Aufteilung Dienste Info/Theke Bibliothekar*innen/Famis

Hallo zusammen,

bei uns ist die aktuelle Regelung, dass an der Theke im Erdgeschoss (erste Anlaufstelle für Nutzer*innen mit Rückgabeautomat, Sortierung der zurückgegebenen Bücher, Anmeldungen, Fragen zur räumlichen Orientierung) ausschließlich Verwaltungsfachangestellte und Famis eingesetzt werden. Im Erdgeschoss befindet sich zudem der Reiseführer-Bestand und die Kinderbücherei, zu der einfache Auskünfte zur Suche gegeben werden. An der Info (Bestand dort sind Sachbücher und Belletristik) sind ausschließlich Bibliothekare eingesetzt, hier wird zusätzlich bei Fernleihen unterstützt und größere Anfragen bearbeitet (die deutlich zurückgehen). Auf dieser Ebene befinden sich zudem Kopierer und PCs, an denen kleine Hilfeleistungen gegeben werden. Wie ist dies in anderen Häusern geregelt? Werden auch Bibliothekar*innen an der Theke eingesetzt oder Famis an der Info? Ich würde mich über Austausch und Rückmeldungen freuen.
Danke!
Katharina Späth, Ravensburg

Bei uns muß jeder (nahezu) alles können. In Zeiten grosser Personalknappheit ist eine Aufteilung in FaMi (bei sehr langjährigen Kollegen noch „Assistentin“) und Bibliothekarin schlicht nicht praktikabel. Wer’s kann, der macht’s. Auch Lektorate werden z.T. von FaMis/Assistenten betreut, und das in aller Regel sehr gut. Ebenso werden Thekendienste im Verbuchungsbereich SELBSTVERSTÄNDLICH auch von bibliothekarischen Kollegen übernommen.

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Bei uns ist es ähnlich wie bei Myrtha. Alle sitzen an der Theke, alle sitzen an der Info, alle machen mit bei der Rücksortierung. Mittlerweile machen FAMIs auch Lektoratsarbeit und die Fernleihe ist FAMI-betreut.

Unterschiede liegen bei uns tatsächlich im Bereich Veranstaltungen und Klassenführungen, die von Bibliothekar:innen betreut bzw. durchgeführt werden, und bei der technischen Einarbeitung der Medien, welche nur durch die FAMIs erfolgen. (Es kann durchaus sein, dass ein FAMI den gesamten Buchweg, von der Bestellung über den Eingang und Katalogisierung bis zur Einarbeitung, allein durchführt.)

Sonst ist es auch mehr ein „wer es kann, macht’s“ Ding. Die FAMI-Kollege, der gut mit dem Kopiergerät kann, wird im Notfall auch dafür gerufen. Die Bibliothekarin, welche magische Hände hat, kümmert sich um einen kaputten Rücksortierungsautomaten.

Ob das tatsächlich so gut ist lässt sich vielleicht diskutieren, aber bei uns ist es personell einfach auch anders nicht umsetzbar.

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Wäre nun noch interessant zu wissen, wie die FAMIs eingruppiert sind… Für höherwertige Arbeit sollte auch enstprechend mehr bezahlt werden.

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Bei uns ist es E 7 TVöD, im Gegensatz zu den Bibliothekaren, bei denen ist es E 9.

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Bei uns (ÖB, Berlin) gibt es da auch keine Trennung der Berufsgruppen in den Aufgaben- „Auskunft und Beratung“ ist ein tariflich zusammengefasster Arbeitsbereich und wird von beiden Berufsgruppen (FaMI und Bibl) gemacht. Da beide Berufsgruppen dafür ausgebildet sind, ist das auch leistbar.

In der Eingruppierung spiegelt sich wiederum nicht wider: Auskunft steht bei allen drin, sodass E6 bis E12 bei uns in allen Theken sitzt.

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Bei uns (ÖB) ist es strikt getrennt.
Famis dürfen keine Lektoratsarbeit oder Auskunftsdienste machen, die Bibls machen keine Ausleih- und Servicetheken Dienste, sowie Einstellarbeiten, etc.
Wir Famis haben zwischen E5 und E7, die Bibliothekare ab E10.

