Stille Stunde

Hallo,
mich würde interessieren, welche Erfahrungen öffentliche Bibliotheken mit der Einführung einer Stillen Stunde gemacht haben. Wir sind gerade dabei, selbige zu konzipieren und haben dabei einige Fragen:
Welche Vorüberlegungen gab es bei Ihnen und wie waren und sind dann die Erfahrungen? Welcher Turnus und welche tatsächliche Länge bietet sich beispielsweise an. Wie informiert man alle anwesenden Besucher*innen während der stillen Stunde über die “Aktion”? Was ist, wenn Menschen (vielleicht auch ungewollt, weil kognitiv eingeschränkt) sich nicht an die Vorgaben halten (können) und dennoch “laut” sind?

Was können wir von Bibliotheksseite alles unternehmen (Telefone und Scanner aus, keine Durchsagen…?)
Ich freue mich über den Austausch.

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Hallo Stabimag,

ich habe Ihren Beitrag mit großem Interesse gelesen. Ich studiere derzeit Bibliotheks- und Informationswissenschaft und plane, meine Bachelorarbeit über genau dieses Thema zu schreiben: die Übertragung des Konzepts der „Stillen Stunde“ aus dem Einzelhandel auf den Bibliothekssektor, oder so etwas in der Richtung.

Da Sie gerade in der Konzeptionsphase stecken, fände ich einen Austausch oder eine Kooperation extrem spannend. Hätten Sie eventuell Interesse an einem Austausch, um zu schauen, ob wir hier Synergien nutzen können?

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Ehrgeiziges und interessantes Projekt! Ich bin total gespannt, wie sich das bei Ihnen entwickelt.

Ich habe einen Tipp für Sie: Vor 2 Jahren habe ich an einem Vortrag von Gabriele Fahrenkrog (damals TIB Hannover) teilgenommen, in dem es um Autismus und Bibliotheken ging. Sie empfahl damals zusätzlich zu dem von Ihnen genannten, künstliche Lichtquellen soweit es geht zu eliminieren, da sie oft als grell wahrgenommen werden. Kopfhörer und Sonnenbrillen fallen einem da auch noch ein, haben die Betroffenen aber meist selbst schon. Mir schien es, als ob G. Fahrenkrog tief in diesem Themenkomplex drin ist (also nicht Stille Stunde, sondern Aut.+Bibl. allgemein), da sie Bibliothekarin und zugleich Betroffene ist – vielleicht ist sie offen für eine Kontaktaufnahme? Die Mailadresse lässt sich sicher herausfinden.

Eine Bemerkung kann ich mir nicht verkneifen, denn das scheint mir ein sehr unbeherrschbarer Faktor an der Sache zu sein: Kann man den KundInnen, für die die Stille Stunde eingeführt werden würde, überhaupt Garantien machen? Gehen die KollegInnen während der Stunde durch die Räume, das Bibliothekarinnen-„PSCHT!“ auf den Lippen, wenn sie andere KundInnen im Gespräch oder am Handy „ertappen“? Ich hätte Angst, zu viel zu versprechen … aber ich bin auch „fein raus“, da eher ruhige WB …

Grüße,
hcaf (sie / ihr)