Bibliothek stärken gegen antidemokratische Tendenzen

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

bei der letzten Konferenz mit unseren hauptamtlichen ÖB wurde der Wunsch an uns als Büchereistelle herangetragen, konkrete Vorlagen für die Benutzungsordnung zu erstellen, die sinnvoll ergänzt werden können in der Wirkung gegen antidemokratische Einflussnahme von außen.

Ich versuche mich an der Umsetzung, bin aber im Zweifel, ob die Benutzungsordnung der richtige Ort für alle Teilaspekte ist. Sie hat zwar einen hohen Verbindlichkeitscharakter, ist aber aufwändig zu ändern und Aspekte zum Bestand tauchen in der Benutzungsordnung nicht auf. Das Thema Hassrede und Umgang im Haus könnte man in der Benutzungsordnung verhandeln, aber ich weiß nicht, ob das sinnvoll ist.

Ich weiß, dass die Stadtbibliothek Heilbronn z.B. eine “Netiquette” dafür erstellt hat.

Ich würde gerne mal sammeln und würde mich freuen, wenn sich möglichst viele beteiligen - auch gern per PN, wenn es nicht öffentlich sein soll - bei folgenden Fragen:

  • Ergänzte Bestandteile der Benutzungsordnung rund um diesen Themenkomplex oder zur Ausübung des Hausrechts

  • Gibt es andere Papiere zum Umgang mit antidemokratischen Tendenzen (intern/extern) mit welchen Teilaspekten, dabei auch gern Vereinbarungen oder Sprachregelungen im Team.

Vielen Dank!

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Eventuell auch mal an den Tag der offenen Gesellschaft und unsere Info-Veranstaltungen des BIB denken.

Danke, wir hatten schon jemanden von “Medien an den Rändern” zu Gast. Ich vergesse den BIB nicht. :heart_hands:

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Bei uns gibt es nur eine interne Regel: Wer sich in der Bücherei respektlos verhält, fliegt raus. Das kommt aber nur äußerst selten vor.

Wenn ich mir die Netiquette von der Stadtbibliothek Heilbronn durchlese, frage ich mich als Bürger doch eher: Himmel! Was muß da schon Alles in der Stadtbibliothek vorgefallen sein???

Bei uns muß niemand „Haltung zeigen“ oder sich zu irgendetwas „bekennen“. Weder die Kunden, noch das Team. Wir bemühen uns, freundlich und hilfsbereit zu jedem Menschen zu sein, der die Bücherei betritt.

Für wen schreibt man so eine Netiquette? Warum ist das nötig?

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Im Hinblick auf diese Thematik eine berechtigte Fragestellung, welche ich mir auch schon gestellt habe: Hat es einen Auslöser gegeben, woraufhin solch eine Netiquette notwendig gewesen ist und Kapazitäten für die Erstellung einer solchen geschaffen wurden?

Ich habe mir die Netiquette aus Heilbronn durchgelesen, zumindest die, welche sich bei der Online-Suche ergibt. Durch die mehrmalige Wiederholung von “Kommentaren” und “Beiträgen”, welche auch ggf. gelöscht werden können, handelt es sich meines Erachtens um Verhaltensweisen, die in Person, besonders aber auf den sozialen Medien anfallen.

Was ich nicht gefunden habe sind Aufrufe, “Haltung zu zeigen” oder sich zu etwas zu “bekennen” - könnten Sie mir zeigen, wo das steht?

Allgemein ist die Netiquette aus Heilbronn der meiner Bibliothek ähnlich, wenn auch weniger ausführlich. Viele Bereiche sind auch in unserer AGA und/oder im Verhaltenskodex Soziale Medien für Mitarbeitende intern so geregelt.

Vielleicht könnte die Threaderstellerin genauer definieren, was „antidemokratische Tendenzen“ im Bibliotheksbereich bedeuten sollen? Und was wünschen sich die Mitarbeiter von ÖBs? Textbausteine?

Sich respektloses Verhalten zu verbitten und gegebenenfalls zu ahnden inkludiert alle Formen von -ismen und Diskriminierungen - meiner Meinung nach.

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Am häufigsten wird es wohl versuchte Einflussnahme auf den Bestandsaufbau der Bibliothek geben, die politisch motiviert ist. Das Gleiche auch bei Veranstaltungen. Es gab auch bereits Zerstörungen von Büchern in Bibliotheken.

Die einschlägigen Vorfälle dürften im KollegInnenkreis eigentlich auch überall bekannt sein.

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