Umsatz, Effizienz und co - gibt es aktuelle Kennzahlen?

Liebe Kolleg:innen,

ich bin derzeit damit beschäftigt, die Zahlen für den Bestandsaufbau 2026 vorzubereiten. Das ließ mich nochmals zum Thema Umsatz etc. recherchieren. Besonders zum Umsatz finde ich nur Kennzahlen von 1999, die noch von Herrn Umlauf stammen.

Nun hat sich die Welt ein paar Mal weitergedreht und ich frage mich, ob z.B. ein Umsatz von 3 - 5 für Sachliteratur noch zeitgemäß ist? Hat da jemand aktuellere Kennzahlen, die im besten Fall aus der bibliothekarischen Lehre stammen?

Besten Dank und Gruß

Tobias Weiß aus Pankow

Lieber Tobias,
die aktuellesten Informationen, die mir einfallen, sind aus einem Artikel dazu aus der ProLibris (Biblitohekszeitschrift aus NRW).
Hier der Link: https://www.bibliotheken-nrw.de/wp-content/uploads/2024-3-ProLibris-web_DS.pdf

Der maßgebliche Artikel steht auf Seite 116 ff.

Liebe Grüße,

Claudia

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Vielen Dank dafür. Effizienzwerte nutzen wir bereits für die Analyse.
Mir stellt sich aber konkret die Frage, ob es aktuellere Zahlen zum Umsatz gibt? Das Mediennutzungsverhalten hat sich ja in den letzten 26 Jahre durchaus geändert. Ein erwünschter Umsatz von 3 - 5 bei der Sachliteratur erscheint mir heutzutage zu hoch gegriffen.

Oder täusche ich mich?

Ich stimme dir zum einen zu und wäre auch sehr interessant da mal aktuellere Zahlen zu haben.

In Bayern gibt’s auch “nur” die Effizienzanalyse die mir einfällt https://www.oebib.de/medien/medienmanagement/bestandspflege , aber Umsatz kenn ich nichts aktuelles.

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Wo man mal “spicken” kann: https://www.oebib.de/bibliotheken/statistik/landesstatistik-2024 und da im Materialienkasten unter Kennzahlenanalyse. Die bayerischen Zahlen kommunaler öffentlicher Bibliotheken ohne Großstädte sind aber noch von 2024 und stellen den Ist-Stand dar.

Ohne Nachweis: Sachbuch-Umsatz würde ich im Soll mit ca. einmal pro Jahr ansetzen, da oft noch Literatur vorhanden ist, die vielleicht doch erhalten bleiben sollte, auch wenn die Entleihungen nicht üppig sind (z. B. Regionalliteratur).

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Danke. Spannend. Wahrscheinlich ist es sinnvoll, auf das eigene System zu gucken und dann selbst zu definieren, wo man die Grenzen für gute / schlecht Bestandsnutzung zieht.

Das wäre auch meine Empfehlung. Bei Sachbüchern ist 2 schon sehr erfreulich - dieselbe Zahl wäre bei Romanen eher ein Makulierungskriterium.

Am besten ist, die eigenen Zahlen/Umsätze im Auge behalten; wir führen seit Ewigkeiten eine fortlaufende Liste. Und dann sollte auch im Hinterkopf behalten werden, was man mit den Zahlen bzw. Ergebnissen denn bezwecken will? Wenn Regalleichen entsorgt werden sollen, die Zahlen also lieber etwas höher ansetzen :slight_smile:

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Hallo!

Wer über den Jahreswechsel Lust und Zeit hat, kann sich ja mal mit der Kennzahlenbroschüre des ÖBV beschäftigen: Die Broschüre des BVÖ bietet ein praktisches Hilfsmittel im Umgang mit Kennzahlen in der Bibliothek:

Nichts neues, aber schön erläutert.

Sonst bin ich gespannt, was in Heilbronn nach Corona, Umbau und nun einem kompletten Jahr “normalem” Betrieb in der Statistik 2025 rauskommt. Gut besucht sind wir ja, ob auch gut entliehen wird? Und was heißt heute noch “gut” - das ist auch für uns eine Frage!

Guten Start ins Neue Jahr!

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Definitiv nicht mehr nur der reine Blick und die Verkrampfung auf Ausleihzahlen.

Dem “Kundenbedarf” mehr Gehör schenken und die Definition der Bibliotheksexistenz in den Vordergrund stellen.

Naja… In Berlin z.B. unterliegen die Bibliotheken der Kosten- und Leistungsrechnung. Ausleihen sind somit bares Geld, weil als Produkt definiert.

Insofern sind hier die Ausleihzahlen schon sehr wichtig.

Ausleihzahlen ≠ Nutzungszahlen (Besuchende, Lernende etc. pp.) Wenn sich rein nach Ausleihzahlen definiert werden muss, ist dies ein Trauerspiel (die Bibliotheken selbst können i.d.R. aber selbst nichts dafür).

Es gibt noch die Produkte „Anzahl Besuche“ und „Anzahl Veranstaltungsteilnehmer“.

Es beruht also nicht einzig auf den Entleihungen. Aber sie sind ein Faktor, den wir zumindest in Berlin nicht vernachlässigen können bzw. vielleicht höher gewichten müssen als in anderen Bibliothekssystemen.