Wer von euch liest denn bei Neuerscheinungen die Rezensionen um zu entscheiden, welche Bücher gekauft werden? Ich lese ja meist nur die Rezensionen in bub…
Nun habe ich aber die IFB entdeckt, Informationsmittel für Bibliotheken. Ich kannte sie bisher nicht. Nutzt die jemand und kann mir etwas dazu sagen? Informationsmittel für Bibliotheken
Infos zu „Informationsmittel für Bibliotheken“ findest Du unter Informationsmittel für Bibliotheken – Wikipedia. Sonst lohnt sich eine Suche im Datenbank-Infosystem (https://dbis.uni-regensburg.de/), meiner Erinnerung gibt es eine Datenbank, die fachübergreifend mit Rezensionseinträgen dient.
Ansonsten kommt es immer auf die jeweilige Wissenschaft an, wo Rezensionen angeboten werden, in Zeitschriften, in Webseiten (https://www.recensio.net/ ist ein historisches Beispiel) oder auch in Mailinglisten (h-soz-u-kult ist ein Beispiel für geschichtliche Rezensionen, die über die Mailingliste gepostet werden)
Ich bin für Sozialwissenschaften zuständig und finde Rezensionen im Feuilleton der großen Tageszeitungen oft ganz nützlich. Ich finde es zudem gut, die Literatur zu haben, über die in den öffentlichen, gesellschaftlichen Debatten geredet wird, auch wenn es vlt. nicht immer Peak Wissenschaft ist.
Allerdings ist das nur ein kleiner Strang der Auswahl, das meiste passiert dann doch über schlichte Neuerscheinungslisten.
Ich arbeite an der Sporthochschule und unser Fachreferent trifft die Entscheidung welche Medien wir erwerben und welche nicht. Er nutzt oft den Speiszettl, um mir Neuerscheinungen zu schicken. Gibt es hier zufällig Personen, die wissen, ob es noch eine andere Möglichkeit gibt, wo neue und gute Sportliteratur aufgelistet ist? Vielen Dank für eine Rückmeldung!
Oh, diesbezüglich fällt mir noch ein, dass der „Perlentaucher“ ein ausgezeichnetes Nachschlagewerk für in Zeitungen erschienene Rezensionen ist. https://www.perlentaucher.de/ Ist auch zum Querlesen immer gut!
Danke für den Tipp mit dem Wikipedia-Eintrag! Den kannte ich noch nicht. Dann brauche ich den IFB vielleicht doch nicht so dringend… ![]()
Bin Fachreferentin in einem „langsamen“ geisteswissenschaftlichen Fach.
Da sind die Quellen, die ich für Erwerbungen auswerte: Rezensionen in den einschlägigen wiss. Zeitschriften/Rezensionsorganen > Neuerwerbungsliste des FID > DNB Reihe A > Newbooks
Also gerade invers zur Aktualität. Das geht natürlich nur, weil es für mich i.A. ok ist, Bücher 1-2 Jahre nach ihrem Erscheinen in den Bestand aufzunehmen. Wenn die Forscher*innen etwas direkt bei Erscheinen brauchen, melden sie sich.
In einem „schnellen“ Fach (z.B. Jura) würde ich mir damit keine Freunde machen.
(Solange die Rezension nicht absolut vernichtend ausfällt, ist mir der Tenor übrigens ziemlich egal. An dem Punkt, an dem das Buch rezensiert wird, ist es aus meiner Sicht für den wiss. Diskurs relevant.)
Late to the party, tut mir leid.
Als Fachreferent Jura kann ich das nur bestätigen. Zumal sich viele Rezensionen juristischer Werke für mich nach Fleißarbeiten oder Gefälligkeiten anhören:
„Auch in der 44. Auflage setzt das seit 50 Jahren etablierte Standardwerk wieder Maßstäbe auf dem bewegungsreichen Gebiet des Skat- und Doppelkopfrechts und ist daher für Studierende, Praktiker*innen und die Wissenschaft unverzichtbar, aber auch für interessierte Fachfremde uneingeschränkt zu empfehlen.“
Sowas kann ich mir auch sparen. Ich weiß, welche Werke als „Standardwerke“ nachgefragt werden, ich kenne die renommierten Schriftenreihen aus den Qualität versprechenden Verlagen, und alles weitere löst sich über Neuerscheinungslisten und - ganz wichtig - Anschaffungsvorschläge.
Es gibt natürlich auch sorgfältige Rezensionen, die ich sehr lesenswert finde. Das ist aber eher für den Juristen in mir interessant als für den Bibliothekar.
Entscheidend ist das Nutzenden-Publikum z. B. in einer Stadt wie Altenburg (Thüringen) mit langer Kartenherstellung-Tradition, Skatturnieren und Vereine ist das Skat- und Doppelkopfrecht zusammen mit Vereinsrecht eine Notwendigkeit. Man muss sich immer wieder die Frage stellen für welches Publikum hier und jetzt wird die Literatur gekauft. Und ob für Leien geeignet ist. Jura ist auch sehr sensibles Fach mit vielen Facetten.
