Verdi Handreichung "Zielscheibe Bibliothek"

Guten Tag Herr Maass,

ob Äußerungen im Kollegium an externe Meldestellen weiterzuleiten sind, ist natürlich eine Frage, die man stellen kann und sollte.

(Allerdings gibt es bei vielen Arbeitgebern auch Vorgänge zur Meldung von Aussagen, welche zwar nicht strafrechtlich relevant, aber dennoch meldebedürftig sind, z.B. bei der internen Sozialberatung oder dem Personalrat - darauf weist die Handreichung ja auch hin.)

Haben Sie Informationen dazu, wann/wo die ver.di mit der Antifa kooperiert hat? Die Online-Suche hat sich hier als sehr wirr herausgestellt.

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Es wäre grundsätzlich wünschenswert, wenn rechte Narrative, wie etwas „die“ Antifa, hier nicht einfach reproduziert werden. Wenn die Basis schon schief ist, kann das sonst nie eine gerade Diskussion werden.

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Genau, „die Antifa“ gibt es nicht, das sagt auch das Bundesamt für Verfassungsschutz:

Unabhängig davon sollten wir alle „Antifa“ sein in dem Sinne, dass wir uns gegen jedwede faschistische Tendenzen in Politik und Gesellschaft einsetzen.

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Lieber Herr Maass, in der Broschüre gibt es keinen Link auf eine Meldestelle und das dort gezeigte Formular ist ein Beispiel oder Muster für eine interne Dokumentation in einer Einrichtig, die so etwas machen will. Ich habe bei verdi nochnichts von Kooperationen mit gewaltbereiten Gruppen mitbekommen. Bei den Berufsverbänden sehe ich eine über längere Zeit geführte Diskussion unter den Mitgliedern und Aktiven über die demokratiepolitische Ausrichtung. Ich sehe diese von der Mehrheit der Mitglieder legitimiert. Ihren Beitrag und den Beitrag von StBErn finde ich nicht ganz fair, da Sie beide Dinge unterstellen, ohne dafür Belege zu bringen. Ansonsten finde ich die Arbeitsschwerpunkte, die StBErn für die Arbeit der öffentlichen Bibliotheken aufzählt, vollkommen richtig. Diese Arbeit sehe ich in den Bibliotheken, die ich kenne auch und genau sie sind wichtig für eine demokratische Gesellschaft. Für jede Gesellschaft, an der alle Menschen teilhaben sollen und wollen.

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Nein, mit der gewaltbereiten Antifa, die vermummt Steine auf Polizisten wirft, werde ich mich garantiert niemals gemeinmachen. Verbale Spitzfindigkeiten hin oder her.

Und ich bin immer noch nicht überzeugt davon, dass Bibliotheken „Orte der Demokratie“ sein müssen. Interessant auch, dass der Begriff (laut worka) wohl nicht nur mich triggert?!

@Buchbube: Vielleicht machen Sie hier mal ein Thema auf, was Sie konkret für Veranstaltungen in puncto Demokratieförderung machen?
Dann können andere Bibliotheken sich austauschen und inspirieren lassen.

Sexuelle Belästigungen und rassistische Beleidigungen des Personals gehen natürlich gar nicht! Und da muss die Leitung sofort einschreiten.
Hausverbot ist da angebracht - sofern man der Täter habhaft wird.

Das ist doch auch ein Problem bei der Debatte um beschädigte Medien oder Vandalismus am Gebäude: Meistens kann man die Täter nicht exakt benennen.

Wenn queere Medien beschädigt werden, kann man es sich natürlich leicht machen und sagen: Das waren Rechte! Es gibt aber auch noch andere Gruppierungen, die Queer nicht so super finden.
Man kann es also meistens nicht eindeutig rekonstruieren.

Ich sehe die Entwicklung in unserer Gesellschaft mit Stirnrunzeln, weil sich die Menschen immer mehr radikalisieren - in alle Richtungen.