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In meiner Ausbildungsbibliothek war das auch SEHR streng getrennt.

In meiner aktuellen Bibliothek (kleine WB) machen Famis eigentlich alles, Kontakt zum IT-Dienstleister, Theke, Mailauskünfte, Lesesaalplanung, Veranstaltungsmanagement und Durchführung, Veröffentlichungen bearbeiten, Marketing usw. . Eingruppiert sind wir zwischen 5-9, leider keiner wirklich passend.

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Hallo,

bei uns in Rottenburg am Neckar sind die Famis und Bibliothekare an der Theke sowie Beratung zuständig. Da wir ja alles wissen und auch weitergeben können, finde ich persönlich auch diese Unterteilung heutzutage echt nicht mehr fair in vielen Bibliotheken. In meiner vorherigen Bibliothek war es auch getrennt und wenn dann die Bibliothekare, die so gut wie nie an der Theke waren, mal aushelfen mussten, ging oft nicht viel bzw. es kamen viele Nachfragen zu dem sry relativ einfachen Dingen. Da finde ich das in Rottenberg sehr gut gelöst! Auch unsere Leitung ist regelmäßig an der Theke. Zu den Entgeltgruppen kann ich sagen, dass die Famis hier EG 7 und die Bibliothekare 9b haben.

LG

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Ja, das war bei uns vor vielen Jahren auch so, bis man dann festgestellt hat, daß man sich solch ein … Luxusverhalten irgendwann einfach nicht mehr leisten konnte. Das Problem daß FaMis/sehr berufserfahrene Assistenten nicht adäquat bezahlt werden bleibt natürlich bestehen und wird sich auch nicht ändern. Da muß dann jeder für sich entscheiden, ob er tun will was er kann und ihm Freude macht, oder ob er sich entschließt, das zu tun wofür er bezahlt wird. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Für beide Entscheidungen gibt es sehr gute Gründe. Da ich das was ich tue gut und gerne tue, lebe ich damit, daß ich nicht so bezahlt werde, wie es mir zustehen sollte.

Hallo ,

bei uns sind aus allen Antworten ein Gemisch.

Auch ich habe als FaMi eine monatliche Veranstaltung, die ich selber organisiere und durchführe. Deshalb bin ich tatsächlich auch in EG9 im letzten Jahr eingestuft worden.

Also wenn man als FaMi ausergewöhnliche Aufgaben hat, bin ich der Meinung, sollte man auch versuchen höher gestuft zu werden.

Ich habe aber auch zwei Schul- und Ortsbüchereien, die ich seit Jahren leite und auch Auskunftsdienst. Dafür bin ich nicht höher guppiert worden.

Viele Grüße.

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Hallo aus Liederbach,

in unserer Gemeindebücherei einer kleinen Gemeinde (9.500 Einwohner) mit knapp 3,5 Stellen arbeiten keine studierten Bibliothekar*innen. Neben der Leitung (ein FaMI mit langjähriger Leitungserfahrung) arbeiten bei uns viele Quereinsteiger. Die Stellvertretende Leitung ist mit einer Person besetzt, die den FaMI mit Externenprüfung gemacht hat. Aktuell bilden wir erstmalig einen FaMI aus.

Bei uns sind die Aufgaben somit breit verteilt, auch Quereinsteiger haben bei uns eigene Lektorate und Budgetverantwortung.

Vor einiger Zeit wurden im Rahmen eines externen Stellenbewertungsverfahrens auch fast alle Stellen aufgewertet. Die Leitung wurde hierbei mit einer EG 11 und die Stellvertretung mit einer EG 9c bewertet. Bei dieser Bewertung wurde die Aufgabenvielfalt und die Eigenverantwortlichkeit hervorgehoben.

Als kleine Bücherei ist es uns schlichtweg kaum möglich, die Aufgabenbereiche nach den akademischen Graden zu trennen, zumal das oftmals auch wenig Sinn ergibt.

Grüße aus Liederbach