Altersfreigabe/Altersempfehlungen Romane ab 18 (z.B. Dark Romance)

Das ist eine gute Zusammenfassung von dem was ich geschrieben habe, daher sehe ich da keine (durch das “allerdings” implizierte) Widersprüchlichkeit. Danke fürs nochmalige Rekapitulieren.

2 „Gefällt mir“

Hallo zusammen, diese Liste ist im Rahmen meiner Recherchen zu meiner Vortragsreihe zum Thema Dark Romance/New Adult in Schulbüchereien entstanden. Daher gebe ich sie auch nur in diesem Zusammenhang weiter. Eben genau weil ich nicht möchte, dass jemand auf die Idee kommt, ich würde eine Liste “verbannter” Bücher o.ä. verbreiten. Mir ist die Problematik, die fuzzyleapfrog anspricht durchaus sehr bewusst. Natürlich sollte Literatur frei zugänglich bleiben und insbesondere mit der deutschen Geschichte im Hinterkopf sollten Listen mit Büchern, die vermeintlich nicht geeignet sind (in welchem Kontext auch immer), immer mit sehr viel Vorsicht genossen werden.

Aber meine Liste im Besonderen richtet sich vornehmlich an die Kolleg_innen, die meinen Vortrag angehört haben und daher ein gewisses Hintergrundwissen zum Entstehen dieser Liste und zu den Autor_innen und Verlagen, die darauf verzeichnet sind, erarbeitet haben.

Es ist keine Liste, die irgendetwas verbieten möchte, sondern eine Orientierungshilfe für diejenigen, die sich mit BookTok und Co. nicht auskennen und Angst haben, sie könnten ihrer Sorgfaltspflicht gegenüber Schüler_innen nicht nachkommen, indem sie Bücher in die Schulbücherei stellen, deren Inhalte unter Umständen schädlich für Heranwachsende sein könnten. Ich pflege diese Liste nach meinem eigenen Wissen und Gewissen und ich habe auch schon Einträge auf dieser Liste hinzugefügt oder entfernt, je nachdem, was sich seit Beginn meiner Beschäftigung mit der Thematik, evtl. entwickelt hat.

In meinem Disclaimer, der der Liste vorangestellt ist, betone ich auch, dass diese Liste keinen Vollständigkeitsanspruch hat (das geht auch gar nicht, wenn man als Einzelperson so eine Liste pflegt) und dass sie auch keinen Alleingültigkeitsanspruch hat. Damit meine ich, nur weil ich die Einträge auf dieser Liste erstellt habe, würde jemand anderes wahrscheinlich eine andere Liste verfassen. Bei der Hülle und Fülle an Neuerscheinungen jedes Jahr ist es gar nicht möglich, alles zu überblicken. Ich orientiere mich an den “gehypten” Büchern und Autor_innen und an den BookTok, bzw. Bookstagram Trends. Weil dies üblicherweise ja dann auch die Bücher sind, die nachgefragt werden oder auf den Bestseller Listen landen.

Bücher, die in Schulbüchereien verliehen werden, werden von den Schüler_innen gelesen, ohne dass diese unbedingt die Möglichkeit haben, das Gelesene zu besprechen und dementsprechend einordnen zu können. Wir als Schulbibliotheken haben daher meiner Meinung nach eine besondere Sorgfaltspflicht, dass Heranwachsende durch uns nicht in Kontakt mit Literatur kommen, die ihnen eine falsche Vorstellung von beispielsweise toxischen Beziehungsmustern oder Gewalterfahrungen, etc. vermitteln. Verbieten/verschließen wir damit den Zugang zu dieser Literatur? Meiner Meinung nach nicht. Die Jugendlichen können sich diese Bücher in Stadtbibliotheken ausleihen, selbst kaufen, bei Freund_innen leihen usw. usf. Und ich für meinen Teil weise in “meiner” Schulbibliothek auch daraufhin, warum wir gewisse Titel nicht anschaffen und schlage Ersatztitel vor.

