Gemeinsamer Bibliotheksverbund will die Bibliothek des Konservatismus ausschließen. Bestände sollen aus dem Verbund entfernt werden

Zur Einordnung einiger Aussagen (inkl. meiner eigenen): Der Autor der ausgeblendeten Posts veröffentlicht schon seit einigen Jahren Beiträge für u.a. die rechtsextreme Zeitschrift Sezession, Kontrafunk oder diverse Titel im Antaios-Verlag. Vergleiche des heutigen Bibliothekswesens zur Zensur in der NS-Zeit fallen hier leider auch nicht zum ersten Mal. Das darf er natürlich gerne tun, lässt einen aber durchaus befangen erscheinen.

Ich erwarte gespannt die Stellungsnahme vom GBV und wie es hier weitergeht, die fachliche Diskission fand ich bis dahin sehr spannend und kompetent geführt.

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Ohne die gesperrten Beiträge lesen zu können, ist die Diskussion hier nicht sachlich zu führen.

Definition Cancel Culture laut Duden:
„systematischer Ausschluss oder Boykott von Personen oder Organisationen aufgrund von vorgeworfenen [moralischen, politischen] Verfehlungen, um gesellschaftlichen Druck auszuüben“
Quelle: Cancel-Culture ▶ Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft | Duden

Zu Fake-News-Projekten in Bibliotheken:
Würde ein Schüler, Student oder Bürger zu mir kommen und hätte als einzige Quellen die taz und die Amadeu-Antonio-Stiftung anzubieten, würde ich ihm empfehlen, noch andere Quellen heranzuziehen. Der Text könnte sonst zu einseitig sein.
Ich gehe davon aus, dass die Akademiker, die den Brief unterzeichnet haben, durchaus in der Lage sind, Quellen zu bewerten.

Zu den angeblichen Zielen vom Netzwerk Wissenschaftsfreiheit. Beim Wiarda-Blog wurde - im Gegensatz zu hier- die Möglichkeit einer Gegendarstellung gegeben.
Die Gegendarstellung ist hier:

Ja, Meinungsvielfalt ist manchmal schwer zu ertragen. Ich weiß.

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Ich verstehe nicht, was daran so unzumutbar ist, wenn man auf einen Dialog in dem Rahmen der im Grundgesetz formulierten Grundsätze (Grundwerte), besteht?

Meinungsvielfalt gern. Hier werden jedoch permanent rechtsideologische Narrative verbreitet. Ich finde schon, dass sich die bibliothekarische Fachwelt darauf einigen kann und sollte, dass dies nicht Teil eines Diskurses sein kann.

Wir können alles diskutieren und dort gern unterschiedlicher Meinungen sein. Wenn die Meinung aber beständig durch antidemokratische Argumentationsmuster unterstützt wird, bewegen wir uns mindestens im Bereich des “trollens”.
Und da sage ich: Don’t feed the troll!

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Die BdK war streng genommen sowieso nie im GBV, sondern nur angeschlossen.
Am Verbund teilnehmen können nämlich nur Bibliotheken in staatlicher Trägerschaft. Bibliotheken mit anderer Finanzierung (wie die BdK, die allein spendenfinanziert ist), können auf Antrag und gegen Gebühr die Leistungen der Verbundzentrale nutzen. Einen Anspruch darauf haben sie meines Erachtens genauso wenig wie ich mit meiner privaten Büchersammlung.

Entsprechend kann sie auch gar nicht rausgeworfen werden, die VZG hat nur offenbar den Vertrag gekündigt.

Quellen:

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Dann gehe ich es auch gerne mal durch:

Die Definition von Cancel Cancel hilft hier wenig weiter bzw. verweist sie auch auf vorgeworfene politische, moralische Verfehlungen. Das ist jedoch erst mal eine Interpretation und Setzung durch die Junge Freiheit und durch den Leiter der Bibliothek des Konservatismus, dass diese stattgefunden haben sollen. Worauf gründet sich diese Interpretation? Nur auf einer Kündigung eines Vertrags ohne Nennung eines Sachgrunds. Diese Interpretation wird dann aber einfach gegeben erachtet und dramatische Folgen skizziert (dass diese nicht auf Sachkenntnis beruhen, war schon Thema im Forum). Dies wird vom Netzwerk Wissenschaftsfreiheit aufgegriffen, basierend auf den ersten Informationen im Artikel in der Jungen Freiheit und davon abgeleiteten Artikeln.

