Hallo,
heute gab es einen Onlinevortrag Umgang mit dem Kulturkampf von rechts in Bibliotheken von der Fachstelle für öffentliche Bibliotheken in NRW organisiert. Referenten: Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Düsseldorf.
Ein sehr interessante Vortrag, inhaltlich hier ein paar Punkte dazu:
Im Umgang helfen
- Leitbild / Haltung
- Vernetzung und Kooperation
- Umgang mit Angriffen / Anfeindungen
und hier ein Handlungsleitfaden, Bedrohungen & Vorfälle zu Dokumentieren, Netzwerkunterstützung, Veranstaltungen sorgfältig vorbereiten, Klare Regeln formulieren, etc.
Zur Gegenseitigen Unterstützung habe ich dieses Thema mal aufgemacht, um von Best-Practice Beispielen zu hören.
Wer hat schon ein Handlungskonzept?
Wer hat eine Checkliste für Veranstaltungen mit Ergänzungen zu Risiken, Störungen, Sicherheitsaspekten?
Wenn beteiligt ihr bei der Vorbereitung?
Habt ihr in eurem Bestandskonzept ein Punkt dazu ergänzt?
Dokumentiert ihr Medienanschaffung oder Makulieren von bestimmten Medien?
Welche Provokationsstrategien habt ihr erlebt und wie seit ihr damit umgegangen?
Wer hat Rechtsextreme oder diskriminierende Gruppen ausgeschlossen und wie habt ihr das umgesetzt?
Ich freue mich auf zahlreiche Rückmeldungen und Kommentare.
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Hallo Frau Schnittker, hat die MBR den Vortrag bei Ihnen aus einem konkreten Anlass gemacht oder wird es als ein gemeinsames Projekt mit der MBR gemacht? Ich habe in Nordhessen Kontakt mit dem MBT (Mobiles Beratungsteam gegen Rechtsextremismus und Rassismus) und die agieren auf Anfrage und verstehen ihre Arbeit so, dass es ein Projekt sein sollte, bei dem sie mithelfen und unterstützen. Ich frage nach, weil ich gern mit dem MBT zusammenarbeiten würde, aber noch nicht so ganz den Ansetzungspunkt gefunden habe. Über eine Antwort würde ich mich freuen.
Viele Grüße
Dietlind Lembke, Hessische Fachstelle
Hallo Frau Lembke,
es war ein Angebot der Fachstelle in NRW, vielleicht kontaktieren Sie Frau Steuten zu dem Hintergrund und über das Angebot, ich war ja nur Teilnehmende. Ich wollte dies zum Anlass nehmen hier für einen Austausch zu starten. Für Einzelfallberatungen sind die Beratungsstellen in den jeweiligen Bezirksregierungen in NRW zuständig. Oder in den jeweiligen Bundesländern.
Viele Grüße
Dagmar Schnittker
Wir hatten eine Veranstaltung einer Autorin aus Ibbenbüren (Leonie Plaar - Meine Familie, die AFD und ich), wo ich 4 Stunden vor der Lesung einen Anruf des Management erhielt, das es eine Bedrohungslage gibt und er die Lesung absagen wollte, die Autorin aber die Lesung durchführen wollte. „Das wir absagen ist ja die Strategie der AFD, da mache ich nicht mit“ war der Kern ihrer Antwort.
Ich habe dann als erstes mit der Polizei gesprochen, dann mit dem Schulleiter (Veranstaltungsort-übt das Hausrecht aus), und mit einem Kooperationspartner. Wir haben dann ein Sicherheitskonzept entworfen, mit Türsteher, eigenem Sicherheitspersonen. Es gab klarte Zuständigkeit und Absprachen (Schutz der Autorin hat Priorität, Anruf der Polizei, Hausrecht aussprechen) wer sich um was kümmert. Wir waren ausverkauft und konnten nicht sagen, wer überhaupt im Raum sitzt.
Heute würde ich auf die Eintrittskarten, auf allen Druckerzeugnissen und Pressemitteilungen einen passus setzten.
Gefunden habe ich diese hier:
„Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen,
die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder in der
Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in
Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.“
Was haltet ihr davon? Macht jemand das von Euch schon? Wer hat damit Erfahrung?
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Wir hatten bisher nur einen ähnlichen Ansatz für eine Lesung von Ronya Othmann. Hier war es, aufgrund des kurdischen Bezugs, in Berlin zu Störungen aus dem türkisch-nationalitischen Lager gekommen. Wir haben Rücksprache mit Verlag, Polizei und Ordnungsamt gehalten. Hausrecht wird von uns (Bibliothek) als Gastgeber durchgesetzt. Die Mitarbeitenden von Ordnungsamt waren Anfangs vor Ort. Der Zusatz ist okay, aber wird rechte Aktivist*innen nicht abhalten.
Wenn ich AfDler wäre, würde ich die Tipps in diesem Thread abwarten und dann wüsste ich, was ich zu prompten hätte: „Hallo ChatGPT, entwerfe Gegenstrategien und begründe sie.“ Früher galt die Ausschluss-Regel: Man redet darüber oder man macht es. Ich finde sie heute aktueller denn je. Das angemessene Medium wäre das Telefon, nicht das öffentliche Forum. Nichts für ungut…
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Hallo Detlev,
da bin ich nicht deiner Meinung. Wenn die Unsicherheit zu groß ist, werden keine Veranstaltungen in Bibliotheken mehr stattfinden, weil sie keiner mehr organisiert, „ist ja so viel mehr Arbeit“ oder „das tute ich mir nicht an“. „Wir machen Leseförderung, mehr schaffen wir nicht“.
KI kann ich auch ja auch genauso benutzen wie du es vorschlägst.
„Es fordert Kraft und Mut für eine freiheitliche Gesellschaft einzustehen“ hat Hape Kerkeling gestern gesagt. Wir sollten uns gegenseitig Unterstützen und vernetzt arbeiten. Ob das hier der entsprechende Raum ist, darüber können wir reden. Aber telefonieren ist für mich nicht das angemessene Medium dafür.
Grüße
Dagmar Schnittker
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