Ich sehe auch eine Gefahr für die Meinungsfreiheit, wenn z.B. der SPD-Mann Michael Roth von der Universität ausgeladen wird, weil er pro Israel ist:

Gewalt gegen Andersdenkende nimmt immer mehr zu. Die Toleranz, andere Meinungen auszuhalten, wird immer geringer.

Und ich möchte das für mich und meine Bibliothek nicht. Ich will mich auch nicht für irgendwas positionieren müssen oder „Haltung zeigen“.

Ich möchte auch nicht - wie in der Vision 2030 für ÖBs vom dbv - Schulungen zum Thema Klimawandel anbieten müssen.
Wir brauchen auch kein Personal, dass Demokratieschulungen in der Bibliothek anbietet (auch Vision 2030).

Vielleicht habe ich auch deswegen keine Probleme in unserer Bibliothek?
Weil wir jeden Menschen, der bei uns reinkommt, so nehmen, wie er ist?
Und weil wir bei respektlosem Verhalten sofort eingreifen?

Ich will auch nicht checken, was ein Kunde wählt, in welcher Partei er ist, oder woran er glaubt.
Mir geht es darum, wie dieser Mensch sich verhält.
Ich will keine Menschen ausschließen.

Abgesehen davon: Was wollen Sie machen, wenn Sie einen Vorgesetzten von der AFD oder den Linken bekommen?

Bibliotheken sind nun mal von politischen Entscheidungen abhängig. Und da sollte man mit allen Richtungen klarkommen können.

Und Bibliotheken sind für die Bevölkerung vor Ort da und werden von allen Steuerzahlern finanziert. Deswegen sollte man auch die Interessen von Politik, Vereinen, Kirchen und anderen Gruppierungen vor Ort in der Bibliothek widerspiegeln.
Die persönliche Meinung der Bibliotheksmitarbeiter ist da sekundär.

PS (weil Jana zwischenzeitlich geschrieben hat): Möglicherweise meinte Herr Maaß sowas wie das hier in Bezug auf Verdi?

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Zu der BZ Meldung: Eine Protestdemo ist erstmal noch nichts gewaltbereites und grundsätzlich legitim. Die gab es auch neulich bei der Gesundheitsministerin in Hannover und das hatte nichts mit der AfD zu tun. Aber mit Demokratie.

Interessant finde ich Ihre Aussage „Und Bibliotheken sind für die Bevölkerung vor Ort da und werden von allen Steuerzahlern finanziert. Deswegen sollte man auch die Interessen von Politik, Vereinen, Kirchen und anderen Gruppierungen vor Ort in der Bibliothek widerspiegeln.
Die persönliche Meinung der Bibliotheksmitarbeiter ist da sekundär.“ -

Ja, Bibliotheken werden von Steuern finanziert, aber es kommt doch sehr auf die Haushaltsdebatte an, wie gut sie finanziert werden. Können sich Bibliotheksleiter:innen da ganz raushalten, oder ist Lobbyarbeit sinnvoll?

Eine breite Perspetivenvielfalt finde ich auch wichtig. Geht es um die Perspektiven möglichst aller Menschen in der Kommune oder im Land oder geht es nur um „die anderen“? Welche sind diese „anderen“?

Ja, die Meinung der Bibliotheksmitarbeiter:innen ist an manchen Stellen sekundär. Das sehe ich auch so. Ich höre auch gern zu und bin neugierig auf Dinge, die ich selbst nicht weiß oder aus anderem Blickwinkel sehe. Aber m.E. sollte meine Einstellung in der Arbeit immer grundgesetzkonform sein. Neutral bedeutet dabei m.E. nicht unpolitisch. Sondern, dass ich nicht parteipolitisch und nicht überwältigend (missionarisch) zu agieren habe.

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Nein, mit der gewaltbereiten Antifa, die vermummt Steine auf Polizisten wirft, werde ich mich garantiert niemals gemeinmachen. Verbale Spitzfindigkeiten hin oder her.