Im oben bereits erwähnten Disclaimer für meine Liste, weise ich ausdrücklich darauf hin, dass diese Liste keine Handlungsanweiseung darstellt, genau diese Art Literatur ausdrücklich zu “verbannen” oder ähnliches. Sie dient lediglich dazu, Kolleg_innen, die sich mit New Adult und Dark Romance Titeln nicht auskennen, aufzuzeigen, welche Art Bücher in einem schulbibliothekarischen Kontext unter Umständen problematisch sein könnten und auch, warum diese das sein könnten. Außerdem stehen auf der Liste Alternativen, mit Autor_innen und Verlagen aus den Genres, die ich durchaus für wichtige und geeignete Literatur in Schulbibliotheken halte.

Letztendlich bleibt es jeder Bibliothek, jedem_r Kolleg_in, selbst überlassen. Wir kennen unser Klientel, wir kennen teilweise sogar die Lebensumstände oder zumindest das literarische Vorwissen derjenigen, die bei uns ausleihen und wir können am besten einschätzen, welches Kind welche Art von Literatur am besten verarbeiten kann und dann evtl. auch individuell Ratschläge erteilen. Und ja, natürlich müssen wir neutral bleiben und können nicht verbieten, dieses oder jenes Buch zu lesen. Aber überspitzt gesprochen: wenn ich in einer Bücherei eines Gymnasiums arbeite, wo vornehmlich 16-jährige Mädchen ausleihen, die gebildet und erfahren sind, ist das ein anderer Kontext, als wenn ich in einer Gesamtschule arbeite, wo auch eine Grundschule angeschlossen ist und ich keinen Überblick habe, wie alt die Kinder sind, die Bücher in die Hand nehmen, die ihnen unter Umständen in ihrer geistigen Entwicklung schaden könnten. Und wenn ich mit BookTok keinen Vertrag habe, sprich, mich auf diesen sozialen Kanälen nicht bewege, auf denen die Bücher empfohlen und beworben werde und dann ungefiltert die Bücher bestelle, die gewünscht werden, ohne mich damit auszukennen, dann kann so eine Liste sehr hilfreich sein, eben genau diesen Filter anzuwenden.

Ich kann daher nur noch einmal Werbung dafür machen, sprecht mich an, ich halte den Vortrag gerne für euch und euer Team, zeige euch mögliche Handelsweisen auf, gebe Ideen, Tips und Literaturbeispiele, informiere und vor allem: ich verurteile nicht und rufe nicht zum Verbieten auf, sondern zum genaueren Hinsehen und Informieren und sich dann selbst eine Meinung zu bilden bzw. im Team zu besprechen, wie man mit diesen Genres umgehen soll.

10 „Gefällt mir“

Vielen Dank für die Einordnung und Erläuterungen. Ich hatte vermutet, das da genau solche weiteren Überlegungen dahinter stecken, was der Kürze der Ursprungsnachricht aber nicht zu entnehmen war, daher freue ich mich sehr über die längere Ausführung und auch die Betonung, dass diese Liste nicht einfach geteilt wird und zudem einen Disclaimer enthält. Das klingt insgesamt sehr spannend.

1 „Gefällt mir“

Ich greife das Thema erneut auf, weil es gerade wieder stark in den Medien präsent ist – und weil mir folgender Aspekt fehlt: Vielen Jugendlichen ist es ohnehin peinlich, solche Titel auszuleihen – nicht wegen des Inhalts, sondern wegen möglicher Reaktionen. Eine jüngere Verwandte von mir hat Fifty Shades of Grey deshalb vor ein paar Jahren lieber anonym online gekauft, obwohl es in der Bibliothek stand. Sie befürchtete angesprochen zu werden…

Solche Situationen gab es schon früher. Viele ältere Prominente berichten, gefragt nach Anekdoten zu Bibliotheken, dass sie bestimmte Bücher nicht ausleihen durften, weil man sie „zu jung“ fand. Die Folge war fast immer: Buch anderweitig besorgt, Bibliothek zukünftig gemieden. Genau von solchen Mustern wollten wir doch wegkommen.

