Call for Papers: Der Bibliotheksdienst stellt sich neu auf

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, schrieb Hermann Hesse in seinem berühmten Gedicht „Stufen“. Ganz in diesem Sinne steht auch der Bibliotheksdienst 2026 vor einem Neuanfang mit verändertem Profil und neuer Herausgeberschaft (Karin Holste-Flinspach und Boris Queckbörner). In seiner Neuausrichtung steht er nun noch stärker als zuvor für den Blick in die und aus den „Maschinenräumen“ der Bibliotheken und anderer Gedächtniseinrichtungen: eine Zeitschrift von Praktiker*innen für Praktiker*innen, über alle Statusgruppen hinweg. Mit dieser Fokussierung soll zugleich das Selbstverständnis des Bibliotheksdienstes in der doppelten Bedeutung als Dienstleistung für alle in Bibliotheken und angrenzenden Institutionen tätigen Personen und gleichermaßen als Produkt dieser Community geschärft werden. Die Zeitschrift behandelt daher sowohl Querschnittsthemen aus Bereichen wie Management (z.B. Personalentwicklung, Prozessgestaltung, Agilität/New Work, Führung), Nachhaltigkeit oder Benutzungsforschung, die für alle Gedächtnisinstitutionen von Belang sind, als auch spezifischer bibliothekarische Themenkomplexe wie Openness & Open Science, Bibliothek als physischer und sozialer Ort & Lernraum oder die Vermittlung von Informations- und Medienpraxis. Schließlich soll die Zeitschrift eine bibliotheksspezifische Perspektive auf gesellschaftliche Debatten bieten (aktuell etwa Demokratieförderung oder die Aufarbeitung der kolonialen Kontexte von Sammlungsgut).

Die Formate sollen den jeweiligen Themen und Inhalten sowie den Beitragenden entsprechen, weshalb der Bibliotheksdienst verschiedene Beitragsformate anbietet: Fachbeiträge dienen der Vertiefung eines Themas; Praxisbeiträge, Essays und Interviews erlauben eine formal freiere Auseinandersetzung und Darstellung; Tagungsberichte, Reviews und (Sammel-)Rezensionen geben kurze, prägnante Einblicke in laufende Fachdiskussionen und -kulturen.

Für das erste Heft 2026 laden wir alle Interessierten ein, Beiträge in einem der genannten Formate einzureichen. Ideen und Skizzen können gerne mit den Herausgeber*innen vorab besprochen werden. Thematisch wird es passend zur Neuauflage des Bibliotheksdienstes um (Neu-)Anfänge, Neubeginne und Neustarts gehen. Neuanfänge bezeichnen stets Übergangsphasen zwischen einem alten oder erledigten Zustand auf der einen und einem offenen Zukunftsraum auf der anderen Seite. Dessen Ausgestaltung, Strukturierung und Organisation stellt auch Bibliotheken und andere Gedächtniseinrichtungen oftmals vor große Herausforderungen, da Unsicherheiten, Unklarheiten und Risiken abgeschätzt, bemessen und verregelt werden müssen. In diesen Gestaltungsprozessen und den daraus resultierenden Erfahrungswerten liegt großer Nutzen, der über die jeweilige Einrichtung hinausgeht. Nicht nur hilft es zu wissen, dass Probleme, mit denen man sich befasst, bereits von Anderen bearbeitet worden sind, sondern deren Ansätze und Lösungen können in der Folge auch als Orientierung oder Vorbild dienen. Vor diesem Hintergrund laden wir alle Kolleg*innen in Bibliotheken und angrenzenden Gedächtnisinstitutionen ein, ihre jeweils eigenen Erfahrungen mit Neuanfängen und Neustarts zu teilen (die Best Practices ebenso wie die failed ideas und lessons learned).