Das sind keine verbalen Spitzfindigkeiten. Es gibt gewaltbereite antifaschistische Gruppierungen. Die generell als „Antifa“ zu bezeichnen und alle Antifaschisten damit in einen Topf zu werfen, ist schlicht falsch und ein Märchen der Rechtsextremen. Die Statistiken zu Gewalttaten sind außerdem mehr als eindeutig. Wir haben ein Problem mit rechter Gewalt, nicht mit linker.

Wenn queere Medien beschädigt werden, kann man es sich natürlich leicht machen und sagen: Das waren Rechte! Es gibt aber auch noch andere Gruppierungen, die Queer nicht so super finden.
Man kann es also meistens nicht eindeutig rekonstruieren.

So leicht ist es leider. Geh mal zum CSD und schau wer da so alles gewaltbereit dagegen ist. Es mag durchaus Menschen geben, die nicht Rechts sind und trotzdem ein Problem damit haben. Die sind aber in der Regel nicht so dumm und beschädigen fremdes Eigentum. Es gibt Ausnahmen aber die wahrscheinlichste Antwort ist meist die richtige.

Ich möchte auch nicht - wie in der Vision 2030 für ÖBs vom dbv - Schulungen zum Thema Klimawandel anbieten müssen.

Wieso nicht?

Abgesehen davon: Was wollen Sie machen, wenn Sie einen Vorgesetzten von der AFD oder den Linken bekommen?

Im schlimmste Fall kündigen. Einen AfDler als Chef würde ich nicht hinnehmen. Da würde jeder Respekt fehlen und das würde nicht funktionieren.

Bibliotheken sind nun mal von politischen Entscheidungen abhängig. Und da sollte man mit allen Richtungen klarkommen können.

Nö, muss man nicht. Der Faschismus wurde aus gutem Grund bekämpft und das ist etwas, womit man nicht klarkommen muss.

Und Bibliotheken sind für die Bevölkerung vor Ort da und werden von allen Steuerzahlern finanziert. Deswegen sollte man auch die Interessen von Politik, Vereinen, Kirchen und anderen Gruppierungen vor Ort in der Bibliothek widerspiegeln.
Die persönliche Meinung der Bibliotheksmitarbeiter ist da sekundär.

Die AfDler dürfen gerne kommen und sich bilden. Das kann sich nur positiv auf deren politische Einstellung auswirken. Das heißt aber nicht, dass Bibliotheken populistische oder verschwörungstheoretische Werke im Bestand haben müssen, nur weil es Menschen gibt, die sowas lesen wollen.

Edit: Noch zu Verdi bzw. zu diesem Artikel. Eine populistische Zeitung, die eine reisserische Headline wählt. Bildzeitungsniveau. Wenn hier Verdi-Mitglieder das Busticket zur Hälfte erstattet bekommen, kann hier nicht von Bezahlung gesprochen werden.

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Also haben Sie doch respektloses Verhalten in Ihrer Bibliothek? Ich dachte, Sie würden sowas nicht erfahren???

Und wir greifen auch ein, und z.B., wilde Sache (!), melden wir das auch an den entsprechenden Stellen, wie von der ver.di auch vorgeschlagen.

Also darf ich jetzt Menschen ausschließen, wenn sie sich schlecht verhalten, oder darf ich das nicht??

Wenn eine mir vorgesetzte Person bei der AfD ist, dann ist das so - ich habe an keinem Punkt behauptet, etwas gegen die AfD zu haben, noch habe ich gesagt, dass es mir in irgendeiner Art und Weise wichtig ist, was die Leute an Parteien wählen, egal ob Nutzende oder Personen im Kollegium.

Und jetzt frage ich Sie: an welcher Stelle wurde von mir oder von der ver.di behauptet, dass wir diese Gruppen generell ausschließen?

Und P.S.: Protest gegen AfD heißt nicht, dass die „linksextreme, gewaltbereite Antifa“ von der ver.di bezahlt wurde.

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Wenn Sie Inspiration bzgl. Demokratieförderung suchen, liebe @StBEbern , schauen Sie doch gerne einmal beim dbv oder der Büchereizentrale Niedersachsen oder auch bei Ihrer zuständigen Fachstelle.

