Derzeit nutzen wir Windows 11 mit pGina und LDAP-Anbindung, wo sich Nutzende mit der Bibliothekskennung anmelden können. Durch die Anmeldung haben wir die Möglichkeit Missbrauch (praktisch ausschließlich und sehr selten: Massendownload bei Verlagen mit Sperrung durch diese) zuzuordnen. Leider ist das Setup sehr störanfällig, was vermutlich auch an der alten pGina-Version liegt.
Wunsch
Ein kostenloses oder günstiges System, ohne sehr viel Bastel- und Pflegearbeit. Browser und Office, sowie ggf. kleinere Tools sollen bereitgestellt werden. Optimal mit Windows oder Linux nutzbar, im Zweifel sind aber Windows-Lizenzen vorhanden.
Frage
Welche Lösungen habt ihr, was könnt ihr empfehlen? Ist euch eine Anmeldung (=Zuordbarkeit bei Missbrauch) wichtig oder hat eure Bibliothek drauf verzichtet?
Win/Mac/Linux-tauglich und klingt wie ein Volltreffer; außerdem wohl Koha-Hintergrund vi aByWater Solutions; aber: seit 2022 keine Updates mehr - “Featurecomplete” oder tot?
pGina2
scheiterte schon mal jemand bei uns dran vor langer Zeit
Eigentlich total super und benutzt u.a. die HAW in Hamburg. Wir selber nutzen schon Porteus Kiosk seit langem für reine Browser-PCs und Digital Signage und das ist bestens. Allerdings wäre ein Login für die Desktop-Variante wohl nicht ganz banal zu ergänzen
Ubuntu-Eigenbau mit LDAP
Puh, das wäre schon Aufwand. So recht liegen die Schritt-für-Schritt-Anleitungen für so Kioske auch nicht auf der Straße
Kenn ich noch aus meiner Schulbibliothekszeit (da hieß es noch Kaiser Systemschutz oder “Drive” wohl). War ganz nett, um sich bei Windows keinen zu großen Kopf mit den Konten und Policies machen zu müssen.
Umfrage
Interessant find iich auch, wie sich das so verteilt. Daher mal eine anonyme Umfrage dazu
Kiosk-PCs vorhanden (ohne Login, Windows-Basis)
Kiosk-PCs vorhanden (ohne Login, Linux-Basis)
Kiosk-PCs vorhanden (mit Login, Windows-Basis)
Kiosk-PCs vorhanden (mit Login, Linux-Basis)
Kiosk-PCs nicht vorhanden, aber gewünscht
Kiosk-PCs nicht vorhanden und nicht gewünscht
Anders (siehe ggf. Kommentar)
0Teilnehmer
Abgesehen davon, wie nennt man die Dinger am besten - hab jetzt “Kiosk-PC“ gewählt, aber mindestens Infoterminals, Interaktive Terminals oder nur Terminal und Public Access PCs Computer-Arbeitsplätze hört man auch immer mal.
Wir haben zwei Kiosk-PCs mit Porteus am Laufen. Leider gibt es das nicht mehr kostenlos. Auch alte Versionen lassen sich nicht mehr installieren. Wir haben dort einen Proxy hinter, damit wir steuern können, welche Seiten aufgerufen werden können. Eine Anmeldung haben wir da aber nicht realisiert.
Ansonsten lässt sich sowas mit IGEL realisieren. Leider auch nicht kostenlos. Funktioniert aber reibungslos und ist über die Management-Software super zu konfigurieren. LDAP geht, haben wir aber nicht konfiguriert, da auch dort ein Proxy hinterhängt. Eine Anmeldung haben wir über einen Terminalserver realisiert. Somit quasi voll funktionsfähiger PC und Kiosk-PC in einem.
Wir halten aber auch immer die Augen nach Alternativen offen und Libki werde ich mir mal anschauen.
Leider gibt es das nicht mehr kostenlos. Auch alte Versionen lassen sich nicht mehr installieren.
Ich glaube, Offline ist es noch möglich. Wir haben jetzt allerdings einfach ein paar Lizenzen geholt (Tipp: hinmailen, dass man Educational ist, dann gibt es 20% Rabatt auf die 40 EUR bei 1-10 PCs). Aber das ist natürlich nur Browser
Ansonsten lässt sich sowas mit IGEL realisieren.
Ist mit IGEL das IGEL OS gemeint oder doch noch was anderes? Das sieht erst mal teuer aus, aber merk ich mir auch mal. Danke.
Ich habe leider keine Möglichkeit gefunden Porteus ohne Lizenz zu installieren und in diversen Foren war man auch der Meinung, dass es ohne Lizenz nicht mehr geht und auch alte Versionen sich nicht mehr installieren lassen, da man ja quasi eine Online-Pflicht bei der Installation hat. Wir könnten die SSDs klonen und somit mehrere PCs damit noch ausstatten… aber das ist ja auch nicht im Sinne des Erfinders. ^^
Ist mit IGEL das IGEL OS gemeint oder doch noch was anderes? Das sieht erst mal teuer aus, aber merk ich mir auch mal. Danke.
