Erfahrungen zu Samstagsöffnung

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

im Rahmen unseres neu entwickelten Bibliothekskonzeptes prüfen wir derzeit die künftige Entwicklung unserer Öffnungszeiten. Diese sollen perspektivisch deutlich erweitert werden, zum großen Teil in Form von Open-Library-Zeiten, also ohne Personal.

Bislang ist unsere Bibliothek samstags noch nicht geöffnet. Geplant ist jedoch, künftig samstags von 10 bis 16 Uhr mit Personal zu öffnen; zusätzlich sollen samstags bereits von 9 bis 19 Uhr Open-Library-Zeiten angeboten werden.

Um einschätzen zu können, wie viel Personal für diese Samstagsöffnungszeiten erforderlich ist, würden uns sehr freuen, wenn Sie uns mit ein paar Zahlen Einblick in Ihre praktischen Erfahrungen geben könnten:

· Wie viele Stunden pro Woche haben Sie personalbesetzte Öffnungsstunden und wie viele davon samstags?

· Wie ist die Öffnung am Samstag personell besetzt?

· In welchem Turnus sind Ihre Mitarbeitenden im Samstagsdienst eingesetzt?

· Wie unterscheiden sich bei Ihnen die Nutzerzahlen pro Stunde zwischen Montag bis Freitag und dem Samstag?

· Halten Sie auf Grund Ihrer Erfahrungen es für machbar, dass Mitarbeitende jeden zweiten Samstag sechs Stunden durchgehend Servicetheke/Auskunft besetzen?

Falls Sie möchten, können Sie uns Ihre Antwort auch gerne in groben Erfahrungswerten oder anonymisiert mitteilen.

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Hierzu sollten dringend die tariflichen Bestimmungen des jeweils geltenden Tarifvertrages überprüft werden, da bei einem Personaleinsatz an jedem zweiten Samstag das Prinzip der 5-Tage-Woche beachtet werden muss. Darüber hinaus sind ab 6 Stunden Arbeit auch die Pausenzeiten zu beachten; bei sechs Stunden Servicetheke plus ggf. Vor- und Nachbereitungszeit ist auch das absolut relevant.

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Guten Tag,

Computerschubser hat es bereits erwähnt, aber sechs Stunden durchgehend (Plus ggf. Öffnen und Schließen) ist zu viel am Stück. Ansonsten:

  • 36 Öffnungsstunden mit Personal, davon 4 am Samstag
  • i.d.R. 3 Personen (zwei an der Theke, eine Person Rücksortierung, da wird sich dann auch abgewechselt)
  • Wir haben zwei Gruppen, die sich immer abwechseln, also arbeiten wir hier jeden zweiten Samstag
  • Es kommen täglich zwischen 300 und 600 Personen, Samstags zwischen 250 und 400
    • (Falls hier genauere Zahlen interessieren, auch nach Monate, gebe ich diese gern weiter!)

Gerade bei den Besucherzahlen ist festzuhalten, dass wir in der Woche regulär 8 Stunden geöffnet sind, Samstags nur 4, und die Besucherzahl trotzdem sehr hoch ist.

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Wir haben 27 Öffnungsstunden (nur Hauptstelle) und sind samstags für 4 Öffnungsstunden (9-13 Uhr) immer zu dritt besetzt. Davon ist eine Mitarbeiterin an der Info, eine Person an der Servicetheke und eine Person als „Backup“, Rücksortierung usw. da. Zusätzlich haben wir einen Selbstverbuchungsautomaten. Insgesamt arbeiten wir mit Vor- und Nachbereitung immer knapp an die 6 h ran, damit wir keine Pause machen müssen. Jede Mitarbeiterin arbeitet einmal im Monat am Samstag. Trotz der kurzen Öffnungszeit ist der Samstag mit 400-500 Besucher*innen ein sehr starker Ausleihtag bei uns.