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Ich habe den Eindruck, dass einige Menschen hier die Grundlagen des Öffentlichen Dienstes nicht ganz verstanden haben.

Natürlich kann jeder Mitarbeiter im ÖD demonstrieren gehen oder sich bei Parteien engagieren. Selbstverständlich!
Aber im Dienst - und in gewissem Maße auch im Privatleben- gilt das Mäßigungsgebot.

Heute früh gelesen: „Was können wir tun, um die AFD kleinzuhalten?“, ist eine beliebte Frage in journalistischen Kreisen.
Ich halte schon die Frage für vermessen. Nach meinem Dafürhalten ist es die Aufgabe der politischen Konkurrenten der AFD den Weg an die Macht zu verlegen. Aber nicht die von Journalisten.
Quelle: Jan Fleischhauer: Du bist nicht allein, Seite 65.

Ich ergänze mal: Es ist auch nicht Aufgabe von Bibliothekaren.

Ein großes Problem mit den aktuellen Stellungnahmen von dbv und weiteren Verbänden sehe ich darin, dass es anscheinend einen großen Unterschied zwischen Stadt und Land gibt.

Ich lebe auf dem Dorf. Es existiert kein Öffentlicher Nahverkehr. Die Menschen brauchen ihr Auto. Und die Menschen haben immer weniger Geld im Geldbeutel, weil das Leben immer teurer wird.
Für uns als Bibliothek ist das gut, weil wir irre viel Neuanmeldungen haben.
Aber Ende des Monats schließt die Buchhandlung vor Ort, weil die Menschen kein Geld mehr für Bücher ausgeben. Es gibt dann nur noch eine einzige Buchhandlung in einem Landkreis mit 84.000 Einwohnern.

Es rufen Kunden an, die Bücher verlängern, weil sie wegen den hohen Spritpreisen Fahrten vermeiden möchten.

Der einzige große Arbeitgeber vor Ort ist ein Autozulieferer, der in den letzten Jahren 1500 Stellen abgebaut hat. Die Steuereinnahmen der Kommune werden also sehr sicher massiv einbrechen.
Die Menschen haben also gerade andere Sorgen als den Klimawandel, Kolonialismus oder Gendersternchen.
Hier in der Provinz gendert auch kein Mensch.

Auch wir mussten erstmalig seit 25 Jahren die Jahresgebühren moderat erhöhen.
Der Stadtrat steht aber (noch) hinter der Stadtbücherei, weil wir die Zahlen massiv steigern konnten in den letzten Jahren und weil ich eine Büchereiführung für den kompletten Stadtrat gemacht habe.

Und bisher gab es auch keine Etatkürzung, weil wir uns auf das Angebot für Familien mit Kindern und die Leseförderung konzentrieren.
Unsere Inneneinrichtung haben wir in den letzten Jahren auch immer wieder kostengünstigst und in Eigeninitiative attraktiver gestaltet.
Unsere Kunden empfehlen uns wohl auch sehr oft weiter.

Meine Arbeit mache ich für die 90-jährige Dame, die sich „Lebe wild und gefährlich“ ausleiht, für die Familien mit Kindern, die sich riesig freuen, wenn sie bei uns Berge von Bilderbüchern, Spielen, Tonies, CDs, Gegenstände ausleihen können.
Und für die Menschen, die sich Sachbücher ausleihen, um etwas zu lernen.
Ich habe nicht das Bedürfnis, das Land zu ändern. Sondern nur, möglichst gut eine Dienstleistung für die Bevölkerung vor Ort zu erbringen.

Es gibt noch ein anderes Deutschland außerhalb der Unistädte …

Respektloses Verhalten betrifft übrigens bei uns vorwiegend zu wilde, laute Kinder und Jugendliche.

Gemeldet habe ich bisher in meinem Berufsleben nur einmal einen Stalker, der mir wirklich Angst eingejagt hat. Da konnte mir die Kripo weiterhelfen.
Und der Bürgermeister hat dann höchstpersönlich ein Hausverbot erteilt.
Damit war dann endlich Ruhe mit der Verfolgung.

