Wir, SLUB Dresden, erwägen, ausleihbare Sensory-Bags anzubieten: Das ist ein Rucksack, der ausgeliehen werden kann (für den Bibliotheksbesuch vor Ort) und der Hilfsmittel für Menschen mit Behinderungen enthält, die sie für ihren Alltag brauchen, aber gerade nicht dabei haben, z.B. Kopfhörer (Gehörschutz) oder Fidget-Elemente (Spannungsabbau) oder Knetbälle (Beruhigung). So einen Sensory Bag kann man selbst zusammenstellen oder mieten (inkl. Reinigung, Erneuerung bei Verschleiß), z.B. bei Loris Sensory Care. Hat jemand schon Erfahrungen mit einem solchen oder ähnlichen Angebot (in Bibliothek)?
Und wir sondieren gerade, ob es sich lohnt, unseren Besuchenden mit v.a. unsichtbaren Behinderungen anzubieten, sich diskret erkennen zu geben mit einem dafür (vermutlich) etablierten Symbol - siehe hier -, nämlich einer Sonnenblume (als Anstecker z.B.), damit auf diese Weise die Bibliothekskolleginnen (und andere) erkennen können, dass jemand besonderen Supportbedarf hat oder einfach mehr Zeit oder Verständnis braucht. Flughäfen wie der BER bieten das zum Beispiel an. Hat jemand schon Erfahrungen mit einem solchen oder ähnlichen Angebot (in Bibliothek)?
Hallo,
wir haben dies nicht, aber das mit den SensoryBags finde ich eine klasse Idee. Wir haben an der Hochschule Ansprechpartner_innen aus der Lehre und der Studierendenberatung und das könnten wir vielleicht mal als Unterstützung durch uns vorschlagen. Finde ich eine sehr gute Idee, werde das hier mal im Team besprechen.
VIele Grüße von der Hochschulbibliothek der Ev. Hochschule Bochum
Jens Winalke
Ich finde es total schön, dass Sie sich Gedanken machen um Menschen mit besonderen Bedürfnissen!
Aber ist da wirklich Bedarf dafür in Ihren Bibliotheken? Haben Sie schon in Ihrem Team nachgefragt, wie die Kolleginnen und Kollegen das vor Ort sehen?
Ich kann nur von unserer Kleinststadtbibliothek sagen, dass die Kunden mit Einschränkungen uns das gleich deutlich mitteilen, was sie brauchen.
Wir haben Lesebrillen auf einem schicken Plexiglasaufsteller im Angebot. Sonst haben wir noch keinen weiteren Bedarf feststellen können.
Ich selbst hätte gern manchmal Hörschutz. Aber das ist ein anderes Thema …
Falls Sie so etwas anschaffen möchten, würde ich die Gegenstände aus dem Sensorybag deutlich erkennbar offen an einer Wand in Thekennähe präsentieren. Dann können die Kunden sich ohne auffälliges Outen die Gegenstände für den Aufenthalt in der Bibliothek ausleihen.
Wäre das eine Möglichkeit für Ihre Bibliotheken?
Ja, das ist nicht preisgünstig; wir erwägen dennoch, 1 Bag für ein Jahr zu mieten, um Supporterfahrungen zu sammeln. Zum Glück kann man solche Bags auch selber zusammenstellen.
Ja, wir gehen von einem vorhandenem Bedarf aus; die Anregung stammt auch von einem Besucher. An unserem Hauptstandort besuchen uns ca. 1.400 Personen pro Tag, darunter vermutlich nicht wenige mit anderem Supportbedarf.
Danke! Die Präsentationsidee klingt gut, werden wir so machen.
Falls Sie Platz haben, würde ich das vielleicht in Tafeloptik machen? Gitter-Körbchen an die Wand mit den Gegenständen drin. Und oben drüber einen Hörschutz, Knautschball, Massageball, whatever mit Beschriftung hinhängen, so dass gleich erkennbar ist, was im Korb ist. Oder vorne am Korb befestigen.
Ganz oben drüber dann die Überschrift, wofür und für wen das angeboten wird. QR-Code vielleicht noch dazu mit Erklärvideo.
Dann könnte jeder Besucher das Angebot ohne Peinlichkeiten nutzen.
Allerdings stelle ich mir den Diebstahlschutz für einen Knautschball etwas kniffelig vor … ?!
Das Material könnte man vermutlich auch wesentlich günstiger einzeln kaufen.
Berichten Sie dann doch bitte, wie es angenommen wird!