Unmittelbar nach der Erstellung dieses Posts wird die folgende E-Mail an bibnez versandt, ergänzt um den Link zu diesem Post. Ich freue mich über Diskussionsbeiträge und, wer weiß, vielleicht dann auch über ein Anwachsen der Community hier.
Liebe Kolleg:innen,
nach einiger Zeit, die ich das Treiben auf dieser Liste beobachte, frage ich mich, warum sich die beiden „Lager“ ÖB und WB mit dem Ende ihrer ursprünglichen Mailinglisten so unterschiedlich entwickelt haben.
Nach meiner Wahrnehmung versucht die WB-Welt nach dem Ende der inetbib hier eher wie bisher weiterzumachen. Bei den Kolleg:innen der ÖBs hat man auf https://bibcourse.eu ein neues Zuhause gefunden, das seither Austragungsort lebhafter Debatten und Anlaufpunkt für kollegiale Hilfestellung ist in einem Maße, wie ich es auf den Mailinglisten nur sehr selten erlebt habe.
Was hindert uns in den wissenschaftlichen Bibliotheken eigentlich daran, diesen Weg auch zu gehen? Warum tauschen nicht auch wir Listenarchive gegen Forenthreads? Neben der speziellen Themen für die jeweiligen Infrastrukturen gibt es mehr als genug Themen, die man jenseits der Silos gemeinsam diskutieren kann. Was steht uns im Weg?
Einigen Kolleg:innen steht sicherlich die Gewohnheit im Weg (Mailinglisten gibts schließlich gefühlt schon immer), vermutlich auch die Hürde aus Bedenken und/oder “Aufwand”, sich mit einem neuen System beschäftigen zu müssen (auch wenn das einfacher ist als vielleicht angenommen), und eventuell auch die Tatsache, dass die Diskussionen hier “offener” sind als in einer Mailingliste, zumal, wenn die kein öffentlich einsehbares Archiv hat.
Ich würde es auch sehr begrüßen, wenn hier mehr “WB-Kolleg:innen” aktiv wären.
Und normalerweise hätte ich auch nichts gegen “doppelt hält besser” und das parallele Bespielen beider Kanäle – aber noch mehr Ankündigungen von DGI-Veranstaltungen brauche ich auch nicht.
Man kann in Bibcourse auch nur bestimmte Kategorien/Schlagwörter verfolgen und/oder bestimmte andere explizit ignorieren. Man bekommt dann keine Benachrichtigung mehr zu ignorierten Themen. Man kann übrigens sogar Benutzer:innen auf seine persönliche Stummschalte-Liste setzen.
So kann man sich seinen persönlichen Informationsstrom zusammenbauen. Das geht bezogen auf Absendende in Mailinglisten zwar auch, wenn es um thematische Filterung geht, wird es da aber schon sehr eng.
Die Antwort auf Ihre letzte Frage: niemand. Jede*r kann sich hier auf bibcourse anmelden und mitdiskutieren oder Themen anstossen. Und man hat mit Forum-ÖB ja ein positives Beispiel vor der Nase: lebendige Diskussion, mit Archiv. Ich freue mich sehr, dass der Wechsel zu bibcourse so gut geklappt hat (und hoffe, dass jene, die Forum-ÖB nur lesend verfolgt haben, dies hier ebenso tun!).
Also, ich hab’s jetzt zumindest endlich geschafft, mich anzumelden. Sorry, dass es so lange gedauert hat! Vermutlich geht es vielen anderen so wie mir. Immer, wenn ich an Bibcourse erinnert wurde, kam etwas anderes dazwischen und ich hatte die Zeit nicht, mir das mal näher anzusehen. Und dann habe ich es wieder vergessen
Insofern herzlichen Dank an @BarryJive für seine Mail gerade, die mir den nötigen Anstoß gegeben hat.
Insgesamt ist es fraglos immer eine gewisse Hürde, sich wieder mit einer neuen Plattform auseinanderzusetzen. Wobei ich sagen kann, dass ich hier zumindest recht schnell die nötigen Basis-Infos gefunden habe. Für viele, die noch nicht umgestiegen sind, dürfte die wichtigste Info sein, dass die Plattform durch den Mailinglistenmodus eigentlich genauso genutzt werden kann wie eine klassische Mailingliste. Das war mir vorher nicht klar gewesen.
Ich habe mich nach dem Ende von Inetbib nicht auf bibnez angemeldet, daher weiß ich nicht, was da so los ist. Dass bibcourse so wenig genutzt wird, finde ich schade, über die Gründe kann ich auch nur spekulieren und schließe mich dabei Viola an. Ergänzen würde ich noch, dass die WB-Welt aus ganz unterschiedlichen Arbeitsfeldern besteht, neben dem klassischen Bibliotheksbetrieb auch Themen wie Open Access/Open Science, Langzeitarchivierung, Forschung… mit jeweils eigenen Communities und eigenen Kommunikationskanälen (im Fall von OA insbesondere die IPOA-Mailingliste und Mastodon; das - ebenfalls auf Discourse basierende - oa.forum von open-access.network wurde hingegen mangels Nutzung eingestampft).