Frisch ins neue Jahr starten und dabei gleich etwas digital unabhängiger werden?
Mit heute findet jeden ersten Sonntag im Monat der Digital Independence Day (DID) bzw. Digitale Unabhängigkeitstag (DUT) statt, der zum Wechsel von Big-Tech-Plattformen wie Google, Meta, Amazon, Microsoft & Co. zu freien, lokalen oder auch einfach nur weniger problematischen Alternativen animieren soll.
Dabei gibt es in vielen Städten Deutschlands und online zahlreiche kostenlose Workshops, Wechselcafés und andere Events verschiedener ehrenamtlicher Organisationen. Alle aktuellen Termine und ein paar Wechselrezepte zum zuhause Nachmachen finden sich auf der Aktionsseite: https://di.day
Unter den Hashtags #DIDit und #DUTgemacht lassen sich bereits jetzt in den Sozialen Medien Erfahrungsberichte und Diskussionen von Umsteigewilligen, Umsteigenden und Umgestiegenen nachlesen.
Das Projekt geht auf eine Idee des Autors Marc-Uwe Kling zurück und wird inzwischen getragen von vielen bekannten zivilgesellschaftlichen Akteuren unter Koordination der Gesellschaft Save Social – Networks For Democracy. Genauere Informationen zum Projekt lassen sich etwa der Pressemitteilung des CCC entnehmen: CCC | CCC unterstützt den monatlichen Digital Independence Day
Vielleicht bietet sich die ein oder andere Veranstaltung in diesem Zusammenhang auch für Bibliotheken an.
Wunderschön, dass das Thema eine Kampagnendimension bekommt! Gerade hat das Kukez-Blog zwei Links auf Mastodon in Zusammenhang mit dem Di-Day gepostet,. die ich gerne hier weiterleiten möchte:
Leider befreit keine Empfehlungsseite davor, nach wie vor jeden Dienst vor der Nutzung kritisch unter die Lupe zu nehmen. Etwa nur weil ein Dienst in Europa angesiedelt oder gehostet ist, heißt das noch lange nicht, dass dieser deswegen vertrauenswürdiger ist, die DSGVO respektiert, nicht trackt, nicht Daten verkauft, nicht eine Abhängigkeit aufbauen will, nicht seine Beschäftigten ausbeutet, nicht den Planeten schädigt usw.
Genauso ist es möglich, dass europäische Tech-Firmen auf fragwürdige Drittanbieter zurückgreifen und damit Big Tech wieder über die Hintertür hinein lassen. Auch nicht alles ist wirklich „open“, was sich „Open Source“ nennt, Stichwort: Openwashing (Openwashing ans Licht! - media.ccc.de). Und auch bei Anbietern, die offensiv mit Privatsphäre/Datensparsamkeit/„digitaler Souveränität“ werben, sich aber gleichzeitig als „Lösung für alles“ verkaufen, wäre ich vorsichtig, denn: Never put all eggs in one basket.
Übrigens: Auch die Erstellenden einiger Umstiegs-Websites sind nicht frei von Eigennutz und bevorzugen bestimmte Alternativen, haben Sponsoren oder versehen Links mit Werbe-IDs (sog. Affiliate-Links), woran sie Geld verdienen. Aus diesem Grund kommt man mE auch nicht umhin, sich anzusehen, wer die genannten Websites betreibt und aus welchen Motiven.