Dark Romance wirkt auf Jugendliche sehr unterschiedlich. Manche kommen gut damit klar, andere nicht. Wissenschaftliche Diskurse zeigen, dass dies vor allem von der psychologischen Vorgeschichte abhängt – und nicht vom Bildungsgrad, ganz gleich ob Gymnasium oder Mittelschule. Genau deshalb sollten Bibliotheken nicht beurteilen wollen, wer „belastbar“ genug ist. Damit kommt man schnell in Teufels Küche.

Für mich gibt es zwei sachliche Wege:

• Anschaffen und neutral behandeln.

• Oder nicht anschaffen, weil es z. B. nicht ins Bestandskonzept passt.

Viele Jugendliche werden diese Bücher ohnehin lesen – egal ob sie im Bestand stehen oder nicht. In einem Fernsehbeitrag erzählte eine Autorin, sie habe ihr erstes Dark‑Romance‑Buch mit 16 veröffentlicht.

Sinnvoller wären doch daher viel mehr Medienkompetenz‑Veranstaltungen und Diskussionsformate für die Öffentlichkeit statt inoffizieller Buchverbotslisten – gern mit PsychologInnen und AutorInnen auf Augenhöhe mit Jugendlichen – und gerade an Schulen und gerade in Bibliotheken…

10 „Gefällt mir“

Tatsächlich - ein schwieriges Thema.

Ich bin an einer Schulbibliothek am Gymnasium und viele der Schülerinnen der oberen Klassenstufen lesen gerne Dark Romance (ich auch ab und zu). Sie dürfen auch ihre eigenen Bücher in der Bibliothek lesen, daher bekomme ich das gut mit. Der Trend geht tatsächlich vor allem bei den Mädchen dazu, dass immer Jüngere sich in Romanzen vertiefen um dem Alltag zu entfliehen.

Wir haben bereits einige Young Adult und New Adult Romane in einem separaten Regal, dass eigentlich wegen der doch expliziten Liebesszenen erst ab 16Jahren genutzt werden sollte, aber auch Mädls ab 12Jahren sind da schon sehr interessiert. Wir verbieten es nicht, ich erlaube mir aber bei der Ausleihe einen Hinweis auf das empfohlene Alter.

Einige dieser Mädls würden sich auch definitiv von Dark Romance angesprochen fühlen, stünde es in einem benachbarten Regal, da die Klappentexte nicht immer den tatsächlichen Inhalt aufzeigen…

Da sich aber in meiner, räumlich ziemlich kleinen, Bibliothek auch viele Kinder ab 10Jahren aufhalten und auch ohne Ausleihe gelesen werden kann (logischerweise) ziehe ich da den Schlussstrich. Dark Romance wird trotz Interesse und sicherlich überschaubarer Ausleihkontrollmöglichkeit nicht angeschafft. So muss ich es nicht verbieten, denn ich kann in keine der Schülerinnen hineinschauen und sehen, ob sie bereit dafür sind… Bei Nachfrage käme sowieso nur die Antwort, kenn ich schon von daheim :wink:

Die vorgeschlagenen Diskussionsformate sind sicherlich eine Möglichkeit um mit Schülerinnen darüber zu sprechen, nur leider lassen die Zeit und Budget der Schulbibliothek dies nicht in großem Rahmen zu. Ob Lehrkräfte im Unterricht auf das Thema eingehen kann ich nicht sagen…

2 „Gefällt mir“

Ich habe 2025 (oder 2024?) an einer Fortbildung der AG Medien an den Rändern teilgenommen, bei denen diese Bücher auch zur Sprache kamen. Vielleicht lohnt es sich, mit den netten Kolleg*innen Kontakt aufzunehmen und den Bedarf nach einer Veranstaltung, die sich ganz diesem Thema widmet, mitzuteilen.