Skat- und Doppelkopfrecht hatte ich jetzt als fiktives Beispiel für ein Nischen-Rechtsgebiet genommen, aber natürlich gibt es für jedes Thema eine Bibliothek, in der das sehr relevant ist.
Auch dann ist eine Rezension dieser Art aber weitgehend wertlos: Wenn es schon die 44. Auflage in 50 Jahren ist, kann ich allein aufgrund dessen davon ausgehen, dass das Werk wohl was taugt. Gegenüber dem Vorjahr ändert sich in der Regel nicht besonders viel.
Und der Satz, dass es für alle Jurist*innen unverzichtbar sei, stimmt meines Erachtens sehr selten. Studierende, Praxis, Wissenschaft und Fachfremde sind nunmal Gruppen mit sehr unterschiedlichem Anforderungsprofil und unterschiedlichen Vorkenntnissen. Deshalb gibt es ja auch Literaturgattungen wie Lehrbücher, Repetitorien und Skripte für Studierende sowie Praxiskommentare und Handbücher (und sogar „Praxishandbücher“) für mehr Anwendungsbezug. Diese Titel haben den Anspruch, besser auf die Bedürfnisse von Studierenden bzw. Praktiker*innen zugeschnitten zu sein, während die klassischen Gesetzeskommentare häufig (natürlich nicht immer) vor allem die Rechtswissenschaft adressieren.
Natürlich sind diese wissenschaftlich ausgerichteten Werke für Studis in höheren Semestern mitunter sehr lesenswert für Hausarbeiten, und für die Praxis bei komplexen und speziellen Auslegungsfragen. Aber unverzichtbar sind sie eben nur höchst selten - zumal es zu fast jedem Rechtsgebiet mindestens drei gängige Kommentare gibt, was jeden einzelnen isoliert betrachtet noch einmal entbehrlicher macht.
In jedem Fall kann eine Rezension mit 8 Zeilen meines Erachtens nur sehr selten genug Informationen geben, um die Kaufentscheidung über ein Lehrbuch mit 300 Seiten oder einem Kommentar mit 600 Seiten wesentlich zu beeinflussen.
Jede Rezension muss für Lektorinnen aussagekräftig sein, nicht irreführend. Lektorinnen müssen Nutzenden-Publikum und die regionale Bevölkerungslandschaft ständig beobachten. Die Suche nach neuen Nutzerkreisen ist die Hauptaufgabe jedes Lektorats, ungeachtet ob es sich um öB oder wB handelt. Danach wird auch die Bestandspolitik gestaltet.
Das wäre schön. Ich habe nur keinen Einfluss darauf, was für Rezensionen geschrieben werden.
Das hingegen sehe ich anders. An einer UB sind die Nutzendenkreise ziemlich klar definiert: Im Wesentlichen Studierende, Forschende, Verwaltung. Lehrende könnte man noch nennen, deren Literatur überlappt aber größtenteils entweder mit den Studierenden oder den Forschenden. Je nach Ort spielt das Stadtpublikum noch eine mehr oder weniger bedeutende Rolle, das wird aber stets eine untergeordnete sein (damit meine ich: Es sollte nie an der Literatur für Studis oder Profs gespart werden, um spezifische Wünsche des Stadtpublikums zu erfüllen).
Innerhalb der Kreise muss ich einzelnde Nutzende natürlich immer wieder gewinnen. Alle Studis sollten die Bibliothek nützlich finden, darauf muss ich hinarbeiten. Aber neue Kreise gibts nicht wirklich zu holen.
Allerdings driftet diese Diskussion auch gerade ins off topic ab.
Doch. Wäre es nicht verkehrt, wenn sich wBs um z. B. Gymnasiasten, zukünftigen Studierende kümmern werden würden, denn das Publizieren, Schreiben und Recherchieren fängt im Klassenzimmer an. Auch Nutzung von KI-Tools im Dienste des Publizierens (s. Seminarfacharbeit) muss gelernt sein. Die Rolle der Bibliothek als Kuratorin mit ihrer Bildungsauftrag ist enorm wichtig.
Definitiv! Rezensionen über mehrere Seiten (wie im IFB) sind m.E. aber auch viel zu lang. Das liest niemand mehr zur Kaufentscheidung - zumindest ich nicht. 1/2-1 Seite müssen für eine Rezension reichen.
Naja… Gymnasiasten mit Rezensionen zu locken finde ich ziemlich weit hergeholt. WBs „locken“ sie mit Arbeitsplätzen wenn sie fürs Abi lernen müssen und vielleicht auch mit Literatur für Referate. So kann man Schülern als Studenten von morgen die Nutzung der Bibliothek schmackhaft machen. Ansonsten könnte man dafür werben, dass Rezensionen von Schülern bzw. Studies gerne für Anschaffungsvorschläge genutzt werden können. Mehr Effekte einer Rezension sind m.E. zu überdimensioniert.