Vortrag und Austausch zur Studie "Junge Menschen in öffentlichen Bibliotheken"

Der dbv Baden-Württemberg lädt herzlich ein zum Online-Vortrag am

Mittwoch, 09. September 2026

von 14:00 bis 16:00 Uhr.

Prof. Dr. Ulrich Deinet (Institut für sozialraumorientierte Praxisforschung und Entwicklung e.V.) sowie Prof. Dr. Thomas Meyer (Institute for Science and Markets an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart) präsentieren die Ergebnisse der aktuellen Studie „Junge Menschen in öffentlichen Bibliotheken“.

Link zur Veranstaltung

Link zur Studie

Die empirische Untersuchung zeigt eindrucksvoll, dass Bibliotheken für 14- bis 21-Jährige weit mehr sind als reine Wissensorte: Sie fungieren als soziale Treffpunkte, Lernräume und wichtige „dritte Orte“, an denen junge Menschen sich wohlfühlen und den Alltag erleben. Die Studie verdeutlicht, wie Bibliotheken Bildungsungleichheiten ausgleichen können und Entwicklungschancen eröffnen, indem sie jungen Menschen Zugang zu Ressourcen und Unterstützung ermöglichen – gerade in Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe.

Im Anschluss an den Vortrag gibt es Raum für einen lebendigen Austausch mit den Autoren – eine Gelegenheit, Fragen zu stellen und gemeinsam über Zukunftsperspektiven für öffentliche Bibliotheken in Bezug auf junge Menschen zu diskutieren.

Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich finde es sehr schade an diesem Vortrag nicht teilnehmen zu können, da mir beim Versuch den Raum zu betreten, gemeldet wird es sei voll. Dies stand leider nicht in Ihrem Text zur Bewerbung der Veranstaltung. Ich finde dies sehr enttäuschend. Man hätte erwähnen können, dass nur eine begrenzte Anzahl an Plätze zur Verfügung stehen, wenn es ohne Anmeldung läuft.

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Hallo in die Runde,

leider hab ich die gleiche Erfahrung gemacht bei dem Versuch, den Raum zu betreten.

Ich hoffe jetzt mal auf eine Bereitstellung des Vortrags. :grinning_face_with_smiling_eyes:

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Ich hätte ebenfalls gern teilgenommen - Ich habe die Studie jetzt mal komplett gelesen und bin ein bisschen ernüchtert.

Ich finde die Studie grundsätzlich sehr spannend, gerade weil sie Bibliotheken als Lern-, Aufenthalts- und Sozialräume für junge Menschen betrachtet. Bei einigen Schlussfolgerungen würde ich aber durchaus etwas vorsichtiger formulieren bzw die Kirche im Dorf lassen.

Von 426 befragten jungen Menschen wurden 355 direkt in Bibliotheken und nur 71 in Jugendeinrichtungen befragt. Die Studie sagt damit vor allem viel darüber aus, wie junge Menschen Bibliotheken erleben, die bereits einen Zugang haben. Weniger klar beantwortet wird die Frage, ob Bibliotheken für junge Menschen insgesamt relevante „Dritte Orte“ sind.

Genau hier liegt für mich der blinde Fleck: Es fehlt weitgehend bzw komplett die Perspektive der Jugendlichen, die weder Bibliotheken noch Einrichtungen der Jugendarbeit nutzen und ihre sozialen Räume und Communities ganz woanders finden – etwa im Sport, im öffentlichen Raum, in Gaming-Communities oder auf Social Media. Gerade aus jugendkultureller Sicht wäre diese Gruppe besonders interessant.

Auch der formulierte „Ausgleich von Bildungsungleichheiten“ erscheint mir ein bisschen zu weit gefasst. Die Studie zeigt wunderbar auf, dass Bibliotheken Ressourcen, Lernorte und Unterstützung bereitstellen können. Einen tatsächlichen Ausgleich von Bildungsungleichheiten weist sie meines Erachtens aber gar nicht nach - eher das vorhandene Potential.

Für mich schmälert das aber die Studie nicht. Die Ergebnisse liefern gute Argumente dafür, Bibliotheken stärker als soziale und jugendkulturelle Räume zu denken. Ich würde nur vermeiden wollen, aus einer überwiegend bereits bibliotheksaffinen Stichprobe eine Aussage über junge Menschen insgesamt abzuleiten. Vielleicht wäre für die Zukunft gerade besonders spannend wer nicht in die Bibliothek kommt – und was müsste passieren, damit dieser Ort auch für diese Jugendlichen relevant werden kann.

Beste Grüße!

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Liebe Kolleg*innen,

vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Veranstaltung und bitte entschuldigen Sie die entstandenen Unannehmlichkeiten! Leider hatten wir den Zulauf einer deutschlandweiten Veranstaltung unterschätzt - das wird uns aber nicht noch einmal passieren. Die Veranstaltung kann hier nachgeschaut werden: https://www.youtube.com/watch?v=s0XQM7UiPFM&feature=youtu.be. Ich hoffe, das entschädigt Sie zumindest ein bisschen.

Beste Grüße

Hanna Schubert (politische Referentin dbv LV Baden-Württemberg)

Vielen Dank für Ihr ausführliches Kommentar zu unserer Studie! Sie haben Recht, eine umfangreichere Studie mit Jugendlichen, die nicht in die Bibliothek kommen, würde sicherlich auch interessante Ergebnisse liefern, besonders in Bezug darauf, wie Bibliotheken attraktiver für alle werden können. Leider ist der Umfang der Studie auch immer von den Mitteln begrenzt, die der Auftraggeber zur Verfügung hat.

Wir hoffen, Sie können die Studie als Argumentationsmittel nutzen, um vor Ort die Interessen Ihrer Bibliothek zu vertreten!