Wir sind eine mittelgroße Bibliothek (35.000 ME, 3 Vollzeitkräfte & 3 Teilzeitkräfte). Wir öffnen 32,5 Stunden / Woche - davon 3 am Samstag. Der Arbeitstag Samstag umfasst insgesamt 4 Arbeitsstunden bei uns, Dienstag bis Freitag arbeiten die Vollzeitkräfte also etwas mehr, um am Ende der Woche auf 39 Stunden zu kommen (ca. 8:45 Stunden). Wir sind aber alle im Zwei-Wochen-Samstag-frei-Rhythmus: 3 Kolleginnen sind Team A, die anderen 3 Team B. Die Teilzeitkräfte haben sowieso vier-Tage-Wochen, da wird dann alle zwei Wochen wenn der Samstag gearbeitet wird z.B. der Freitagnachmittag nicht gearbeitet, in der „Samstagfrei“-Woche dann aber schon. Wir Vollzeitkräfte nehmen uns am „freien“ Samstag Überstundenfrei. Solange alle VZ damit einverstanden sind, machen wir das auch weiterhin so. Es ist niemand gezwungen freizumachen, aber es genießen alle sehr :smiley: Das klappt wirklich gut und wenn mal jemand im Samstagsdienst ausfällt (Krank oder Urlaub) springt eine andere Kollegin ein. Wir klären direkt nach der Urlaubsplanung schon ab, wer an Samstagen einspringt, damit alle ihr Jahr planen können. Wir arbeiten allerdings montags generell nicht (ich bin als Leitung die Ausnahme, manchmal muss es doch sein), sodass wir es so ganz gut hinbekommen. Der Samstag ist definitiv sehr hoch frequentiert! Samstags nehmen die Kunden sich sehr viel mehr Zeit für den Bibliotheksbesuch und sind viel tiefenentspannter, genau wie das Team! Wir bieten Samstag außerdem regelmäßig Vorleseveranstaltungen an, das kommt sehr gut an.

Sechs Stunden Thekendienst am Samstag finde ich sehr viel. Unserer Erfahrung nach reicht die Öffnung bis 13 Uhr vollkommen! Wie schon jemand anderes schrieb: Der Ausleihbetrieb muss ja auch vorbereitet werden, sodass dann eine Pause unumgänglich wird - ob das sinnvoll ist?

In der Zentralbibliothek haben wir 43 Stunden in der Woche mit Personal geöffnet, davon 3 Samstags. Wir haben das Glück, dass wir nur alle 5 Wochen Samstags arbeiten müssen, das funktioniert aber leider nicht bei allen so. Wir sind 2-3 Leute in dem Samstagdienst.

Zu den Besucherzahlen kann ich recht wenig sagen, es kommt mir an Samstagen aber deutlich leerer vor. Die Kinderbibliothek ist bei uns separat, dort ist meines Wissens nach auch Samstags mehr los.

Sechs Stunden halte ich tatsächlich für viel, aber vielleicht bin ich auch einfach verwöhnt.

Ohne Samstagdienst hat eine Vollzeitkraft bei uns in der Regel 8 Stunden Thekendienst in der Woche, darunter ein Spätdienst.

Edit: Weil der Samstag bei uns unter 4 Arbeitsstunden hat, haben wir allerdings auch keinen Ausgleichstag

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Danke, scp_2602, für deine Infos!
Ich arbeite auch in der Bib, die die Anfrage gestartet hat. Bei deinen Zahlen heißt das: werktags kommen rd. 40 bis 75 Besucher / Std.; samstags kommen 60 bis 100!!! Darf ich fragen, wie viele VZÄ bei euch arbeiten? Bei uns sind es derzeit 4,3. Somit bieten sich zwei Alternativen: entweder wir arbeiten samstags sechs Stunden durch und sind „nur“ alle zwei Wochen dran oder wir organisieren den Betrieb in 2 Schichten á 3 Std., sind aber dann jede Woche im Samstagsdienst. Beides nicht erstrebenswert! :wink:

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Klingt so, als bräuchtet ihr entweder viel mehr Personal, oder ihr solltet samstags auf OpenLibrary setzen. Mit 4,3 VZÄ kriegt ihr eine reguläre Samstagsöffnung nicht gestemmt.