Hätten die Unterzeichnenden des offenen Briefs tatsächlich einmal die Quellen studiert, wäre vielleicht aufgefallen, dass der Gründer und Herausgeber der Jungen Freiheit zugleich im Vorstand der Stiftung ist, die die Bibliothek trägt und finanziert. Transparenzhinweis auf einen Interessenkonflikt in der Jungen Freiheit? Fehlanzeige…

Hätten die Unterzeichnenden des offenen Briefs einmal in Unterlagen geschaut, wie in diesem Forum felix, wäre ihnen aufgefallen, dass die Bibliothek des Konservatismus gar kein Mitglied sein kann (wovon im Brief die Rede ist), sondern einfach Leistungen bezogen hat, die auch anderswo verfügbar sind.

Kurz: Die Unterzeichnenden sollten mehrheitlich Quellen prüfen können, warum sie es nicht tun, bleibt ihr Geheimnis.

Zum Begriff der Wissenschaftsfreiheit, den das Netzwerk vertritt, kann man diskutieren und eine Gegendarstellung ist legitim (auch wenn ich sie nicht überzeugend finde). Es reicht aber ein kritischer Blick auf die Stellungnahmen des Netzwerks, um ein deutliches Bild von den Standpunkten und den Zielen zu haben.

Ja, Meinungsvielfalt ist schwer zu ertragen, aber notwendig. Ich hätte die Beiträge von Uwe Jochum durchaus sichtbar gelassen, denn besser kann man antidemokratisches und neurechtes Scheinargumentieren und das Werfen von Nebelkerzen nicht illustrieren wie an seinen Beiträgen.

Und dass der Tag kommt, an dem sich Uwe Jochum einmal über “Closed Access” seiner Beiträge beschwert… Aber da hilft nur die Langmut eines selbsternannten Widerstandskämpfers: K10plus-Verbundkatalog - results/titledata

Frisch veröffentlicht beim gesichert rechtsextremen Verlag Antaios, unzensiert und nicht nur in der Bibliothek des Konservatismus auffindbar… (Aber überraschenderweise nicht Open Access …)

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Klage gegen den GBV ist gescheitert.

Quelle: Rechtswegbeschwerde der Förderstiftung konservative Bildung und Forschung erfolglos | Nds. Oberverwaltungsgericht

Zitat:

Die dagegen gerichteten Beschwerden hat der 1. Senat des Oberverwaltungsgerichts mit Beschlüssen vom heutigen Tage zurückgewiesen und sich in vollem Umfang der Begründung des Verwaltungsgerichts angeschlossen. Da die Stiftung nicht dem Nutzerkreis angehöre, dem der GBV nach seiner Zweckbestimmung dienen solle, könne sie sich nicht darauf berufen, dass die Entscheidung über den Zugang nach Maßgabe des öffentlichen Rechts erfolge.

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Konservativen und Anderen wird das Genügen, Rechten nicht. Gerichtsbeschlüsse sind in gewissen Dingen anfechtbar, mir genügt diese Argumentation.

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Dass die Klage gescheitert sei, stimmt so pauschal leider auch nicht.

Das Verwaltungsgericht und das Oberverwaltungsgericht haben nur beide festgestellt, dass das kein Fall für Verwaltungsgerichte ist. Die wären - vereinfacht ausgedrückt - zuständig gewesen wären, wenn ein Über-/Unterordnungsverhältnis vorgelegen hätte (oder wenn beide Seiten staatlicher Natur gewesen wären). VG und OVG haben aber festgestellt, dass zwischen BdK und VZG ein ganz schnöder Dienstleistungsvertrag bestanden hatte, bei dem beide Seiten gleichberechtigt auftraten und den die VZG gekündigt hat.
Deshalb ist die Klage der BdK vor den Verwaltungsgerichten gescheitert. Eine Klage vor den ordentlichen Gerichten (Amtsgericht, Landgericht, Oberlandesgericht) ist weiterhin möglich (auch wenn ich persönlich sie für wenig erfolgversprechend halte).

Es bleibt also spannend.