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Es wäre sehr hilfreich, wenn nicht mit jeder Nachricht unzählige neue Themen und Verknüpfungen aufgemacht würden. Das ist kein Dialog, sondern das Aneinanderreihen von immer weiteren Vereinfachungen von an sich eigentlich sehr komplexen Zusammenhängen und Sachverhalten.

Ich beschränke mich daher darauf, noch einmal daran zu erinnern, dass es eine gemeinschaftliche und gesellschaftliche Aufgabe ist, unser aller Zusammenleben zu gestalten, und dass das Grundgesetz für alle gilt.

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Da Sie weiterhin nicht in der Lage sind, meine Fragen - sowohl diese, welche heute Morgen gestellt wurden, als auch diese, die ich am Anfang gestellt habe - zu beantworten, werde ich meine Beteiligung an dieser „Diskussion“, wenn man diese so nennen kann, beenden.

Liebe Grüße aus einer Stadt, welche keine Unistadt ist :wink:

P.S.: auf die Demos gegen Rechts gehe ich natürlich nur und ausschließlich in meiner Dienstzeit, mit Namensschild und auch im Zeitsystem eingestempelt.

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Auch im beruflichen Umfeld gehe ich aktiv und konsequent gegen Hass, Hetze und Faschismus vor. Da spielt es für mich keine Rolle, ob ich im Öffentlichen Dienst angestellt bin oder nicht. Ich sehe den Zusammenhang nicht.

Die Menschen haben also gerade andere Sorgen als den Klimawandel, Kolonialismus oder Gendersternchen.

Dieser Satz macht mich fassungslos. Da fehlen grundlegende Kenntnisse, gerade in Verbindung mit dem Satz „die Menschen haben immer weniger Geld im Geldbeutel“.

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Tatsächlich habe ich das Gefühl, dass Sie nicht verstehen wollen, egal wie oft es Ihnen vorgelegt wird, dass der Öffentliche Dienst eben Parteipolitisch neutral bleiben soll, aber nicht Werteneutral. Das von Ihnen eingebrachte Mäßigungsgebot sollten Sie vielleicht nochmal nachschlagen, bevor Sie hier wild mit dem Begriff um sich schmeißen.

Sie widersprechen sich in Ihren Posts hier öfter als ich zählen kann. Denn „andere Sorgen als Klimawandel, Kolonialismus und Gendersternchen“ und „Es rufen Kunden an, die Bücher verlängern, weil sie wegen den hohen Spritpreisen Fahrten vermeiden möchten“ ist ein Widerspruch in sich, um erstmal nur ein Beispiel zu nennen.

Ich weiß auch nicht wieso Sie jetzt das Gendersternchen und gendern erwähnen, obwohl das bis jetzt nicht Teil der Diskussion war.

Das es bei Ihnen bis jetzt keine Etatkürzungen gab ist schön, aber leider nicht die Realität von allen. Bei uns zum Beispiel werden einfach Stellen nicht wieder besetzt, ob wohl wir jetzt bereits Probleme haben, unsere Öffnungszeiten weiterhin aufrecht zu erhalten.

Ich dachte bei Ihnen gibt es kein Respektloses Verhalten oder Probleme mit Kunden? Da frage ich mich wie Sie bereits dagegen vorgegangen sind, wenn es das doch gar nicht gibt? Verstehen Sie was ich mit Widersprüchen meine? Sie sagen in einem Post das gibt es nicht und im nächsten, dass sie da gegen angehen und im wieder nächsten, dass sie bereits einen Vorfall mit einem Stalker hatten. Um genau solche Fälle geht es aber doch?

Ich bin gespannt welche weiteren „Argumente“ Sie aus der Luft ziehen, ohne dass sie in irgendeiner Art und Weise für das Thema relevant sind.

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Mit Verlaub, Sie werfen mir aus allen Richtungen alle möglichen Dinge vor. Und mitlerweile kann ich auch nicht mehr auf alle einzelnen Einwände eingehen.

Ich sehe das hier als Meinungsaustausch. Sie teilen Ihre Standpunkte. Ich schreibe meine.

