wir möchten ab nächstes Jahr eine Saatgutbibliothek anbieten. Kann mir jemand sagen, wo ich am besten das erste Saatgut bekomme, damit man anfangen kann? Und wie so die Erfahrungen sind bei denen, die schon eine haben.
Kommt das Saatgut gespendet wieder und wie viele dürfen die Kunden sich aussuchen?
Saatgut-Anbieter hier habt Ihr eine gute Übersicht, an guten Bezugsquellen. Wichtig ist: samenfestes Saatgut. Wir haben uns vor Jahren gegen eine Saatgut-Bibliothek entschieden aus verschiedensten Gründen. An 2 Terminen im Frühjahr (meist Februar) findet bei uns im Haus jedoch eine Saatgut-Tauschbörse statt. Hier können Interessierte Saatgut kostenfrei mitnehmen bzw. im Vorfeld auch spenden. Im laufe der Jahre haben wir hier auch Anbau-Experten und -Expertinnen kennen gelernt, die uns jedes Jahr mit Saatgut versorgen und teilweise auch an der Tauschbörse für Garten-Fragen zur Verfügung stehen. Diese wird inzwischen sehr gut genutzt.
Mitgenommen werden darf für den Eigenbedarf. Wie halten Saatgut-Tütchen aus Altpapier für diesen Zweck bereit.
Wir haben für unser Saatgut eine Kooperation mit dem örtlichen Obst- und Gartenbauverein sowie dem Kleingärtner-Verein. Das klappt super. Die machen jedes Jahr die „Erstbefüllung“, und dann soll es ja (eigentlich) ein Geben und Nehmen der Kundschaft sein. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es klappt mal besser und mal schlechter. Wir hatten schon Zeiten, wo fast nur genommen, aber nichts zurückgegeben wurde. Momentan ist es einigermaßen ausgewogen. Da wir die Saatgut-Tauschbörse in unserer Open-Library-Zweigstelle stehen haben, können (und wollen) wir gar nicht kontrollieren, wer wieviel nimmt oder bringt.
Da findet sich sehr viel Literatur zu Saatgutbibliotheken und man kann auch rausfinden, welche Bibliotheken eine solche betreiben (zur Identifizierung von Ansprechpartnern)."
Unsere Bibliothek nimmt seit zwei Jahren am Projekt „Saatgut leihen - Vielfalt ernten“ (vgl. Das Projekt – nutzpflanzenvielfalt ) des VEN e.V. teil. Für den Einstieg war das für uns die beste Option. Wir sind mit 80 Saatguttütchen gestartet, verteilt auf die fünf angebotenen Gemüsearten (jeweils 20x Bohne, Erbse, Tomate, 12x Salat und 8x Melde). Die Resonanz unter den „Lesern“ war sehr gut, 60 Tütchen wurden ausgeliehen, es gab erste Fragen nach weiteren Sorten, auch nach Blühpflanzen. Für die Folgejahre werden wir das Saatgutangebot dementsprechend ergänzen.
Das VEN-Projekt bietet die Möglichkeit, ohne viel Aufwand eine Saatgutbibliothek einzurichten. Bevor wir das Projekt kennenlernten, gab es viele Fragen (Woher das Saatgut beziehen? Welche Sorten? Wie verpacken? Wie kann Sortenreinheit gewährleistet werden? Welche Infos müssen für die „Leser“ bereitgestellt werden? …) und es schien zeitlich recht aufwändig zu sein, eine Saatgutbibliothek einzuführen. Der VEN bietet regelmäßig Info-Veranstaltungen an und Ende 2024 war uns dann vieles klarer. Gerade als eher kleine Bibliothek kann ich das Projekt sehr empfehlen.