Thema im Forum). Dies wird vom Netzwerk Wissenschaftsfreiheit aufgegriffen, basierend auf den ersten Informationen im Artikel in der Jungen Freiheit und davon abgeleiteten Artikeln.
Hätten die Unterzeichnenden des offenen Briefs tatsächlich einmal die Quellen studiert, wäre vielleicht aufgefallen, dass der Gründer und Herausgeber der Jungen Freiheit zugleich im Vorstand der Stiftung ist, die die Bibliothek trägt und finanziert. Transparenzhinweis auf einen Interessenkonflikt in der Jungen Freiheit? Fehlanzeige…
Hätten die Unterzeichnenden des offenen Briefs einmal in Unterlagen geschaut, wie in diesem Forum felix, wäre ihnen aufgefallen, dass die Bibliothek des Konservatismus gar kein Mitglied sein kann (wovon im Brief die Rede ist), sondern einfach Leistungen bezogen hat, die auch anderswo verfügbar sind.
Kurz: Die Unterzeichnenden sollten mehrheitlich Quellen prüfen können, warum sie es nicht tun, bleibt ihr Geheimnis.
Zum Begriff der Wissenschaftsfreiheit, den das Netzwerk vertritt, kann man diskutieren und eine Gegendarstellung ist legitim (auch wenn ich sie nicht überzeugend finde). Es reicht aber ein kritischer Blick auf die Stellungnahmen des Netzwerks, um ein deutliches Bild von den Standpunkten und den Zielen zu haben.
Ja, Meinungsvielfalt ist schwer zu ertragen, aber notwendig. Ich hätte die Beiträge von Uwe Jochum durchaus sichtbar gelassen, denn besser kann man antidemokratisches und neurechtes Scheinargumentieren und das Werfen von Nebelkerzen nicht illustrieren wie an seinen Beiträgen.
Und dass der Tag kommt, an dem sich Uwe Jochum einmal über “Closed Access” seiner Beiträge beschwert… Aber da hilft nur die Langmut eines selbsternannten Widerstandskämpfers: K10plus-Verbundkatalog - results/titledata
Frisch veröffentlicht beim gesichert rechtsextremen Verlag Antaios, unzensiert und nicht nur in der Bibliothek des Konservatismus auffindbar… (Aber überraschenderweise nicht Open Access …)