1 „Gefällt mir“

Danke für den Tipp, die sind zu groß (zu weit weg…) für unsere kleine Schulbibliothek, aber vielleicht etwas für eine Größere.

Ich sehe es ähnlich wie Romy. Natürlich wollen und sollen wir als Bibliotheken, insbesondere Schulbibliotheken, nicht regulieren, was die Kinder/Jugendlichen gerne lesen. Ich denke auch nicht, dass eine Zensur oder Schamanhaftung der Schlüssel sein kann oder sollte. Aber dennoch sollten wir nicht das Einfallstor sein, das Jugendliche nutzen, um mit Literatur in Kontakt zu kommen, die u.U. schädlich für sie sein kann. Wir begrenzen ja auch Schulcomputer mit Filtern, sodass nicht geeignete Webseiten gesperrt sind, da sollten wir dann bei Literatur auch entsprechend filtern. Und das Argument, das die Bücher dann anderweitig gelesen werden, kann man ebenfalls auf Webseiten anwenden, dann schauen die Jugendlichen sich diese Seiten eben alleine zuhause oder bei Freunden an. Wollen wir das? Eher nein.

Ich bin daher auch sehr für einen begleiteten Umgang. Und für Information, bevor man bestellt. Wenn in einem Buch Sexualität vorkommt, und diese in einem geschützten Rahmen (sprich: gegenseitiger Konsens, Verhütung, etc.) stattfindet, bin ich die letzte, die der Meinung ist, dass Jugendliche so etwas nicht lesen sollten. Wenn aber in einem Buch Gewalt, sei es physische oder psychische, zwischen Partner_innen verharmlost oder gar romantisiert wird, und dies nicht in irgendeiner Form durch die Autorin_in entsprechend eingeordnet wird, dann ist das meiner Meinung eine Literatur, die Jugendlichen u.U. schaden kann, im Sinne von, dass dort Beziehungs- und Verhaltensmuster dargestellt werden, für die sie zu jung sind, um sie entsprechend zu verarbeiten. Dafür braucht es dann eine Eingebundenheit des Konsums dieser Literatur in irgendeinen “erzieherischen” Kontext, sei es zuhause im Gespräch mit den Eltern, oder im Unterricht oder oder… Aber dafür müssen die verantwortlichen Erwachsenen ja die Literatur und deren Inhalte erst einmal kennen und sich selbst damit beschäftigt haben. Und es braucht, wie Romy schon schrieb, gerade im schulischen Kontext die Zeit und auch leider das Geld, um Räume und Gelegenheiten zu schaffen, so über Literatur zu reden, wie es notwendig wäre.

Es braucht also Filter, dafür braucht es Information und Aufklärung und dafür braucht es Menschen wie uns, die sich weiterbilden und sich die Zeit nehmen, die Bücher nicht einfach entweder ganz aus der Reichweite der Kinder und Jugendlichen rauszuhalten oder sie ungefiltert zur Verfügung zu stellen. Ich denke, dass wir einen Zwischenweg zwischen diesen beiden Extremen benötigen.

Da aber nicht jede_r Bibliotheksangestellte die Zeit und die Energie hat, so einen Filter anzuwenden (weil das Genre nicht interessiert, weil man nicht hunderte Bücher auf dem Markt intensiv sichten kann, weil man sich mit BookTok an sich zu wenig auskennt usw.) ist es meiner Ansicht nach hilfreich Listen zu führen, an denen sich diejenigen orientieren können, die die Auswahl treffen, was sie in ihren Bestand aufnehmen sollen/wollen oder nicht. Und wenn man meine Aussagen oben gelesen hat, sind es eben keine “inoffiziellen Buchverbotslisten”, sondern Entscheidungshilfen basierend auf gründlicher Recherche und nur verfügbar nach einem entsprechenden Seminar, wo eben genau die geforderten Diskussionen geführt und Medienkompetenzen vermittelt werden.