Mir ging es tatsächlich darum, hier mal eine andere Sicht darzustellen, als die sonst veröffentlichte.

Und möglicherweise denken noch mehr Bibliotheksmenschen so wie ich, trauen sich aber nicht, hier offen ihre Meinung zu sagen?

Die Vision für ÖBs 2030 und jetzt das Verdi-Papier waren der Anlass, dass mir der Kragen geplatzt ist.

Ich würde mir auch wünschen, dass der dbv in Zukunft vorher eine Multiple-Choice-Umfrage bei allen Mitgliedern macht, wenn es um die Positionierung von Bibliotheken geht.
Auch das wäre übrigens Demokratie.

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Wenn Sie diese Veröffentlichungen und diesen Schwerpunkt für Ihre bibliothekarische Arbeit nicht benötigen, weil Sie andere Schwerpunkte legen und andere Werte in Ihrer Bibliothek vertreten möchten, dann ist das Ihre eigene, freie Entscheidung.

Leseförderung ist ein wichtiges, relevantes Konzept, ebenso wie ein non-kommerzieller Raum und freier Informationszugang.

Ebenso, wie Ihnen sowohl das frei- und zusteht als auch eine Mitwirkung im Verband Ihrer Wahl steht auch allen anderen Bibliotheken ihr Schwerpunkt frei.

Andere Bibliotheken entscheiden sich dafür, den Schwerpunkt auf gesellschaftliche Teilhabe zu legen. Oder auf demokratische Bildung, um allen Menschen die Möglichkeit geben, an einer Gesellschaft mitzuwirken, die sie sich wünschen. Oder auf Klassenführungen.

Wovon ich mich (als Bibliotheksmensch) explizit distanzieren möchte ist eine Verallgemeinerung, die Sie vornehmen. Ich bezweifle, dass es hier darum geht, sich „nicht zu trauen“ etwas zu sagen. Denn manche Bibliotheken benötigen den Rückhalt und die Unterstützung solcher Veröffentlichungen, *weil* dort die Dinge passieren, die beispielsweise diese Veröffentlichung (und andere zu dem Thema) verdeutlicht.

Und diese Bibliotheken benötigen kollegiale Unterstützung – allen von uns steht frei, sich dem anzuschließen, oder es zu lassen. Es aber als unnötig zu betiteln ist ein kollegialer Schlag für diejenigen, die in ihrer Tätigkeit in unserem Fachbereich schlechte Erfahrungen gemacht haben und drangsaliert wurden.

Für diese Dinge muss es Raum geben.

Und wenn es nur eine Bibliothek betrifft? Immer noch wichtig. Und wenn es nur eine Person betrifft? Immer noch wichtig. Niemand von uns sollte allein gelassen werden, wenn wir uns bemühen, einen Mehrwert für die Gesellschaft zu bieten.

Es wäre schön, wenn Sie neben Ihrer Situation auch anderen Raum geben. Leseförderung darf neben demokratischer Wertebildung existieren. Meiner Meinung nach überschneidet es sich sogar enorm häufig. Sie müssen diese Meinung selbstverständlich nicht teilen.

Nur, weil ich Dinge nicht erlebe heißt das nicht, dass sie nicht existieren. Ich werde Ihren Bibliotheksalltag ebenso wenig kennen wie Sie meinen, und vermutlich haben wir daher ein sehr unterschiedliches Verständnis davon. Es ist aber beides Bibliotheksarbeit.

Es geht hier nicht um den Austausch von Vorwürfen, sondern die Anregung, kollegialen Austausch insofern zu betreiben, dass auch andere Sichtweisen bedacht, begutachtet und ihnen eine Existenz eingeräumt wird, weil wir schlussendlich alle im gleichen Fach (wenn auch sicher unterschiedlich) tätig sind.

Die Veröffentlichung ist dafür da, Unterstützung zu geben, wo sie benötigt wird, und zwingt niemandem etwas auf. Und wenn das nur einem Bibliotheksmenschen zugutekommt ist das eine prima Sache – finde ich.