Aus der Vielzahl der möglichen Themen seien nachfolgend nur einige wenige genannt:

  • Berufs- oder Ausbildungsstart (Onboarding): Wie verlief mein Start in die FAMI-Ausbildung, das Studium oder in die neue Stelle? Welche Maßnahmen wurden seitens der jeweiligen Einrichtung ergriffen, um den Prozess des Onboardings zu gestalten? Welche Routinen sind etabliert? Gibt es vorbildliche Prozessgestaltungen? Was könnte zukünftig besser gemacht werden?

  • Projektstarts: Gerade zu Beginn neuer Projekte muss eine Vielzahl von strukturellen und personellen Entscheidungen getroffen werden, die sich oftmals massiv auf den weiteren Verlauf des Projekts auswirken. Wie wählt eine Projektleitung die richtigen Mitarbeiter*innen aus? Welche Rahmenbedingungen müssen berücksichtigt werden? Wie wird die Zusammenarbeit organisiert? Wie kläre ich Rollen und Verantwortlichkeiten? Welche Software/Hardware wird benötigt bzw. soll genutzt werden?

  • Einführung neuer Workflows und/oder neuer Software: Im Rahmen der Digitalisierung und Optimierung von Workflows werden in vielen Organisationen neue Anwendungen und Tools eingeführt. Häufig verändern sich damit auch bestehende Arbeitsprozesse, was in der Folge sowohl zu Irritationen oder Unsicherheiten als auch zu neuen Möglichkeiten und Chancen führen kann. Wie werden solche Prozesse der Einführung neuer Software vorbereitet und durchgeführt. Welche begleitenden Maßnahmen gibt es seitens der Arbeitgebenden? Was sind Beispiele für gelungene Einführungsprozesse? Wo gab es Schwierigkeiten?

  • Neue Veranstaltungs- und Schulungsformate: Bibliotheken und andere Gedächtniseinrichtungen verfügen inzwischen über ein sehr differenziertes Schulungs- und Veranstaltungsprogramm. Zusätzlich hat gerade die jüngste KI-Welle zu einer steigenden Anzahl neuer Angebote geführt. Welche Erfahrungen wurden bei der Einführung neuer Formate und Inhalte gemacht? Was lief (unerwartet) gut und weniger gut?

  • Neueröffnungen: Wurden in der jüngsten Vergangenheit neue Standorte eröffnet oder bestehende Standorte umgebaut? Wurden neue Räumlichkeiten erschlossen? Welche Lerneffekte gab es in diesem Rahmen? Worauf sollten andere Einrichtungen achten, wenn sie ebenfalls einen solchen Weg gehen wollen?

  • Neugründungen: Haben Sie eine Zusammenlegung oder Neugründung einer Bibliothek begleitet oder miterlebt? Welche Herausforderungen und Risiken gab es dabei? Wie wurden diese verregelt, angenommen oder minimiert?

Folgende Formate publiziert der Bibliotheksdienst künftig:

  • Fachbeiträge (10-15 Seiten à 2.400 Zeichen => max. 36.000 Zeichen inkl. Leerzeichen)

  • Praxisberichte (5-10 Seiten à 2.400 Zeichen => max. 24.000 Zeichen inkl. Leerzeichen)

  • Essays (5-10 Seiten à 2.400 Zeichen => max. 24.000 Zeichen inkl. Leerzeichen)

  • Miszellen (5-10 Seiten à 2.400 Zeichen => max. 24.000 Zeichen inkl. Leerzeichen)

  • Rezensionen (1-3 Seiten à 2.400 Zeichen => max. 8.200 Zeichen inkl. Leerzeichen)

  • Reviews/Sammelrezensionen (ca. 5 Seiten => max. 12.000 Zeichen inkl. Leerzeichen)

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge, die bis zum 1. März 2026 bei uns sein sollten, um ins Heft zu kommen.

Einsendungen ebenso wie Rückfragen oder Beitragsvorschläge bitte an bibliotheksdienst@degruyterbrill.com

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