Onleihe 3.0 - nur auf neueren Geräte installierbar

Guten Morgen in die Runde,

nun ist der Umstieg ja gelaufen und ich mußte feststellen, dass auf älteren Geräten (vermutlich 2019 und älter) rsp. mit älteren Betriebssystemen keine Installation mehr möglich ist. Ich denke, das schließt doch viele Nutzenden aus. Nicht jeder und jede kann oder will sich immer ein aktuelles Smartgerät leisten! Und auch die Nutzung über den Browser kann doch nicht die Lösung sein!

Gibt es da schon Rückmeldungen aus der Praxis? Sollte es nicht zumindest eine abgespeckte Version für ältere Systeme geben?

Mit gespanntem Gruß

Ellen Taubner

blista Marburg

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Guten Morgen!

Die Installation der Onleihe 3 App ist noch für Android ab Version 10 (2019) möglich. Das ist jetzt 7 Jahre her. Etwa 9% aller User nutzen lt. Google (2/26) noch Versionen unterhalb Android 10. Dies ist allein schon aus Sicherheitsgründen eigentlich verantwortungslos - wir erwarten in Kürze Android 17! Abgesehen davon muss eine neue App (Anforderungen Google) für mindestens Android 14 entwickelt werden. Entwicklungen mit einer Kompatibilität für sehr alte Versionen kosten entsprechend übermäßig Geld und vermutlich auch Zeit.

Das abgespeckte System ist ja schon da. Es heißt halt Webreader im Browser. Das ist dann eben für die 9% so. Darüber hinaus halte ich den Aufwand für eine Entwicklung von “abgespeckten” Apps (abgesehen davon, dass Google sowas offensichtlich nicht will) für sehr absehbar aussterbende Betriebssystemversionen für nicht vertretbar.

Wir bieten in der Bibliothek ja auch keine Compact Cassetten für Menschen mehr an, die keinen CD-Player haben…

Grüße in die Runde
Dietmar Kümer

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(Ich stelle mich hier nicht auf die Seite der Divibib)
Ihr Hinweis/Sorge ist berechtigt – der Umstieg auf die neue Onleihe/Onleihe-App schließt tatsächlich einige ältere Geräte aus.

Das liegt aber weniger am Willen der Entwickler*innen als an den technischen Voraussetzungen moderner Apps.
Sie benötigen aktuelle Sicherheitsstandards und Systemfunktionen, die ältere Betriebssysteme (meist vor 2019) nicht mehr bieten. Apple und Google schalten alte Schnittstellen nach einiger Zeit ab, sodass neue Apps darauf gar nicht mehr stabil oder sicher laufen könnten.

Eine Weiterpflege alter Versionen wäre zudem sehr aufwendig, da diese separat gewartet und abgesichert werden müssten. Deshalb konzentriert man sich auf eine einheitliche, aktuelle Plattform – das spart Ressourcen und erhöht Sicherheit und Datenschutz.
Die Mindestvoraussetzung der Onleihe 3-App ist Android10 bzw. iOS 15.1. Dies bedeutet wir haben hier eine App die Geräte der letzten 7-10 Jahre (Android) und 5-8 Jahre (iOS) unterstützt.

Wichtig ist auch: Die Nutzung älterer Geräte birgt generell Risiken. Fehlende Sicherheitsupdates machen Geräte anfälliger für Malware und Datenmissbrauch. Gerade bei Apps, die vertrauliche Daten oder Bibliothekszugänge verwalten, ist das problematisch.
„Aber es ist ja nur die Ausweisnummer, das ist doch nicht so schlimm.“ Solche Argumente zählen nicht, da auch Ausweisnummern unter Daten fallen, da diese auch Personen zugeordnet sind.

Auch eine Lite-Version müsste separat gewartet und gepflegt werden, was wiederum für den Anbieter mit Mehrkosten verbunden wäre.

Die Browsernutzung bleibt eine Übergangslösung, aber langfristig führt an einem modernen Gerät wohl kein Weg vorbei – schon aus Sicherheits- und Kompatibilitätsgründen.

Anmerkung: Eine EU-Richtlinie verpflichtet Hersteller auf 5 Jahre Software-Updates ab Verkaufsende.
Man könnte also sagen, ein Gerät ist solange „aktuell“ wie es Updates bekommen kann.

Wobei alles was Technik ist, nach dem zusammen bauen theoretisch schon veraltet ist, aber das ist ein anderes Thema.

Grüße!

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Vielen Dank für die Rückmeldungen!

Ich hätte gedacht, dass noch deutlich mehr als 9 % ältere Geräte nutzen, so hält sich die Gruppe der Betroffenen wirklich in Grenzen.

