ich bitte um Ihre Hilfe. Ich suche Beispiele für den produktiven Einsatz einer App, die den RFID-Tag im Bibliotheksausweis ausliest und emuliert bzw. die Ausweisnummer ausgibt, um so Zugang zu Open-Library und Ausleihe-Funktionen an den Selbstverbuchern zu ermöglichen.
Hintergrund: Wir haben einen Dienstleister, der sagt das geht nicht. Ich bin aber anderer Meinung.
Ich bitte nur Mitteilungen zu Systemen im produktiven Einsatz oder Expertise von Kollegen mit entsprechendem fachlichen Hintergrund.
Ich entschuldige mich für etwaigen Mehrfachempfang. Danke!
Ich selbst kenn sowas nur vom 3D-Druck, aber die Apps sind für Bibliotheken nicht tauglich.
Meine Recherche hat jedoch ergeben, die Stadtbibliothek Dorsten hat mit ELATEC offenbar was gebaut. Daher evtl. an die Kolleginnen und Kollegen aus Dorsten wenden?
Von der ELATEC-Seite:
”Die Stadtbibliothek Dorsten wollte den physischen Bibliotheksausweis durch einen digitalen Smartphone-Ausweis ersetzen, um die selbstständige Ausleihe von Büchern und Materialien zu erleichtern. ELATEC und idVation haben für die Stadtbibliothek Dorsten eine zweiteilige Lösung entwickelt: ein RFID-Leser, der in die SB-Terminals integriert wird, und ein digitaler Wallet-Pass, der als Benutzerausweis dient. Zusammen fungieren die beiden Technologien als Schloss und Schlüssel und öffnen so die Tür zur Welt des Lesens.”
Ich muss gestehen, dass ich die Frage nicht ganz verstanden habe. Wenn ich mit der App den RFID-Ausweis auslese und dann die Funktionen der Bib nutze - warum kann ich das nicht gleich mit dem Ausweis selbst machen?
Abgesehen davon: Ein Smartphone kann per NFC einige (nicht alle) RFID-HF-Tags auslesen. RFID HF ist die in unserer Umgebung in Bibliotheken am meisten verbreitete RFID-Variante. Es gibt darüber hinaus noch RFID UHF, das kann man mit dem Smartphone gar nicht lesen.
Aber vielleicht kannst Du die Aufgabenstellung etwas präzisieren?
Ja wie das oftmals so ist, wird das von außen an uns herangetragen. Es ist der Wunsch der Verwaltungsspitze und soll im Rahmen der Digitalisierung unbedingt kommen. Dem Dienstleister, der für Digitalisierung bei uns zuständig ist, ist die Angelegenheit zu komplex. Daher suche ich Beispiele aus anderen Kommunen.
Technisch gesehen wäre es natürlich super, diese Funktion auf dem Smartphone zu haben. Man könnte eine weitere Karte daheim lassen. Allerdings müssen hier Kosten und Nutzen im passenden Verhältnis stehen.
Ich konnte unseren Chip mit einer kostenlos App auch auf meinem Smartphone auslesen.
Wenn Du die Karte auslesen konntest spricht das für RFID-HF. Soweit ich weiß, kann ein Smartphone aber nicht eine beliebige NFC-Karte emulieren. In einer Wallet kann man kryptografische Informationen speichern und wiedergeben, nicht aber passive Karten.
Wie zum Beispiel hier (im Eintrag „totally doable …) beschrieben ist, könnte man eine Infrastruktur aufbauen, in der sowohl Karten als auch Wallet-Einträge in Smartphones Zugänge gewähren. In diesem Sonderfall wird der Eintrag, der in der Wallet landen soll, auf das RFID-Tag geschrieben, bzw. eine URL dorthin. Die oben erwähnte Lösung in Dorsten wird so oder ähnlich funktionieren.
Also:
Beliebige RFID-Karten mit dem Smartphone emulieren: Nein.
Infrastruktur möglich, in der sowohl Smartphones als auch Karten funktionieren: Ja.
Danke für Deine Ausführungen Michael. Das liest sich dann schon wie ein größeres Projekt mit Datenschutz, IT-Sicherheit und Pipapo. Da sinkt meine Motivation. Aber nur ganz leicht
Theoratisch wäre es natürlich die einfachste Methode, einen Barcodescanner anzubringen. Der Barcode in die App und darüber erfolgt dann die Prüfung.
Leider haben wir zu Beginn des OL-Projects uns dahingehend entschieden, nur von den Kunden, die OL-Nutzer sind (ab 16) die RFID-Chips der Ausweise beschreiben zu lassen. Das Vorgehen mit dem Barcode würde aber dazu führen, dass alle Kunden, auch Kinder, Zugang hätten. Aktuell ist die Abfrage nur: Ausweis gültig/ja nein.
Der stellvertretende Leiter der Stb Dorsten hat zum digitalen Ausweis im Rahmen der BiblioCon letztes Jahr einen Vortrag auf dem Fachstellenforum gehalten. Die Folien sind online zu finden: Vortrag