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scrollt nach oben, um zu checken, wer hier Vorwürfe gemacht hat

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Ich finde es spannend, mit Gedanken oder Haltungen vereinnahmt zu werden, die ich selbst gar nicht teile. Als Medienpädagoge in der Bibliothek arbeite ich an Themen, die zwangsläufig gesellschaftliche Fragen berühren und manchmal auch politische Dimensionen haben. Das lässt sich kaum vermeiden, weil Medien nie losgelöst von der Gesellschaft existieren.

Für mich ist Medienbildung immer Demokratieförderung. Nicht, weil sie Menschen auf eine bestimmte politische Haltung verpflichten soll, sondern weil sie Menschen befähigt, sich eine eigene Haltung zu erarbeiten. Sie eröffnet Perspektiven, regt zum Nachdenken an und schafft Gelegenheiten, die eigene Sicht auf die Welt mit anderen Sichtweisen in Beziehung zu setzen.

Und sie ist immer auch kreativ. Menschen gestalten, erzählen Geschichten, experimentieren und drücken sich aus. Sie erfahren, dass ihre Stimme zählt und dass sie die Welt nicht nur konsumieren, sondern auch mitgestalten können.

Vielleicht gilt das noch mehr für Bibliotheken.

Bibliotheken sind für mich immer Orte der Demokratie. Nicht erst dann, wenn sie Stellung beziehen oder sich in aktuelle Debatten einmischen. Sie sind es durch ihr Wesen. Weil sie Menschen Welten öffnen. Weil sie Neugier ermöglichen. Weil sie Fragen zulassen und Räume schaffen, in denen unterschiedliche Perspektiven ihren Platz haben.

Bibliotheken müssen Menschen nicht sagen, was sie denken sollen. Aber sie können ihnen den Raum geben, Gedanken zu entwickeln, Dinge zu hinterfragen und sich mit anderen Sichtweisen auseinanderzusetzen.

Vielleicht sind Bibliotheken deshalb vor allem Möglichkeitsräume. Räume, in denen Menschen lesen, lernen, gestalten, entdecken und sich ausprobieren können. Räume, in denen niemand auf eine Identität, eine Meinung oder eine Lebenswirklichkeit festgelegt wird.

Gerade darin liegt für mich etwas zutiefst Demokratisches. Demokratie lebt nicht allein von Wahlen oder politischen Institutionen. Sie lebt auch von Orten, an denen Menschen Zugang zu Wissen, Kultur und Bildung haben. Von Orten, an denen Neugier wichtiger ist als Gewissheit und an denen Fragen genauso willkommen sind wie Antworten.

Deshalb empfinde ich Medienbildung nicht als etwas, das im Widerspruch zu einem professionellen Verständnis des öffentlichen Dienstes steht. Im Gegenteil. Menschen Möglichkeiten zu eröffnen, ihre Kreativität zu stärken, sie zum Fragen zu ermutigen und ihnen Räume für Bildung und Teilhabe anzubieten, ist für mich ein Kern dessen, was Bibliotheken ausmacht.

Und vielleicht ist genau das Demokratieförderung: nicht Menschen zu formen, sondern ihnen Möglichkeitsräume zu eröffnen.

Damit werde ich mich aus der weiteren Debatte raushalten!

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Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ganz schön aufgeregt hier.

Ich finde übrigens, dass der Ton mitunter recht harsch ist und sich nicht unbedingt positiv auf die Debatte auswirkt. Aber das am Rande.

Demokratieförderung kann natürlich wesentlicher Teil der bibliothekarischen Arbeit sein (so z.B. im Entwurf des Berliner Bibliotheksgesetzes geplant), muss es aber nicht. Außerdem passiert Demokratieförderung schon häufig dadurch, dass ich ein für alle nützliches System am Laufen halte und gut ausstatte. Dazu liest man ja nun bereits unzählige Artikel in der Presse. Wenn z.B. der öffentliche Nahverkehr nicht funktioniert, Ämter überlastet sind etc.pp., hat das unmittelbare negative Auswirkungen auf das Demokratievertrauen der Bevölkerung.