Hallo,
auch wenn die Diskussion schon etwas älter ist, möchte ich anmerken, dass 9 % (wie belastbar ist diese Zahl?) doch recht viele sind. Ich finde es nicht gut, sich derart vom Geschäftsgebaren der amerikanischen Medienkonzerne abhängig zu machen bzw. Nutzende zumindest indirekt dazu zu bewegen, sich immer wieder neue Geräte zu kaufen, obwohl die älteren durchaus noch funktionieren. Mir ist bewusst, dass diese Problematik sehr viele Smartphone-Anwendungen betrifft, gerade deswegen wäre es schön, wenn hier nicht so technikaffine Nutzende genau nicht ausgeschlossen würden.
Mit freundlichen Grüßen
D. Gerste
P.S. Rückmeldungen aus der Praxis würden mich auch interessieren.

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Bei uns gab es einige wenige Beschwerden, weil die Onleihe auf dem alten Gerät nicht mehr funktioniert hat. Gerade beim Smartphone waren es häufig Senioren, die sich darüber beklagt haben. Teilweise waren das auch wirklich alte Geräte. Ich verstehe, dass es ärgerlich ist, sich alle 5-7 Jahre ein neues Smartphone kaufen zu müssen, aber dieses Problem lässt sich meiner Ansicht nach nur auf politischer Ebene lösen (wenn überhaupt). Ich habe die Leute bei Beschwerden dann auch auf das Sicherheitsrisiko hingewiesen und darüber kamen wir häufig ins Gespräch. Viele wussten gar nicht, dass ihre Geräte schon so „veraltet“ sind und das Sicherheitsupdates teilweise schon seit einem längeren Zeitraum nicht mehr möglich waren (sie dachten, das würde automatisch weiterlaufen). Also bei allem (verständlichen) Ärger war es doch ein positiver Austausch und im Endeffekt waren die meisten auch sehr dankbar für die Hinweise.

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Die Onleihe 3 ist bei uns letzte Woche gestartet und vor einigen Tagen hatten wir dann auch eine ältere Dame mit einem Tablet, das nur Android 9 hatte und sie war sich natürlich auch nicht bewusst, was für ein altes Gerät sie da hat. Sie beteuerte, dass sie das Tablet erst vor 4-5 Jahren gekauft hätte (ich vermute, sie verschätzt sich da entweder oder hat sich damals ein „preiswertes“ Auslaufmodell andrehen lassen).
Geärgert oder geschimpft hat sie gar nicht, aber sie sah wirklich sehr bedröppelt aus und ich vermute, dass das Geld einfach nicht so locker sitzt, um nun „schon wieder“ ein neues Gerät für einige hundert Euro zu kaufen.

Aus fachlicher Sicht verstehe ich es absolut, dass so alte Geräte nicht mehr unterstützt werden können, aber wenn man dann so eine Person vor sich stehen hat, die einen einfach nur traurig anguckt … :face_with_diagonal_mouth: Da kann man noch so sehr was von fehlenden Updates und Sicherheitsrisiko usw. erzählen, wenn einfach das Geld für ein neues Gerät fehlt, hilft das auch wenig.

Aber ja, selbst etwas daran ändern könnten wir wohl nicht. Die Hersteller haben den Zeitpunkt, an dem das Gerät nicht mehr richtig brauchbar ist, ja schon von Anfang an eingeplant.

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Unbedingt dranbleiben. Ein Unding. Niederschwelligen Zugang zu Wissen, Bildung etc. pp. ermöglichen wollen, aber endgültig. 3-4 Jahre sind keine Dauer.

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Wäre es evt. eine Überlegung wert, mit einer lokalen Initiative o.ä. zu kooperieren, die ggf. beim Software-Update oder dem Erwerb eines günstigeren (Gebraucht-)Geräts für genau solche Nutzende helfen können? Es gibt ja in vielen Städten momentan auch Veranstaltungen rund um den Digital Independence Day, das ginge ja in eine ähnliche Richtung?

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Vielleicht gibt es sogar engagierte technikaffine Menschen, die möglicherweise ein Custom Rom aufspielen können? Dann kann man das Gerät länger nutzen, denn die werden i.d.R. deutlich länger aktuell gehalten. Die Auswahl bei den Geräten, bei denen das möglich ist, ist eingeschränkt, aber bei populären Modellen kann man Glück haben.

Bspw. hier: Devices | LineageOS Wiki

Oder hier: Offiziell von iodéOS unterstützte Geräte - iodé bzw. GSI - iodé

Long shot, ich weiß, aber ich wollte wenigstens die Möglichkeit erwähnt haben.

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Eine tolle Idee für ein Workshopangebot in öffentlichen Bibliotheken!

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Grade auf einem Tablet lässt sich die Onleihe doch recht gut in der Browser-Version nutzen.

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