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Kann man so generell nicht sagen. Wir haben eine VZÄ von 3,15 und öffnen jeden Samstag von 10 - 13 Uhr mit drei Personen. Allerdings haben wir insgesamt nur 21 Öffnungsstunden. Ich halte eine Öffnung von 6 Stunden am Samstag für zu lang. Bei uns (Kleinstadt) merkt man, dass es halb eins deutlich ruhiger wird. Selbst die Bibliothek in der nächsten Großstadt hat samstags nur von 10 - 14 Uhr geöffnet.

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Laut Statistik 2025 hatten wir rd. 51 Besucher und 165 Ausleihen pro Öffnungsstd. . Wenn samstags 25% mehr Besucher und Ausleihen entstehen, landen wir bei etwa 65 Besuchern und gut 200 Ausleihen pro Stunde. WOW! Und das zu weit sechs Stunden lang!

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Hallo allerseits und Grüße aus Liederbach (9.600 EW, VZÄ von ca. 3,1)

wir haben unsere Öffnunsgzeiten letztes Jahr von 20 auf 23 Wochenöffnunstunden erweitert und öffnen an 5 Tagen dienstags bis samstags unsere Türen für die Öffentlichkeit. Wir öffnen wöchentlich samstags an 3 Stunden von 10-13 Uhr. Der Samstag gilt hierbei nicht als offizieller Arbeitstag und wird als Überstunden angerechnet.

In der Regel ist der Samstagsdienst einzeln hauptamtlich besetzt. Regelmäßig werden wir dabei aber von einer ehrenamtlichen Hilfe unterstützt. Wir sind ein Team von 6 hauptamtlichen + 1 Azubi. Wir hauptamtlichen wechseln uns regelmäßig ab, sodass jeder ca. 1 Mal im Monat den Dienst besetzt.

Die Ausleihzahlen 2025 sind wie folgt verteilt:

Dienstag (7 Öffnungstunden): 15.599 Ausleihen
Mittwoch (3 Öffnungstunden): 8.627 Ausleihen
Donnerstag (7 Öffnungstunden): 10.258 Ausleihen
Freitag (3 Öffnungstunden): 6.849 Ausleihen
Samstag (3 Öffnungstunden): 7.145 Ausleihen

Der Samstag ist bei uns drittstärkster Ausleihtag, 2025 entfiehlen 14 % der Jahresausleihen auf den Samstag.

Die Besucherzahlen für 2025 sind wie folgt verteilt:

Dienstag (7 Öffnungstunden): 13.501 Besuche
Mittwoch (3 Öffnungstunden): 6.745 Besuche
Donnerstag (7 Öffnungstunden): 9.358 Besuche
Freitag (3 Öffnungstunden): 6.280 Besuche
Samstag (3 Öffnungstunden): 8.889 Besuche

Von den Besucherzahlen lässt sich ableiten, dass die Öffnungstunden an den Nachmittagen und eben samstags am stärksten sind. Auf den Samstag entfallen rund 20% der Besuche zu den Öffnunsgstunden 2025.

Bei uns hat sich gezeigt, dass samstags die höchste Frequentierung ab 12 Uhr stattfindet. Eine Öffnung länger als 13 Uhr wäre wünschenswert, ist für uns aber durch die Überstunden, die an diesem Tag aufgebaut werden, personell schwerer umzusetzen. Grundsätzlich ist es möglich, alle zwei Wochen zu sechs Stunden zu öffnen, versucht es einfach mal. Hierbei ist nur zu beachten, dass es nach dem TVöD eine gesonderte Vergütungsregelung bei Samstagsarbeit zu geben scheint.

Super! Danke nach Liederbach für deine ausführliche Antwort. Da wir nur vier VZÄ haben, noch keine Azubi und noch keine ehrenamtliche Unterstützung vorhanden ist (beides geplant), schreiben wir erstmal samstags 10 bis 14 Uhr in den Entwurf für die städtischen Gremien. TVöD schreibt 20% Zuschlag vor samstags ab 13 Uhr.