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Also ich persönlich hab ja kein Bock mehr auf “spannend” in dem Themenbereich :-/

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Auch der Eilantrag vor dem Landgericht ist mittlerweile gescheitert: Bibliothek des Konservatismus bleibt draußen – Gericht weist Eilantrag ab (Paywall)

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Gibts dann noch ein Gericht, vor das die BdK ziehen kann, oder ist die Sache damit rechtlich erledigt und die “spannend”-Epoche vorbei?

Es ist ja nur ein Eilantrag, das Haupsacheverfahren vor dem Landgericht läuft noch. Im Artikel wird auf Frühjahr für eine Entscheidung hingewiesen und auch dann wäre noch eine Berufung möglich.

Und davor können sie auch noch Rechtsmittel einlegen gegen den Beschluss, mit dem der Eilantrag zurückgewiesen wurde.

Ein Update dazu aus der Zeit Rechter Thinktank: Ein Fall von Vandalismus | DIE ZEIT

Zitat:

Die ZEIT hat nun die Gründe dafür erfahren, dass der neurechten Bibliothek gekündigt wurde: Mitarbeiter der BdK haben seit März 2025 in dem Bücherkatalog 143 Löschungen und Datenmanipulationen vorgenommen – teilweise an Werken, die gar nicht aus ihrem eigenen Bestand stammen. Ein klarer Verstoß gegen die Regularien des Verbunds.

Mal machten BdK-Bedienstete aus der Spiegel-Journalistin Lisa Duhm eine »Lisa Dumm«. Damit versuchten sie, Duhms Sachbuch Sie sind überall: Gegen Faschismus in deinem Feed zu diffamieren. Bei anderen Werken löschten die rechten Bibliothekare Schlagwörter, die Bücher waren damit schwerer auffindbar. Oder sie fügten stark wertende rechte Kampfbegriffe und Verschwörungserzählungen wie »Gender-Gaga«, »Verdummung«, »Klimaschwindel« oder »Bevölkerungsaustausch« als Schlagworte hinzu.

Bei bisher neutralen Einträgen ergänzten BdK-Mitarbeitende zudem politische Kommentare, wie beispielsweise bei einem Aufsatz des Correctiv-Chefredakteurs Justus von Daniels über die Nachwirkungen seiner Recherche zum »rechten Geheimtreffen in Potsdam« in den Frankfurter Heften. Den Zeitschriftenbeitrag ergänzten sie mit den Schlagworten »Verschwörungstheorie«, »Falschmeldung«, »Propaganda« oder »Zeitungsente« und einer Verlinkung zum Thema auf den rechten Blog Tichys Einblick.

Und da wird noch weiteres aufgelistet. Demnach ist es ein Problem an dem die BdK selbst schuld ist und war.

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Unfassbar. Ohne Worte.

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Für unseren Berufsstand einfach nur beschämend. Datenmanipulation ist echt das Letzte.

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Was zum Teufel. Ich bin sprachlos. Nicht nur beschämend, sondern auch gefährlich. Bei allem Weiteren was mir so dazu einfällt, muss ich mir echt auf die Zunge beißen.

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Wäre nur schön gewesen, wenn diese Info früher kommuniziert worden wäre. Selbst wenn aus rechtlichen Gründen die Verantwortlichen nicht benannt hätten werden dürfen: Eine Meldung des GBV, dass die Manipulation von Daten festgestellt wurde, mit einem Hinweis, hier die Augen offen zu halten, wäre für die Community hilfreich (gewesen). Mal davon abgesehen, dass die Nennung des eigentlichen Kündigungsgrundes auch verhindert hätte, dass sich das rechte Spektrum mal wieder als Opfer von Meinungsunterdrückung darstellt - welche Ironie in gerade diesem Zusammenhang.

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Ich hoffe, der heilige Laurentius von Rom, der ja als Schutzpatron der Bibliothekare gilt, erscheint denen im Traum und prügelt sie alle miteinander durch. Solch ein Verhalten ist unfassbar und wäre bei absolut keiner politischen Einstellung zu tolerieren. Nicht rechts, nicht links, nicht oben und nicht unten. Sowas tut man einfach nicht.

Danke fürs Posten!

Es hilft, sich immer vor Augen zu halten, dass die allerallermeisten Vorwürfe von rechts einfach Projektion sind :slightly_smiling_face: .

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