Hallo,
wie handhaben andere Bibliotheken die Kontrolle der von Lesern zurück gegebenen Gesellschaftsspiele? Bei uns werden die Spiele auf dem Ausweis des Lesers belassen, ggf. einige Tage verlängert. Dann gehen sie zur Kontrolle ins Office und werden in den nächsten Tagen 2x von unterschiedlichen Personen gezählt. Dann geht ggf. das Telefonieren mit Lesern wegen fehlender Teile los.
Ich habe inzwischen außer unserer “Lösung” schon alles gehört: Von der Fremdvergabe der Kontrolle (!) über das Wiegen bis zu gar keiner Kontrolle…
Wir sind eine Bibliothek mit 40.000 ME und haben inzwischen weit über 100 Spiele.
bei uns (etwa gleichgroße ÖB) buchen wir die Spiele ganz normal zurück (letzter Ausleiher lässt sich ja einsehen) und nach und nach gleich an der Theke gezählt. Eine zweite Zählrunde kommt nur, wenn bei der ersten Zählung etwas nicht gestimmt hat. Wir haben über 300 Spiele und das klappt eigentlich gut. Ganz selten, dass etwas falsch gezählt wird.
Falls etwas nicht zurückgegeben wurde und ggf. von Personal nachtelefoniert werden muss, verlangen wir eine kleine Bearbeitungsgebühr
Ja, es dauert schon seine Zeit aber könnte schlimmer sein. Das mit dem Wiegen habe ich auch schon gehört, haben wir aber noch nicht ausprobiert.
wir haben als kleine Bibliothek (25.000 Medien) 533 Spiele und damit im letzten Jahr 5333 Ausleihen erzielt. Wir haben die Spiele mit einem Aufkleben versehen “Bitte das Spiel VOR der Ausleihe zählen”, was aber natürlich die meisten doch nicht machen. Wir lassen die Spiele ebenfalls von zwei Personen möglichst zeitnah nach der Rückgabe zählen. Wenn etwas fehlt, buchen wir das Spiel wieder auf das Konto des letzten Entleihers und benachrichtigen ihn. Wenn das Teil nicht gefunden wird, wird eine Gebühr erhoben, und wir versuchen, bei den Verlagen Ersatz zu bekommen. Da das Spiel auf dem Ausleihkonto bleibt, ist der Druck, das Fehlende doch zu finden, einigermaßen groß. Unser Modell klappt nur, weil wir zwei Schülerinnen als Aushilfen mit zusammen 5h pro Woche auf Minijobbasis (fast) nur fürs Zählen engagiert haben.
Auch wir , Stabü Heppenheim (ca. 33.000 Medien, davon 520 Spiele mit durchschnittlich 10 Ausleihen pro Jahr) haben den Spielekarton mit dem Hinweis: Vor dem Entleihen bitte auf Vollständigkeit prüfen versehen.
Bei der Rückgabe zählen wir, wenn es der Betrieb zulässt, sofort. Sollte etwas fehlen oder kaputt sein bekommen die Kunden das Spiel wieder mit und müssen selbst für Ersatz sorgen.
Aufwendig, funktioniert aber bestens (ist natürlich auch ein bisschen “Erziehung”)
Spiele nur an der Theke abzugeben mit gleichzeitigem Wiegen mit einer genauen Waage ist gar nicht mal so doof.
Wenn das vom vorher eingetragenen Gewicht des vollständigen Spiels NICHT abweicht, ist die Wahrscheinlichkeit das was fehlt äußerst gering. Da müsste dann schon stattdessen etwas mit dem genau gleichen Gewicht drin sein. Vergleichsweise unwahrscheinlich.
In den ganz wenigen Fällen wo es dann abweicht, kann man dann entweder kurz direkt reinschauen oder den/die Kund/in kurz warten lassen um sich die Scherereien im Nachgang ganz zu sparen.
Klar, es geht auch darum ob ggf. Karten beschädigt sind oder so, aber das ist vergleichsweise schnell kontrolliert - aber wenn ich drandenke, wieviel Zeit fürs Durchzählen von Spielsteinen und Karten drauf geht.. Das spart man sich dadurch.
Und so teuer ist so ne halbwegs taugliche Brief/Päckchenwaage auch nicht.
wir buchen die Spiele zurück (auch in unserem System sieht man den letzten Benutzer) und am nächsten Tag zählen wir die Spiele.