2 „Gefällt mir“

Ich möchte hier anmerken, das hier zwei Aspekte durcheinander gebracht werden: moralisch und rechtlich:

Die Filter die wir in Bibliotheken einsetzen haben damit zu tun, das wir ein Jugendschutzgesetz haben, welches sich eben auch auf den Online Zugriff von Jugendlichen bezieht. Ähnlich der USK. Das sind alles Gesetze an die wir uns halten müssen.

Bücher fallen nicht unter dieses Gesetz und werde es hoffentlich auch nie tun. Schon vor Dark Romance, und New Adult, konnten Kinder- und Jugendliche z.B. Krimis oder Comics mit z.B. gewalt verherrlichenden Szenen ausleihen. (Also theoretisch, natürlich kann man das ganze einschränken

Ich sehe uns absolut nicht in der Verantwortung irgendwelche aufklärerische Arbeit zu leisten.

Ich stimme aber auch zu, dass wenn eine Bibliothek sich für das eigene Bestandskonzept gegen Dark Romance (oder jedes andere Genre) entscheidet, Listen unglaublich hilfreich sein können.

1 „Gefällt mir“

Der Aussage, dass Bücher nicht unter dieses Gesetz fallen sollten, würde ich nur ungern zustimmen. Warum maßen wir uns an, bei Filmen oder Musik als Ämter, Behörden oder Bibliotheken, Grenzen setzen zu müssen und bei Büchern halten wir uns dann komplett raus? Wo ist der Unterschied, ob ich einen gewalttätigen Film schaue, in denen Menschen gefoltert werden, oder ob ich ein Buch lese, in dem dieselben Szenen beschrieben werden? Und wieso haben wir rechtlich eine moralische Pflicht Kinder und Jugendliche vor gefährdenden Inhalten in Film und Musik zu schützen, aber keine rechtliche und moralische Pflicht, dies auch bei Büchern zu tun? Ich weiß, dass das der Status Quo im deutschen Jugendschutzgesetz derzeit ist, ja natürlich, aber ich würde diesen Status Quo ganz ehrlich doch eher infrage stellen… und solange das noch nicht offiziell infrage oder zur Diskussion gestellt wird, müssen wir uns als Bibliotheken eben doch auch mit einer Vermischung dieser Grenzen auseinandersetzen.

In öffentlichen Büchereien mag es sein, dass keine Verantwortung zur aufklärerischen Arbeit besteht (was ich aber tendenziell eher ebenfalls infrage stellen würde, da ich bibliothekarische Arbeit egal in welchem Kontext auch als Bildungsarbeit verstehe). Aber zumindest Romy und ich berichten beide aus unserer Erfahrung in Schulbibliotheken und ich finde, da besteht doch noch ein gewisser Unterschied in der Verantwortung unserer Leser_innenschaft gegenüber.

2 „Gefällt mir“

Ich bleibe dabei, dass das Erstellen und Verbreiten von Negativlisten, also Listen mit Büchern bzw. Verlagen, die man als „nicht angemessen“ einstuft, in meinen persönlichen und fachlichen Augen fragwürdig ist. Einfach und hilfreich, absolut! Aber eben auch fragwürdig. Ich finde es daher legitim, dass man dazu Fragen bekommt oder eine Diskussion entsteht wie hier gerade.

Mir ist klar, dass es pragmatische Lösungen braucht, aber manchmal ist es nicht so einfach. Negativlisten vermitteln beispielsweise eine falsche Sicherheit oder werden, ob die Erstellenden das so vorgesehen haben oder nicht, für pauschale Entscheidungen genutzt, meist ganz unbedarft, eben weil sie einfach sind und wir alle wenig Zeit haben.

Eine Alternative könnte das Arbeiten mit Positivlisten sein. Sie machen deutlich, dass die darauf stehenden Titel geprüft wurden und von wem. Alle Weiteren muss man sich selbst gut ansehen. Das ist in meinen Augen auch nicht problemfrei, aber es wiegt weniger in falscher Sicherheit.

