Genau das ist auch mein Gedanke. Nur, weil wir einige Neuerungen einbauen, heißt es ja nicht, dass das Alte weg muss. Es gibt schon so viele Dinge, von denen Personengruppen ausgeschlossen werden, da es nur über App mit dem Smartphone geht oder whatever, da muss eine öffentliche Bibliothek nicht zu beitragen.
Ich finde es auch wichtig, die Möglichkeit zur Barzahlung beizubehalten. Zum einen haben wir in den Bibliotheken sehr heterogene Nutzendengruppen, von denen eben nicht alle digitale Zahlungsmethoden verwenden können (aus ganz unterschiedlichen Gründen! Ich möchte hier das Alter ganz bewusst außen vor lassen. Auch bspw. kognitive Einschränkungen können es erschweren, digitale Zahlungsmethoden zu nutzen) oder bewusst nicht wollen. Da wir die Fahne der Demokratie gerne sehr hoch halten, sollten wir auch diese Nutzenden berücksichtigen. Ein weiterer Grund sind technische Ausfälle: Es kommt immer wieder vor, dass Internetverbindungen nicht funktionieren, Anbieter gehackt werden, das Handy abschmiert, Dienste nicht verfügbar sind, und und und. Schweden geht da m.E. den richtigen Weg: Digital ja, aber trotzdem bleibt das Bargeld wichtig.
Ich selbst zahle fast alles mit Karte, habe aber trotzdem immer etwas Bargeld dabei. Neulich ging an der Tanke die Kartenzahlung nicht, ich war aber auf der letzten Rille bzw. mit dem letzten Schluck Sprit unterwegs: Da war ich froh, noch 30€ dabei zu haben.
Bitte entschuldige die verspätete Antwort. Diese Kernfrage haben wir mit einer neuen Satzung gelöst. Kinder und Jugendliche haben nicht nur keine Jahresgebühren, sondern auch keine Mahngebühren mehr. Lediglich eine „letzte Mahnung“ wird dann gleich an die Erziehungsberechtigten gesendet. Säumige Kinder und Jugendliche werden jedoch nach der 1. Mahnung gesperrt, bis sie ihre Medien wieder abgeben. Wir halten das für pädagogisch sinnvoller und sorgt bei finanzschwachen Haushalten für weniger Hemmnisse an der Beteiligung. Etwa jedes dritte Kind in der Stadt wächst bei uns in finanzschwachen Haushalten auf. Die kommunale Politik (12 Parteien) hat diese von der Verwaltung erarbeitete Satzung einstimmig Ende 2024 in der Bürgerschaft verabschiedet. Es gab nicht einmal eine Diskussion, weil die Jahresgebühren stabil blieben.
Wir in Wermelskirchen bieten auch EC Zahlung und Barzahlung an.
Beides wird gleich viel genutzt, daher würde ich keine Barzahlung abschaffen, um keine Personen auszuschließen.