Qualitätskriterien medienpädagogischer Arbeit: Was bedeuten sie für Bibliotheken?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

heute wurden die Qualitätskriterien medienpädagogischer Arbeit veröffentlicht. Entwickelt wurden sie in einem partizipativen Prozess unter Federführung der Koordinierungsstelle Medienbildung Sachsen, gemeinsam mit der Fachstelle Strategische Medienbildung Thüringen und der Netzwerkstelle Medienkompetenz Sachsen Anhalt. Ziel ist es, einen gemeinsamen Orientierungsrahmen für professionelle medienpädagogische Arbeit zu schaffen.

Beim Lesen habe ich mich gefragt, welche Konsequenzen sich daraus für Bibliotheken ergeben.

Aus meiner Sicht bestätigt die Veröffentlichung etwas, das viele von uns schon lange erleben: Medienpädagogische Arbeit ist ein eigenständiges professionelles Handlungsfeld. Sie setzt pädagogisches, didaktisches und technisches Wissen ebenso voraus wie eine reflektierte Haltung, zielgruppenorientierte Angebote und kontinuierliche Weiterbildung. Genau diese Anforderungen beschreiben die Qualitätskriterien sehr deutlich.

Wenn wir diesen Anspruch ernst nehmen, stellt sich aber auch die Frage, ob sich das in Bibliotheken ausreichend in den Rahmenbedingungen widerspiegelt.

Viele Kolleginnen und Kollegen übernehmen heute medienpädagogische Aufgaben zusätzlich zu ihren eigentlichen Tätigkeiten. Gleichzeitig werden Stellen mit einem medienpädagogischen Schwerpunkt in Bibliotheken häufig deutlich niedriger eingruppiert als vergleichbare Tätigkeiten in anderen Bildungsbereichen. Das passt aus meiner Sicht nur schwer zu den hohen fachlichen Anforderungen, die in den Qualitätskriterien formuliert werden.

Professionelle Medienbildung braucht nicht nur Engagement. Sie braucht Zeit für Konzeption, Durchführung, Evaluation und Vernetzung. Und sie braucht eine angemessene Anerkennung der dafür erforderlichen Qualifikation sowohl in den Stellenprofilen als auch bei der Eingruppierung.

Mich würde interessieren:

  • Können die Qualitätskriterien auch für Bibliotheken ein sinnvoller Maßstab sein?
  • Finden sich die beschriebenen Anforderungen in euren Stellenprofilen und Eingruppierungen wieder?
  • Welche Rahmenbedingungen braucht gute Medienbildung in Bibliotheken aus eurer Sicht?

Die Qualitätskriterien findet ihr hier:
https://www.medienbildung.sachsen.de/qualitaetskriterien-7859.html

Ich bin gespannt auf eure Einschätzungen.