Somit haben hier viele Kollegen einfach schon einen Punkt, denn eine gut ausgestattete und finanziell gesicherte Bibliothek, ist denfinitiv nicht von Schaden für die Demokratiearbeit. Man muss also vielleicht gar kein konkretes demokratieförderndes Angebot machen, sondern einfach nur seine grundsätzlichen Aufgaben - und das hilft auch, um Polarisierung (die man übrigens hier in der Debatte sehr gut beobachten kann) und Demokratiefrust entgegenzuwirken.

Und natürlich sind wir als Beschäftigte oder gar Beamte im Öffentlichen Dienst, Teil der Exekutiven und somit besonderen Pflichten unterstellt. Das hatte Verdi auf der Bibliocon auch wunderbar ausgeführt: Bekomme ich eine Weisung, die ich für unrechtens halte, kann ich dagegen widersprechen, muss sie am Ende aber trotzdem ausführen. Ich bin nur nicht mehr selbst haftbar. In diesem Sinne kann ich viele Kolleg:innen verstehen, die den Standpunkt vertreten, dass sie mit ihrem Dienstherren gut auskommen müssen, egal welcher politischen Couleur derjenige sein mag. Denn hier liegt der Hase im Pfeffer (zumindest aus meiner Sicht): Keine Bibliothek, weil geschlossen aufgrund Unliebigkeit, hilft auch niemandem weiter!

Und es gibt in den Debatten vor Ort einen unwahrscheinlich großen Unterschied, in welchem sozialen Gefüge und Lage ich mich befinde. Ich bin in den letzten Jahren mit sehr vielen Kolleginnen und Kollegen ins Gespräch gekommen, vor allem zu eben jenen Themen, wie „Medien an den Rändern“ und Kulturkampf. Und es ist immer spannend zu beobachten, wie unterschiedlich die Einstellungen, Meinungen und auch Sorgen sind, je nachdem wo man sich befindet. Auf dem Land werden andere Debatten geführt, als in der Großstadt. Und man darf uns Kolleg:innen aus den Großstädten (und da zähle ich mich eindeutig hinzu) schon auch ab und an den Vorwurf machen, dass wir aus einer sehr progressiven Bubble heraus agieren und argumentieren. Das bedeutet nur nicht automatisch, dass wir Unrecht haben - in der Umkehr aber auch nicht, dass wir mit allem Recht behalten und unsere Meinungen und Erkenntnisse universellen Anspruch haben.

Langer Rede kurzer Sinn: Suchen Sie doch bitte die Gemeinsamkeiten in der Debatte und versuchen Sie darauf aufzubauen. Es hilft ja nichts: Wir müssen im Gespräch bleiben, um diese für uns sicherlich alle sehr herausfordernden Zeiten zu meistern. Aber zwei Dinge bringen die Debatte sicherlich nicht voran:

  1. Eine feste Position im Schwarz oder Weiß zu beziehen und sich gegenseitig nicht mehr zuzuhören und somit den Kompromiss auszuschließen.
  2. Den Teufel an die Wand zu malen: Ich glaube nicht, dass wir durch irgend ein (Nicht)Handeln seitens der ein oder anderen Bibliothek Gefahr laufen, die Demokratie zu verspielen. Das scheint mir doch etwas sehr übertriebene Nabelschau zu sein.

Besten Dank, falls Sie sich die Mühe gemacht haben, diese Zeilen zu lesen.

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Weil es thematisch passt:

Der DBV unterzeichnete 2019 die Weimarer Erklärung für demokratische Bildungsarbeit. Auch dort wird ein Neutralitätsbegriff formuliert, an dem man sich orientieren kann.

Und das Kulturbüro Sachsen hat ein Dokument herausgegeben zum Thema „Das Neutralitätsgebot für Mitarbeitende von Verwaltung und Behörden“. Zwar wird dort nicht explizit auf den Arbeitsbereich Bibliothek eingegangen, aber als Orientierungshilfe fand ich das Dokument doch sehr wertvoll.

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