Bei Archive.org gibt es noch alte ISOs wo kein automatisches und nicht abschaltbares Online-Update drin war. Aber am Ende sind die paar Euros für uns dann auch sehr ok gewesen, gerade gemessen an dem, was man sonst so ausgibt. Und es funktioniert eben auch völlig stressfrei. Das jetzt noch mit Anmeldung für die Desktop-Version, das wäre es
Die UB Bielefeld betreibt ca. 160 öffentliche Rechner im dualen Modus. Sie starten mit einem Kioskmodus, bieten aber auch eine Option sich mit einem AD-Konto persönlich anzumelden. Nach einer persönlichen Anmeldung funktioniert der Rechner, wie ein Standard-Pool-PC für Studierende.
Der Kiosk-Modus wird über Windows-Autologin realisiert. Als Browser läuft Firefox, der über Gruppenrichlinien “zugenagelt” ist, so dass der Weg ins Internet nur über unseren Proxy (Squid) führt. Auf diesem pflegen wird eine Liste mit freigeschalteten URLs. Alles, was in der Liste nicht auftaucht, liefert eine “Sorry-Seite”, mit dem Hinweis auf persönliche Anmeldung.
Früher haben wir öffentliche Rechner unter Linux betrieben. Der Zugriff wurde auch über Squid gesteuert.
Wenn man keine eigene Lösung unter Linux entwickeln kann/möchte, eignen sich Linux-basierte Thin Client-Lösungen für diesen Zweck. Igel OS ist schon genannt worden.
Für Dienstarbeitsplätze und öffentliche Display setzen wir NotouchOS von Stratodesk ein. Dort lässt sich ein Kioskmodus einfach realisieren. NotouchOS kann vermutlich nicht alles, was Igel OS kann, war dafür deutlich günstiger und deckte unsere Anforderungen ab. Leider wurde Stratodesk von Igel aufgekauft und NotouchOS wird nicht weiter entwickelt.
Es gibt aber noch weitere Anbieter, die ähnliche Lösungen liefern (z.B. https://rangee.com/rangeeos/ aus Aachen)
In Tübingen nutzen wir die Software MondoPC von Bibliomondo in Verbindung mit Koha. Die Anbindung läuft über SIP2. Nutzer:innen müssen sich mit ihrem Bibliotheksausweis und Passwort anmelden. Drucken können die Nutzer:innen auch, die Druckgebühren werden auf das Konto gebucht. Gesichert werden die Rechner über den PC-Wächter von Dr. Kaiser. Die Zuordnung von Nutzer:innen ist für uns notwendig, gerade, weil mit den Rechnern viel Schabernack getrieben wird. Zudem hocken manche Leute tagelang an den Rechnern, wenn es keine maximale Nutzungsdauer pro Tag gibt. Wir haben zehn Rechner im Publikumsbereich, und die sind fast immer alle belegt.
Zufrieden sind wir allerdings nicht. Überhaupt nicht. Der PC-Wächter läuft unter Windows 11 nicht mehr und der Support von Bibliomondo ist – gelinde gesagt – ausbaufähig. Probleme schleppen wir oft unzählige Tickets und monatelang mit uns herum. Empfehlen würde ich das alles nicht, insbesondere, weil uns angekündigt wurde, dass der deutschsprachige Support mittelfristig eingestellt wird. Das ist zwar prinzipiell kein Ausschlusskriterium, aber zumindest nicht sehr vertrauenserweckend. Daher schließen auch wir uns der Suche nach einer neuen Lösung an.
Einmal als allgemeine Zwischenmeldung. Ich hab mich nochmal unserer Stabi (also SUB HH :)) ausgetauscht. Die nutzen pGina (wir wir auch) mit PAIA (wir derzeit noch LDAP) und haben keine Probleme. Netterweise habe ich deren Plugin dafür bekommen und mit einem ersten Test läuft es auch schon. Auch die TIB-Hannover benutzt wohl pGina mit PAIA (vermutlich noch eine eigene Lösung).
Insofern werden wir da wohl einfach doch nochmal gucken, warum bei uns so viele Anmeldeprobleme sind. Und außerdem auf PAIA wechseln, weil das letztlich noch etwas eleganter ist.
Nichtsdestotrotz fände ich einen Linux-Kiosk mit LDAP - oder PAIA (müsste eigentlich auch einfach sein per se mit PAM) interessant. Aber das wird wohl lange erst mal höchstens auf Hobby-Anläufe bei mir hinauslaufen, wenn mal zu viel Zeit ist (was derzeit tatsächlich selten ist).