wir haben vor Kurzem eine Anfrage für eine Jahrgangsübergreifende Schulführung bekommen. In unserer Stadt gibt es zwei Grundschulen, deren Konzept sich darauf beruht, dass die Schulklassen durchmischt werden und die Kinder durch dieses jahrgangsübergreifende Konzept voneinander lernen können.
Wir persönlich hatten das Gefühl, da die Kinder vor allem im Grundschulalter ja auf verschiedenen Ständen abzuholen sind, dass dies schwierig umzusetzen ist bei einer Führungszeit von maximal einer Stunde. Jetzt wollten wir uns aber mal an die Masse wenden und nachfragen, ob jemand vielleicht schon so etwas anbietet und Erfahrungen mit diesem Konzept darbieten kann.
Für Input sind wir wirklich sehr offen, weil wir natürlich auch diese beiden Schulen abholen wollen. Vielen lieben Dank!
Unsere selbstentwickelte Klasseneinführung für die 3. und 4. Klasse finden Sie hier:
Das würde vermutlich auch mit jüngeren Schülern funktionieren … Der Materialbedarf und der Zeitbedarf für die Vorbereitung ist relativ gering. Die Zauberstäbe hat uns der Bauhof gesägt und lackiert. Die Klasseneinführung inklusive Ausleihe dauert meistens 1 Stunde.
Das Raben-Suchen kann man bei Zeitknappheit auch weglassen.
Für die 1. und 2. Klasse machen wir eine Pirateneinführung mit pantomimischem In-See-Stechen und Beute von der Bücherei-Insel an Bord bringen.
Hierfür habe ich ein Konzept, das ich mal bei der HdM Stuttgart gefunden habe.
Falls Sie hierfür die Unterlagen haben wollen: Mail an die Stadtbücherei Ebern.
Ich habe in früheren (nicht bibliothekarischen) Tätigkeiten auch bereits mit jahrgangsübergreifenden Gruppen gearbeitet (ich habe Lehramt und später Bildungswissenschaft studiert und in unterschiedlichen pädagogischen Bereichen gearbeitet). Gerade wenn das für die Kinder Alltag ist, stellt das in der Regel kaum ein Problem dar. Insbesondere im Primarbereich können die Unterschiede schon innerhalb einer altershomogenen Gruppe ohnehin schon mal recht groß sein. Da würde ich mir bei einer einstündigen Bibliothekseinführung keine allzu großen Sorgen machen. Aus der StBEbern gab es ja auch schon einen schönen Materialvorschlag.
Ich arbeite jetzt als Mediendidaktierin in einer WB und wir hatten letzten Jahr zum ersten Mal eine Gruppe Ferienkinder in der UB. Die waren zwischen 5/6 und 12 Jahren und hatten trotz der Altersspanne viel Spaß. Wir haben sie zunächst etwas erzählen lassen, ob sie Bibliotheken bereits kennen (ja, alle, manche hatten sogar eine Kita-Bib), was sie gerne lesen oder leihen (Tonies!) und so weiter. Dann haben wir sie durch die Bibliothek geführt, erklärt, Fragen beantwortet und sie immer wieder Dinge selbst ausprobieren lassen (z.B. Verbuchen an der Theke). Dabei haben wir darauf geachtet, dass auch Aktionen dabei sind, für die man noch nicht unbedingt lesen können muss, da wir ja wussten, dass auch jüngere Kinder dabei sind.
Was wir auch mit Schüler*innen und Erwachsenen gerne machen: Wir geben Ihnen Signaturen (manchmal müssen sie diese auch erst recherchieren) und sie müssen dann nach dem Standort suchen - von dort sollen sie aber nicht das Buch mitbringen, sondern wir verstecken kleine gelbe Entchen mit kleinen Magneten unter den Regalböden. Diese Entenjagd kommt bei allen Altersgruppen gut an und bei den Ferienkindern haben die Großen die Kleinen prima mitgenommen oder die Betreuenden sind mit ihnen losgezogen. Es gab in dem Bereich auch viele Rollregale - das war natürlich nochmal extraspannend (auch für uns Betreuuende hihi).
Eine weitere Aufgabe war Bücher nach Signaturen sortieren - hier habe ich mir die Kleinen geschnappt, die alle wenigstens schon ein paar Buchstaben erkennen konnten. So konnten die Großen wetteifern und die Kleinen zeigen, dass sie auch schon was können. Die Kids mussten zwar so auch mal aushalten, dass mal etwas zu leicht oder zu schwer für sie ist, aber ich denke, wir haben einen guten Kompromiss gefunden. Zumindest kommt die Ferienaktion dieses Jahr erneut zu uns, weil es den Kindern letztes Jahr gut gefallen hat. Wir haben inzwischen auch eine kleine Kinder-Sachbuch-Bibliothek angelegt, damit die trockene, vermeintlich langweilige WB auch was für die Nachwuchforschenden hat
Also, lange Rede, kurzer Sinn: Keine Angst vor jahrgangsübergreifenden Gruppen!