Wenn alles stimmt erfolgt das Zählen nur einmal.
Alle Spielkartons besitzen einen Aufkleber, mit dem Vermerk "Spiel wurde auf Vollständigkeit überprüft! und zusätzlich werden die Spiele mit Band verschlossen. Das klappt sehr gut.
Das Aufwendigste ist die Reinigung der Spiele
bevor ich hier in Rottenburg angefangen habe, haben es Ehrenamtliche, Azubis oder Praktikanten gezählt. Ich habe das abgeschafft. Wieso? Ganz einfach: Der Aufwand in dieser Zeit ist nicht gerechtfertigt. So viele Stunden mit zählen verbringen, da kann man wichtigere Sachen machen. Und was ist, wenn man was fehlt? Dann kann man gucken, ob es ohne das Teil geht oder ordert es direkt über die Verlage nach. Ganz oft schicken sie einen die Teile kostenlos zu (Ravensburger macht das). Andere wollen nur, dass man einen Brief mit der Bestellung zusendet und einen vorfrankierten Brief dazulegt oder mal 1 bis 2 Euro für ein Teil. Was kommt im Jahr zusammen? Keine 50 Euro! Also ich empfehle es nicht zu zählen und die Zeit sinnvoll zu nutzen. Denn wer zählt schon gern ein Spiel wie Risiko und wenn da eine Figur fehlt, was ist dann? Kann man drauf verzichten
wir haben die Kontrolle der Spiele lange Zeit den Ausleihenden überlassen. Dies funktionierte irgendwann nicht mehr, da auch bei neuen Spielen sofort Teile fehlten.
Im Betrieb werden die Spiele nach der Rückgabe gezählt und bei Vollständigkeit versiegelt, was möglich ist, da ein Großteil unserer Ausleihen über Automaten erfolgt. Fehlt ein Spielteil, überprüft eine Kollegin dies erneut.
Anschließend wird das Spiel wieder auf den letzten Ausleiher verbucht (alte Frist und alte Konditionen, z. B. nicht mehr verlängerbar). Die Mahngebühren laufen weiter, bis die Vollständigkeit wiederhergestellt ist. Dies geschieht in zwei Fällen: Das fehlende Teil wird zurückgebracht oder bezahlt. Ist ein Spielteil nicht mehr bestellbar und das Spiel dadurch unspielbar, muss das gesamte Spiel ersetzt werden.
Bei etwa 300 Spielen haben wir 2-5 Fälle von fehlenden Teilen pro Woche, wobei diese sich auf wenige Personen konzentrieren. Irgendwann kennt man seine „Problemfälle“.
Aktuell ziehen wir in Betracht, aufgrund des hohen Nachbearbeitungsaufwands Personen, bei denen immer wieder Probleme auftreten, von der Spiel-Ausleihe auszuschließen.
Insgesamt sind wir der Meinung, dass sich die Arbeit mit dem Zählen lohnt, da zuvor viele Spiele schon nach kurzer Zeit nicht mehr nutzbar waren.
Zählen lohnt sich. Spieleteile bei denen die Anzahl unerheblich ist werden von uns zwar in der Inhaltsangabe aufgeführt, jedoch mit dem Zusatz „nicht zählen“. Das hält den Aufwand in Grenzen. Tja, und Spiele mit zuviel „Kleinkram“ schaffen wir gar nicht erst an.
Ich habe mal in einem Workshop zu Brettspielen in Bibliotheken gehört, dass das mit der Waage zwar eine gute Idee ist, allerdings in der Praxis leider daran scheitert, dass schon aufgrund wechselnder Luftfeuchtigkeit Unterschiede im Gewicht festzustellen sind. Allerdings habe ich das auch nicht ausprobiert.
Klar. Man muss halt schauen, ab welcher Abweichung man sofort reinschaut.
Wenn ein Spielstein fehlen sollte, macht sich das bemerkbar.
Bei sowas wie Spielkarten ist aufgrund des geringen Gewichts natürlich keine 100% Gewissheit möglich, u.a. wegen diesen umweltbedingten Abweichungen.
Aber es nimmt einem immerhin das Thema Priorisierung ab.
Und wenn direkt Gewicht im zweistelligen Gramm-Bereich fehlt, schaut man eben direkt rein und kann den Kunden halt noch direkt in der Bibliothek abfangen und darauf hinweisen.