Mir ist bewusst, dass Kinder- und Jugendschutz in dieser speziellen Diskussion hier im Zentrum stehen. Wir wissen aber auch, was sonst noch alles im Namen von Kinder- und Jugendschutz aus unseren Regalen ferngehalten werden sollte und soll. Deshalb finde ich diese Diskussion und Reflexion hier sehr wichtig.

Dass ich Listen für fragwürdig halte, hält ja auch niemanden davon ab, sie zu erstellen, zu verbreiten und zu nutzen. Wir sollten uns aber der Tragweite bewusst sein. Eine individuelle Entscheidung gegen ein bestimmtes Buch ist etwas anderes als eine pauschale Entscheidung gegen alle Bücher auf einer bestimmten Liste, die von einer Person oder Organisation erstellt wurde. Wir sollten gut ethisch und bibliothekarisch argumentieren können, wenn Leute (auch wir selbst) diese Praxis oder die Liste(n) hinterfragen.

Eine Leitfrage dazu kann beispielsweise sein, sich zu fragen, wonach man entscheidet, welche Liste(n) man okay findet zu befolgen (egal ob positiv oder negativ) und welche nicht, und warum. Das ist zumindest halb pragmatisch. Und dann kann man in regelmäßigen Abständen nochmal prüfen, ob die Liste noch zu dem passt, was man für angemessen hält oder sich etwas verändert hat. Dann kann man der Liste weiterhin folgen oder nicht.

10 „Gefällt mir“

Den ersten Absatz hab ich gelesen aber ich antworte jetzt nur auf den zweiten weil die andere Diskussion gehört glaub ich in einen eigenen Post. (Wäre aber spannend)

Absolut haben Schulbibliotheken einen anderen Auftrag und auch viel mehr Möglichkeiten. Wir sind teil Schulbücherei und schaffen deswegen Dark Romance auch nicht an. Wobei der Grund einfach ist das wir uns die Diskussion mit Eltern und Lehrkräften sparen wollen.

2 „Gefällt mir“

Liebe Kolleg*innen,

ich finde die Diskussion hier ausgesprochen spannend und verfolge sie seit einer Weile.

Wenn es um das Thema Listen geht, gehen mir da ein paar Gedanken durch den Kopf:

Wir Bibliothekar*innen treffen schon immer eine Auswahl. Wir haben nicht genügend Geld, um alles, was möglich oder sinnvoll wäre, anzubieten.

Wir haben z.B. so etwas wie die Lektoratskooperation (und auch andere sehr gute Rezensionsorgane!), die über den ID und andere Publikationswege Besprechungen - und damit auch Beurteilungen - von Medien zur Verfügung stellen. Diese Besprechungen sind von Kolleg*innen innerhalb und außerhalb des Bibliothekswesens verfasst und zusammengestellt, um genau bei solchen Fragen des Bestandsaufbaus Hilfestellung zu geben. Das schließt Beurteilungen mit ein, die auch mal von einem Einkauf der Medien abraten.

→ Die Diskussion hier entspann sich aus Schulbibliotheken heraus - werden diese Besprechungsdienste in den Schulbibliotheken nicht oder zu wenig genutzt?
→ Stellen die Besprechungen bei der Frage nach Anschaffen oder nicht hier keine Hilfe zur Entscheidung dar?

Das ist ein wenig wie mit Gesetzen - oft wird nach neuen Gesetzen gerufen - aber meist würde es reichen, die vorhandenen entsprechend zu nutzen, oder?

→ Oder gibt es zu diesem Thema besondere Fragestellungen und Bedarfe, die durch reine Besprechungsdienste nicht gedeckt werden können? Welche können das sein?

LG, Kathrin Reckling-Freitag
Arbeitsstelle Bibliothek und Schule, Bibliotheken SH

(PS: Ich fände es toll, wenn auch hier in bibcourse die Angewohnheit einziehen könnte, die Postings mit entsprechenden Signaturen zu versehen - so wie es in ForumÖB war.)

