Werte Kolleg:innen,
liebe Mitglieder des LIBREAS. Vereins,
gerne teile ich Ihnen mit, dass für die nächste Ausgabe der LIBREAS. Library Ideas ein Call for Papers veröffentlicht wurde. Der Call ist zu finden auf unserem Blog (CfP #48: Let’s talk. Interviews | LIBREAS.Library Ideas) und hier im Anhang.
Wir wollen diesmal das Interview in den Mittelpunkt der Ausgabe stellen. Auf der einen Seite soll es darum gehen, die Möglichkeiten, Grenzen und Anwendungsfälle von Interviews und Gesprächen im Bibliotheksalltag auszuloten. Auf der anderen Seite wollen wir Sie / euch aber auch damit auffordern, mit den Personen aus dem Bibliothekswesen, die Sie / ihr am Interessantesten findet, ein Interview zu führen. Wir sind uns sicher: Wenn ihr spannende Fragen an diese Personen habt, werden das auch Fragen sein, die viele andere gerne einmal stellen würden.
Für die Redaktion LIBREAS. Library Ideas,
Karsten Schuldt
CfP #48: Let’s talk. Interviews
Das Gespräch zwischen Menschen hilft, Fragen zu klären, Positionen zu erläutern und zu verstehen, kurzum: Kennenzulernen und zu verstehen, was und wie andere denken. Es hat immer eine soziale Komponente. Es erzeugt eine Art Nähe, manchmal harmonisch, manchmal gespannt, aber immer direkt zwischen den Beteiligten. Das gilt auch im professionellen Bereich, auch wenn dort oft und nachvollziehbar die Sache und nicht die Beziehungspflege im Zentrum steht. Beispielsweise werden heute im Bibliothekswesen zahllose Projektberichte geschrieben und gelesen, Vorträge gehalten, Blogs geführt ‒ aber trotzdem bevorzugen viele Kolleg*innen es, das Projektteam direkt zu fragen.
Interviews, als eine formalere und geplantere Form eines Gesprächs, sind deshalb immer auch ein Weg, neues Wissen zu erwerben. Viele Fragen scheinen sich viel besser im Interview stellen zu lassen, viele Informationen lassen sich in und zwischen den Zeilen besser einholen. Das gilt nicht nur unter Bibliothekar:innen, sondern zum Beispiel auch, wenn Bibliotheken wissen wollen, was ihre Nutzer:innen denken. Auch in studentischen Abschlussarbeiten werden verschiedene Formen von Interviews (strukturierte, unstrukturierte, narrative, Expert:inneninterviews und so weiter) gern genutzt, um Daten zu erheben. Anstatt sich solitär in ein Thema einzuarbeiten, kann auch einfach jemand gefragt werden. Das ergibt noch keine wissenschaftliche Arbeit, aber nicht selten, gerade in der alltäglichen Praxis, reicht der Ansatz aus, um die eigene Neugierde zu stillen. In der LIBREAS gab es in der Vergangenheit, unter all den anderen Beitragsformen, deshalb schon eine Reihe von Interviews, an die sich die Redaktion immer wieder gerne erinnert.
Oft gilt dabei, dass, was eine Person interessiert, auch andere interessieren wird. Deshalb wollen wir die Ausgabe #48 ganz den Interviews widmen. Wir rufen explizit alle Kolleg:innen (auch zukünftige, die sich aktuell im bibliothekarischen Studium oder der bibliothekarischen Ausbildung befinden) auf Interviews zu führen. Kontaktiert Personen im Bibliothekswesen oder in der Nutzer:innenschaft, die Sie schon immer einmal zu einem Thema befragen wollten. Wollten Sie von Ihren Kolleg:innen schon länger erfahren, was sie über bestimmte gesellschaftliche oder fachliche Entwicklungen denken? Geht jemand in den Ruhestand und Sie wollten unbedingt noch wissen, was diese Person während ihrer Bibliothekskarriere alles erlebt hat? Haben Sie einen interessanten Vortrag gehört oder einen spannenden Text gelesen und hätten noch Fragen? Gibt es Personen, die sichtbar werden sollten und die vielleicht nicht so häufig zu Wort kommen – seien es Kolleg:innen, (heimliche) Koryphäen, Nerds, Expert*innen oder einfach interessante Menschen? Wollen Sie andere “stille Perspektiven” sichtbar machen? Sind Sie von einem Projekt, einem Verein, einer Idee begeistert und meinen, dass die Welt davon auch und mehr erfahren muss? Führen Sie das Gespräch (egal, ob direkt bei einer gemeinsamen Kanne Tee, bei einem Onlinetreffen oder gleich schriftlich), fassen Sie es in einen Text und reichen Sie es in der Ausgabe #48 der LIBREAS ein. Die Redaktion wird es Ihnen gleichtun und im Laufe der nächsten Monate Interviews führen.
Interessiert sind wir gleichermaßen an Erfahrungen mit und Positionen zu Interviews als Methode. Haben Sie Interviews in Ihrer Bibliothek eingesetzt, beispielsweise um von Ihren Nutzer*innen etwas zu erfahren? Oder in eurer Abschlussarbeit oder eurem Forschungsprojekt? Was waren Fragen, Vorgehen, die Ergebnisse und Erfahrungen? Würden Sie es noch einmal so machen – oder anders?
Gerne bespricht die Redaktion im Vorfeld Ideen für einen Beitrag, wenn gewünscht. Wie immer sind auch andere Beiträge und Formate außerhalb des Schwerpunkts herzlich willkommen. Wir bitten (unter Zurkenntnisnahme der Autor*innenhinweise) um Einreichung bis zum 31.03.2026.
Ihre / eure Redaktion LIBREAS. Library Ideas
(Berlin, Brandenburg an der Havel, Chur, Göttingen, München)