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Neben der Verwaltung der Bücher administrieren sie zudem Leser („Benutzer“), und sehr häufig, wenn nicht gar in der Regel, wohl auch deren Recherche- und Ausleihverhalten. Vorgeblich aus Sicherheitsgründen gesetzte „Cookies“ dienen meist diesem Zweck – der Anlage einer „temporär“ gespeicherten Suchhistorie.
Wonach recherchiert jemand? Was leiht er aus?
Immer wieder werden hier Bibliotheksmanagementsystem und Discoverysystem wild durcheinandergeworfen.
„Wohl“ schreibe ich hier, weil die Bibliotheken die Frage, wie der Benutzer umgekehrt wissen kann, was die Bibliotheken über ihn wissen – allen Transparenzschwüren zum Trotz --, nie offen beantworten.
Interessanter Punkt: „Meine“ Bibliothek hat eine sehr detaillierte Datenschutzerklärung, aber mit Fokus auf die Webseite und jenen Diensten, die über die Webseite angeboten werden. Das Bibliotheksmanagementsystem selbst ist da nicht erfasst. Der Opt-Out aus dem (anonymisierten) Nutzertracking auf der Webseite wird klar beschrieben.
Trotzdem könnte sich der Autor seine Frage mit einer DSGVO-Anfrage leicht beantworten lassen.
Die Versicherung, es gäbe keinen Grund, zu misstrauen, da es sich um ein Non-Profit-Unternehmen handle, wäre glaubwürdiger, wenn die Transparenzbeteuerungen der OCLC-Firmenwebsite durch Offenlegung aller Finanziers Realität würden. Wer außer den Bibliotheken selbst gegenwärtig das Konsortium finanziert, wissen wir weitgehend nicht, wie wir auch nicht die Interessenlagen von Förderern kennen, soweit sie über Philanthropisches hinausgehen.
Das scheint mir ein Missverständnis davon zu sein, wie OCLC arbeitet. Die sammeln ja keine Spenden von nebulösen Förderern, sondern verlangen Geld für die Dienstleistungen, die sie anbieten (und verdienen noch ein kleines bisschen aus ihren Investitionen). OCLC-Mitgliedschaft läuft m.W.n. rein über das Abonnement von Dienstleistungen, nicht über Mitgliedsbeiträge und/oder Kapitaleinlagen.
Ob [FOLIO] im Resultat ebenfalls auf eine Cloudlösung mit all ihren datenschutzrechtlichen Problemen hinausläuft, ist aber nicht klar. Die Entwickler preisen ihr Modell durchaus als cloudfähig an.
Der Generalverdacht gegenüber der „Cloud“ ist fehl am Platz - der Begriff ist nicht mit amerikanischen Hyperscalern gleichzusetzen. Im Zweifelsfall wird die Cloud halt vom Uni-Rechenzentrum oder einem IT-Dienstleister des Landes betrieben.