3 „Gefällt mir“

Hallo zusammen, dazu wurde mir gerade folgender Artikel im Deutschen Schulportal (der Robert-Bosch-Stiftung) ins Postfach gespült: Buchtrend - Dark Romance im Jugendzimmer: Was Lehrkräfte jetzt wissen müssen .

Herzlicher Gruß aus Koblenz!

Gudrun Colling,

Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz

P.S. Das mit der Signatur fände ich auch ganz hilfreich :slight_smile: .

2 „Gefällt mir“

Ich finde die Idee auch gut, allerdings gibt es hier einen anderen Mechanismus dafür. Anstatt bei jedem Post die Signatur mitzuschleppen kann man in seinem Profil die entsprechenden Informationen hinterlegen. Diese können dann interessierte Teilnehmende einfach per Klick auf den Nutzendennamen anschauen. Ein weiterer Klick auf den Namen in dem Fenster öffnet dann eine Seite mit weiteren Infos zu der Person.

Man kommt an die Stelle, an der man das eintragen kann, indem man auf den Avatar oben rechts klickt, dann das Personen-Icon und Einstellungen, dann “Profil”. Hier sollte man vor allem das Feld “Über mich” füllen. Speichern, unten auf der Seite, nicht vergessen.

6 „Gefällt mir“

Ich bin auch eher für Positivlisten. Sie können als Anhaltspunkt dienen, welche Bücher am ehesten empfohlen oder ins Regal gestellt werden können…

Zum Thema Gespräche/Workshops hatte ich bereits geschrieben…

Hallo,

ich kann nur für mir bekannte Schulbibliotheken sprechen. Leider bin ich in meinem Umkreis die einzige tatsächlich angestellte Teilzeit-Quereinsteiger-Bibliothekarin. Alle anderen Schulen, mit denen ich im Austausch bin, werden von Lehrkräften neben dem normalen Schulalltag und/oder von Elterninitiativen geleitet.

Meiner Erfahrung nach werden oft gehypte Bücher angeschafft, denn diese werden von den Schülerinnen und Schülern auch tatsächlich gewünscht. Bestsellerlisten, Booktok und Bookstagram sind da sicherlich eine Hauptinformationsquelle.

Eine Möglichkeit an “geprüfte” Bücher zu kommen, wäre der Katalog der EKZ, wo Institutslektor*innen und Rezensent*innen bereits Bücher einschätzen. Allerdings habe ich festgestellt, dass viele der von Schülerinnen und Schülern gewünschten Bücher nicht die entsprechende Markierung haben.

Alternativ schaut man sich, wenn die Zeit dazu bleibt, natürlich Rezensionen auf anderen Portalen an.

Ich selbst habe auch bereits mehrere Onlineangebote genutzt, in welchen Bücher für Kinder- und Jugendliche beworben wurden. Oft sind tolle Bücher dabei, aber nur selten das Genre New Adult und noch weniger Dark Romance :wink:

Gerne würde ich mehr über die Besprechungsdienste erfahren. Gerne würde ich diese nutzen…

Zwei Dinge:

  1. Wenn eine (negative) Auswahl getroffen wird, ist es keine Zensur. Wir können als Bibliotheken nicht zensieren, sondern nur eine Auswahl treffen. Die Kriterien können bestimmte Medienarten, -typen, -genre etc. ausschließen. Aber auch das ist keine Zensur.
  2. Die AG “Medien an den Rändern” hat das Thema auf dem Schirm und wird wahrscheinlich (bitte nagelt uns nicht drauf fest) im November eine digitale Sprechstunde zu dem Thema anbieten. Infos folgen
1 „Gefällt mir“

Ein Ding:

  1. In diesem Thread ist bis zu deinem Post gerade nur einmal das Wort Zensur gefallen.
1 „Gefällt mir“

Und deshalb darf ich den Begriff nicht aufgreifen? Verstehe den Post nicht.